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Asse 2: Keine Alternative zur Rückholung des Atommülls

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Atommüll
Atommüll © Ravemotion, fotolia.com

Umweltschützer drängen auf eine baldige Rückholung des radioaktiven Abfalls im vom Einsturz bedrohten Atommülllager Asse 2. Umgehend soll Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen mit der Vorbereitung zur Rückholung des Abfalls beginnen, der in Asse 2 lagert. Das forderte der BUND Landesverband Niedersachsen auf seiner Landesdelegiertenversammlung in Hannover am Sonntag (30.05.2010) in einer einstimmigen Resolution.

In die Asse läuft seit 20 Jahren kontinuierlich Lauge ein, deren Ursprung bis heute ungeklärt ist. Momentan sickern täglich ungefähr zwölf Kubikmeter Wasser ein. Die Zuflussmenge kann sich aber jederzeit derart erhöhen, dass der Salzstock kurzfristig zusammenstürzen könnte. Einem Notfallplan zufolge könnte der Salzstock mit Magnesiumchloridlauge geflutet werden. Ohne die Flutung besteht die Gefahr, dass gegenwärtige Zutrittslösungen Atommüll auflösen, möglicherweise tragende Strukturen zerstören und zum Tagebruch führen. Bei einer Flutung aber würden die Atommüllfässer innerhalb von 10 bis 100 Jahren vollständig zersetzt werden, so dass Radionuklide in Lösung gehen. Aufgrund der nicht absehbaren Langzeitwirkungen der Flutung, auch Vollverfüllung genannt, wird diese Lösung von Naturschützern abgelehnt.

Zudem hat der ehemalige Mitarbeiter im niedersächsischen Umweltministeriums Dr. Horst Besenecker bestätigt, dass als Folge der Atommülllagerung Gasbildungen zu befürchten sind, wenn die dort abgelegten Fässer in der Asse verbleiben würden. Es werden Austrittsraten von bis zu 1 Million Kubikmeter befürchtet.

Zu der Rückholung der Atommüllfässer besteht laut Naturschützer aufgrund der unprognostizierbaren Folgen einer Flutung keine Alternative. Aufgrund der Einsturzgefahr in Asse 2 sollte umgehend mit der Vorbereitung zur Rückholung des Abfalls beginnen, so der BUND Landesverband Niedersachsen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will im November die erste Abfallkammer im Atommülllager Asse anbohren. Durch das entstehende Bohrloch soll geprüft werden, ob sich toxische oder explosive Gasmischungen gebildet haben. Dies soll der erste Schritt sein, den Atommüll endlich aus der Asse zurückzuholen. Das Bfs will laut eigener Ankündigung nun möglichst alle 126.000 Fässer mit radioaktivem Inhalt aus der Asse zurückholen.

Es bleibt abzuwarten ob das BfS wirklich zu seiner Erklärung steht den Atommüll aus der Asse 2 zurückzuholen. Laut früheren Angaben des BfS könnte, falls Stichproben ergeben würden, dass die Fässer sich in einem sehr schlechten Zustand befänden, doch noch alternative Optionen geprüft werden. Kritiker führen zudem an, dass die Bergung technisch und logistisch sehr schwierig sei.

Geklärt werden muss ebenfalls noch wohin der Atommüll aus Asse2 entgelagert werden soll. Die Asse Fässer im Schacht Konrad zu lagern lehnt der Bund Landesverband Niedersachsen ebenfalls ab, denn der Schacht Konrad sei als Endlager ungeeignet. Auch die Stadt Salzgitter hat bereits ihren Wiederstand gegen die Lagerunf der Asse Fässer im Schacht Konrad angekündigt.

Wichtig ist nun, dass endlich mit einer bundesweiten Endlagersuche für alle Formen von radioaktivem Abfall begonnen wird, so sagt Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND Niedersachsen.

Weitere Informationen:


Pressemitteilung des BUND Niedersachsens



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