Flexible Stromtarife können bis zu 25 Prozent Ersparnis bringen

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Flexible Stromtarife können helfen Strom zu sparen

Ein Hauptargument für den intelligenten Stromzähler ist seine Feedback-Funktion. Wenn der Verbraucher unmittelbar ablesen kann, wie viel Strom bestimmte Verhaltensweisen oder Geräte kosten, wird er daraus seine Schlüsse ziehen und zukünftig sparsamer in seinem Stromverbrauch sein. Soweit die Theorie – doch wie sieht es in der Praxis aus? Eine Studie der E.ON Metering GmbH und der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH hat untersucht, ob und in welcher Form Stromkunden ihr Verhalten verändern, wenn der Verbrauch transparent und der Stromtarif flexibel ist. Das Ergebnis: 85 Prozent der Teilnehmer änderten ihr Verhalten und wurden dafür mit einer Ersparnis von bis zu 25 Prozent bei den Stromkosten belohnt.

Stromzähler © P. C., fotolia.com
Stromzähler © P. C., fotolia.com

Mobiltelefon als Stromtarif-Wegweiser

Für die aktuelle Untersuchung dokumentierte man zunächst über vier Wochen das Verbrauchsverhalten von 115 Haushalten mit einem festen Stromtarif. Interessant wurde es während der zweiten Phase, in denen den Teilnehmern ein Tarif mit dynamischer Preisanpassung zur Verfügung stand.

Mittels iPod waren sie jederzeit über den aktuellen Stromtarif sowie eine Preisvoraussage für die kommenden zwölf Stunden informiert. Zusätzlich konnten sie eine Strompreis-Prognose für die nächsten drei Tage abrufen. Tiefgreifende Computerkenntnisse waren überflüssig: Eine Ampel zeigte auf den ersten Blick an, ob der Strompreis gerade günstig, im mittleren Bereich oder teuer ist. Um eine Stromersparnis zu erzielen, war es nicht nötig, mitten in der Nacht aufzustehen. Spül- und Waschmaschine wurden zwar in jedem zweiten Fall in der günstigen Zeitzone gestartet. Moderne Geräte verfügen jedoch über eine Startzeitvorwahl, die die Maschine automatisch zum eingestellten Zeitpunkt anschaltet.

Viele Verbraucher ändern ihr Verhalten mit dem nötigen Wissen

Die Studie zeigt, dass viele Stromkunden ihr Verhalten tatsächlich zu überdenken scheinen, wenn sie ausreichend über ihren Verbrauch und ihre Kosten informiert sind. Dies ist umso eher der Fall, je größer die mögliche Ersparnis ist. Nach Angaben der BSH GmbH wurde bei einem Einsparpotenzial ab 30 Cent pro Kilowattstunde in der Regel ganz auf die Nutzung eines Gerätes verzichtet. Bei einer möglichen Ersparnis ab 15 Cent pro Kilowattstunde wurde der Wasch- oder Spülvorgang fast immer in die günstigere Zeitzone verschoben.

Bedenkt man, dass rund 40 Prozent der Energiekosten in einem bundesdeutschen Durchschnittshaushalt für die Haushaltsgeräte ausgegeben wird, ist das Ergebnis der Studie nicht zu unterschätzen. Wenn von intelligenten Stromnetzen die Rede ist, spielen auch Faktoren wie eine optimale Netzauslastung und Optimierungen auf der technischen Seite eine Rolle. So ist die Entwicklung von Hausgeräten, die selbsttätig erkennen, wann der Strompreis besonders günstig ist, keine Zukunftsmusik mehr.

Allerdings habe die Studie auch gezeigt, dass viele Verbraucher trotz großem Interesse an dem Thema kaum informiert darüber seien, wie viel Strom ihre Geräte tatsächlich verbrauchen würden. In der Folge sei das Einsparvolumen oftmals stark überschätzt worden. Eine verbraucherfreundlichere Darstellung der Kosten und Leistung eines Gerätes seitens der Hersteller wäre daher wünschenswert. Die Verbraucher sollten auf der anderen Seite bedenken, dass auch kleine Einsparungen große Wirkung haben können.

Flexible Stromtarife beim Verbraucher beliebt

Die Bereitschaft, sogenannte flexible Stromtarife zu wählen, bei denen der Strom in Nebenzeiten günstiger ist, ist hoch. 41 Prozent der Verbraucher würden in solche variablen Stromtarife wechseln, wenn sie dadurch Geld sparen können. Zu diesem Ergebnis kommt eine andere repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstitut Aris im Auftrag des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V (BITKOM), dessen Ergebnisse im März 2011 vorgestellt wurden


Bildquelle BITKOM – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Weitere Informationen

Studie zu flexiblen Stromtarifen von E.ON Metering, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte
BITKOM Studie Smart Grids – Energieversorgung der Zukunft

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