Gasvertrag prüfen

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Mein Gasvertrag – Worauf muss ich achten?

Beim Gasvertrag ist es wie mit vielen anderen Verträgen: Einmal abgeschlossen, verliert man ihn oft schnell aus den Augen und bemerkt gar nicht, dass man jedes Jahr mehrere Euros hätte sparen können. Solange Heizung und Warmwasser reibungslos funktionieren, gerät alles rund um den Gasvertrag schnell in Vergessenheit – dabei zahlen sich ein Vergleich der Gastarife und ein Wechsel des Anbieters in den meisten Fällen im wahrsten Sinne des Wortes aus.

Gasrechnung © blende11.photo, fotolia.com
Gasvertrag prüfen © blende11.photo, fotolia.com

Der Grund dafür ist einfach: Seit der Liberalisierung des Gasmarktes ist eine Vielzahl von Anbietern auf dem Markt. Dieser Wettbewerb ist gut für den Verbraucher, denn er belebt das Geschäft und sorgt dafür, dass es preisgünstige Tarife gibt. Immer mehr Menschen entscheiden sich deshalb für einen Wechsel des Gaslieferanten.

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Bestandaufnahme des aktuellen Gasvertrages

EEs ist es an der Zeit, einen genaueren Blick auf den aktuellen Vertrag zu werfen.
Selbst wer mit seinem bestehenden Gasversorger zufrieden ist, sollte sich die Zeit für eine eingehende Prüfung des Vertrages nehmen, denn nicht selten gibt es noch einen günstigeren Tarif beim selben Anbieter. Wer unzufrieden mit seinem derzeitigen Lieferanten ist, hat sowieso jeglichen Grund für eine grundlegende Bestandaufnahme. Geprüft wird der Gasvertrag hinsichtlich der Laufzeit, der Kündigungsfrist, der Preisgarantie, der Preisgestaltung und der Zahlungsvereinbarungen.

Vertragsbedingungen © Wilm Ihlenfeld, fotolia.com
Vertragsbedingungen prüfen © Wilm Ihlenfeld, fotolia.com
  • Laufzeit und Kündigungsfrist
    Hier gilt: Je kürzer, desto mehr Flexibilität! Wer einen Vertrag mit einer langen Laufzeit besitzt, muss gegebenenfalls einige Monate warten, bis er zu einem anderen Anbieter wechseln kann. Gaspreise können jedoch großen Schwankungen unterliegen und nicht alle Lieferanten geben Preissenkungen – im Gegensatz zu Preiserhöhungen – an die Kunden weiter. Daher ist es ratsam, sowohl Laufzeit als auch Kündigungsfrist kurz zu halten, damit man schnell reagieren und in einen günstigeren Tarif wechseln kann.
  • Ein Blick in den bestehenden Vertrag genügt, um herauszufinden, wie lange der aktuelle Vertrag noch läuft und wie lange im Voraus er gekündigt werden muss. Nicht selten beträgt die Laufzeit mehrere Monate, bis sie unter Berücksichtigung der ebenfalls mehrwöchigen Kündigungsfrist beendet werden kann. Bis es also soweit ist, haben sich die günstigen Preiseangebote der anderen Anbieter oft längst geändert. Zur Orientierung: Im Idealfall beträgt die Kündigungsfrist 4 Wochen bis zum Monatsende – und zwar ab dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.

  • Preisgarantie
    Besitzt der laufende Vertrag eine Preisgarantie, muss das nicht unbedingt positiv sein. Weist die Vereinbarung beispielsweise keine Preisanpassungsklausel nach unten auf, ist es möglich, dass der vertraglich garantierte Festbetrag deutlich über dem aktuellen Marktpreis liegt und je nach Vertragslaufzeit noch mehrere Monate gezahlt werden muss. Denn im Gegensatz zu Preiserhöhungen behalten sich Gasanbieter Preissenkungen gern vor. Zum Teil kann der Verbraucher in solchen Fällen erfolgreich gerichtlich vorgehen und auf eine Preisanpassung nach unten bestehen. Liegen die Gaspreise bei Abschluss eines Vertrages generell sehr niedrig, spricht nichts gegen eine längere Vertragslaufzeit mit entsprechender Preisgarantie.

    Achtung: Erhöhen sich Steuern oder Abgaben des Gaspreises, ist eine Preisanpassung trotz Garantie möglich und erlaubt. Denn die meisten Anbieter klammern diese Kosten bei der Vergabe einer Preisfixierung von Anfang an aus. Auch greift in diesem Falle nicht das Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung.
  • Preisgestaltung und Zahlungsmodalitäten
    Üblich ist eine zeitliche Stückelung in jährliche, vierteljährliche oder monatliche Zahlungen. Am Ende des Wirtschaftsjahres erfolgt dann die tatsächliche Abrechnung und der Kunde erhält eine Gutschrift über zu viel bezahlte Beträge beziehungsweise eine Aufforderung zur Nachzahlung. Die Abschläge werden dem Verbrauch angepasst. Wer für ein Jahr in Vorkasse tritt, profitiert oft von günstigeren Preisen, bindet sich jedoch auch langfristiger an den Gasanbieter. Ein weiterer Nachteil: Im Falle einer Insolvenz des Versorgers hat es der Kunde schwer, sein bereits gezahltes Geld zurückzubekommen. Ein niedriger Gaspreis sollte also nicht als alleiniger Grund für den Abschluss eines Vertrages herangezogen werden.

Weiterhin kann gesagt werden, dass kleinere Anbieter oft günstigere Tarife haben, da sie sich das Gas kurzfristig sowie nach Bedarf beschaffen und sie die Preise jederzeit neu an die Marktlage anpassen können. Gasversorger, die langfristige Verträge mit ihren Lieferanten eingehen, sind weniger flexibel und können sowohl Preiserhöhungen als auch -senkungen nicht sofort in ihren angebotenen Tarifen berücksichtigen. Je nach Marktpreisentwicklung entstehen dadurch Vor- und Nachteile. Kunden können diese Anhängigkeit umgehen, indem sie sich einen Anbieter mit kurzen Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen suchen, um bei Preisänderungen mit einem Wechsel des Gasanbieters zu reagieren.

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