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Ökogas Zertifizierung TÜV NORD

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TÜV NORD CERT Ökogas Zertifiziertung

Die TÜV NORD CERT GmbH als unabhängige Regionalgesellschaft des Technischen Überwachungs-Vereins bietet zwei eigene Zertifikate im Ökogas-Bereich an. Gasversorger können mit dem Erwerb der Zertifizierung „Klimaneutrale Gasverbrennung“ oder „Klimaneutrales Gasprodukt“ für die Nachhaltigkeit ihrer Produkte werben. Für den Verbraucher sind entsprechende Erdgastarife durch das einheitliche Logo schnell zu erkennen.

Je nach Wahl der Zertifizierungsart werden die CO2-Emissionen der Gasverbrennung oder der Bereitstellung geprüft, um diese anschließend „neutral stellen“, d.h. kompensieren zu können. Faktisch geschieht dies über den Kauf von CO2-Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten. Rechnerisch soll mit den Investitionen in diese Projekte die gesamte Menge an Kohlendioxid, die während des Bereitstellungs- oder Verbrennungsprozesses entsteht, an anderer Stelle eingespart werden. Das Logo sagt, ähnlich wie bei vielen anderen Standards und Gütesiegeln auch, wenig bis nichts über die tatsächliche Herkunft des Gases aus – es kann zu 100 % aus konventionellem Erdgas bestehen.

Kompetenz und langjährige Erfahrung sollen Vertrauen schaffen

Der TÜV ist in Deutschland sehr bekannt – nicht zuletzt durch die regelmäßig fällige Hauptuntersuchung bei Fahrzeugen. Darüber hinaus genießt er hohes Ansehen in verschiedensten Bereichen, in denen es etwas zu prüfen gibt – beispielsweise, wenn es um die Arbeitssicherheit oder Personalzertifizierungen geht. Mit über 10.000 Mitarbeitern in mehr als 70 Ländern verfügt der TÜV Nord über ein weitverzweigtes Netz an Fachleuten. Darüber hinaus ist das Unternehmen bei den Vereinten Nationen akkreditiert, um Klimaschutzprojekte entsprechend der Klimarahmenkonvention zu zertifizieren. Mehr zu diesen Mechanismen finden Sie hier.

Um eines der beiden Gas-Zertifikate des TÜV Nord Cert zu erhalten, müssen Unternehmen oder von ihnen beauftragte Berater zunächst ermitteln, welche Menge an CO2 bei der Bereitstellung oder Verbrennung ihres Gases entsteht. Zusätzlich ist ein Monitoring-Konzept für das Gas vorzulegen, mit dem der Prozess überwacht werden kann.

Darüber hinaus muss sich der Versorger um entsprechende CO2-Zertifikate bemühen, um die ermittelte Menge an klimaschädlichem Gas rechnerisch neutral stellen zu können. Der TÜV überprüft die Einhaltung dieser Vorgaben, für die das Unternehmen eigens die Standards TN-CC 012 (Klimaneutrale Gasverbrennung) und TN-CC 013 (Klimaneutrales Gasprodukt) entwickelt hat. Das Zertifikat, mit dem der Anbieter werben darf, ist für jeweils ein Jahr gültig.

Intransparenz bei Prüfstandards

Ein klimaschonender, vom TÜV zertifizierter Gastarif – das dürfte sich für viele Verbraucher zunächst einmal verlockend anhören. Dass dabei meist konventionelles Erdgas in die Häuser und Wohnungen fließt, heißt zunächst einmal nichts Negatives. Auch bei einem Wechsel des Ökostrom-Anbieters bleibt die Zusammensetzung der Lieferung zunächst einmal gleich. Insgesamt wird der Anteil an Ökostrom jedoch erhöht, was nach und nach zu einer Verschiebung zugunsten grünen Stroms an der Gesamtstrommenge führt.

Kritischer ist zu sehen, dass der TÜV Nord sich hauptsächlich auf die eingehende Überprüfung der eingereichten Unterlagen konzentriert, die eigentliche CO2-Kompensation in der Regel jedoch von externen Fachleuten übernommen wird. Insofern wäre es von besonderem Interesse, wie die Standards TN-CC 012 und TN-CC 013 beim TÜV Nord im Detail definiert sind.

Die Zeitschrift Ökotest (Ausgabe 03-2011) wollte dies im Rahmen eines Tests des Tchibo-Ökogas-Tarifes prüfen, erhielt jedoch eine unbefriedigende Antwort. Ingo Pfeil, Sprecher des TÜV Nord Cert, verweigerte Auskünfte, da eine „Einsichtnahme durch Nichtkunden“ nicht vorgesehen sei. Die Aussagekraft des Siegels alleine kann somit kaum ernsthaft beurteilt werden. Angenommen, ein Kunde entscheidet sich für einen teureren, aber vom TÜV Nord zertifizierten Tarif, da er Wert auf klimaschonendes Gas legt. Im schlimmsten Fall erhält er konventionelles und nicht nachhaltig erzeugtes Erdgas, bei dem lediglich die Bereitstellung durch zugekaufte CO2-Zertifikate ausgeglichen wird. Diese Kompensation wird dann vom TÜV Nord Cert nach nicht-öffentlichen Standards rechnerisch überprüft. Ob diese Prozesse ausreichend sind, um dem grünen Gewissen der Konsumenten Genüge zu tun, ist anzuzweifeln.

Weitere Informationen auf der Webseite des TÜV Nord

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