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Mein Gasvertrag – Worauf muss ich achten?

Gasvertrag
Gasvertrag © Digitalpress, fotolia.com

Wettbewerb belebt das Geschäft. Das Verbraucherportal Verivox hat ermittelt, dass die Anzahl der verfügbaren Gasanbieter in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich um 388 % gestiegen ist. Insbesondere die Gasmarkt-Liberalisierung im Jahr 2006 hat dafür gesorgt, dass vieles in Bewegung geraten ist. Wann haben Sie sich Ihren Gasliefervertrag das letzte Mal näher angeschaut? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie bei einer genaueren Überprüfung feststellen, dass mittlerweile leistungsstärkere, günstigere oder kundenfreundlichere Anbieter ein besseres Angebot unterbreiten. Sind Sie mit Ihrem jetzigen Gasversorger zufrieden, können ein wenig Recherche und ein Blick in den Gasvertrag trotzdem nicht schaden. So sind in der Vergangenheit beispielsweise immer wieder Preisklauseln von Anbietern vor Gericht für nichtig erklärt worden, da sie Verbraucher in unangemessener Weise benachteiligen. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Punkte vor, die Sie bei einer Prüfung Ihres Gasvertrages beachten sollten. Wer mit seinem bisherigen Gasvertrag nicht zufrieden ist, kann mithilfe unseres Gastarifrechners einen günstigen Gasanbieter finden.

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Laufzeit und Kündigungsfrist des Gasvertrags

Der Gasmarkt ist in den vergangenen Jahren viel stärker von Preisschwankungen betroffen gewesen als der Strommarkt. Umso wichtiger sind die grundlegenden Eckdaten Ihres Gasvertrags: die Mindestlaufzeit und die Kündigungsfrist. Grundsätzlich gilt, dass beide möglichst kurz sein sollten, um ein Höchstmaß an Flexibilität zu bewahren. Kurz heißt, dass man seinen Gasvertrag idealerweise ab dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses innerhalb von einem Monat zum Monatsende kündigen können sollte.

Liegen die Gaspreise sehr niedrig, sind auch längere Laufzeiten bis zu maximal zwölf Monaten akzeptabel. Bedenken Sie dabei immer, dass der Gaspreis auch weiter sinken kann. Insbesondere bei Verträgen mit Preisgarantie oder -fixierung sind zwei Stolperfallen zu beachten. Schauen Sie in Ihren Vertragsunterlagen nach, ob Ihr Gasvertrag eine Preisanpassungsklausel nach unten beinhaltet. Andernfalls zahlen Sie im schlimmsten Fall „garantiert“ den vereinbarten Gaspreis, obwohl der Marktpreis möglicherweise viel niedriger liegt. Es sind bereits einige Gasanbieter erfolgreich verklagt worden, weil sie sich Preiserhöhungen offengehalten, Preissenkungen aber kategorisch ausgeschlossen haben. Darüber hinaus klammern bei einer Preisfixierung viele Gasanbieter Erhöhungen von Steuern und Abgaben ausdrücklich aus. Da der Anteil dieser Kosten am Gaspreis etwa ein Drittel beträgt, können sich die Gaszahlungen trotz vereinbarter Fixierung erhöhen.

Preisgestaltung und Zahlungsvereinbarungen beim Gasvertrag

Ebenfalls wichtig sind in Ihrem Gasvertrag die Angaben zur Zahlungsweise. Einige Gastarife werden besonders günstig angeboten, wenn Sie mit Ihren Zahlungen oder einer Kaution in Vorleistung treten. Sie sollten sich jedoch nicht alleine von den vermeintlich günstigen Gaspreisen leiten lassen, da Sie ein gewichtiges Risiko eingehen. Meldet der Anbieter Insolvenz an, werden Sie es schwer haben, Ihr Geld zurückzubekommen. Zusätzlich müssen Sie einen zweiten Gasvertrag abschließen, da Sie weiterhin Gas benötigen. Auch wenn der schlimmste Fall nie eintritt, behalten Sie bei den Abschlagszahlungen einen Trumpf in der Hand. Gibt es Probleme, können Sie die Zahlungen für strittige Positionen auf der Rechnung bis zur Klärung des Sachverhalts zurückhalten.

Dazu kann zum Beispiel die Art der Preisgestaltung zählen. 2010 urteilte der Bundesgerichtshof, dass die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis nichtig ist. In der Realität seien weitere Faktoren preisbildend, so dass die Koppelung an den Ölpreis alleine in der Praxis nicht tauglich ist. Falls Sie Ihrem Gasversorger schon länger treu sind, sollten Sie sich über die Ausgestaltung Ihres Gasvertrages in diesem Punkt genau informieren und, falls nötig, bei ihm nachhaken. Immerhin ist der Ölpreis in den ersten Monaten des Jahres 2011 beachtlich angestiegen, während die Gaspreise relativ konstant geblieben sind.

Ein weiterer wichtiger Faktor der Preisbildung ist die Geschäftspolitik Ihres Versorgers. Hat er sich längerfristig zu vergleichsweise hohen Marktpreisen an seine Lieferanten gebunden, wird Ihr Tarif sicherlich nicht zu den preisgünstigsten gehören. Flexiblere, meist kleinere Anbieter beschaffen sich Ihren Gasbedarf hingegen eher kurzfristig. Dadurch sind sie in der Lage, den Vorteil günstiger Marktlagen relativ schnell an ihre Kunden weiterzugeben. Selbstverständlich gilt dies ebenso für signifikante Preissteigerungen, doch sind sie dann wiederum auf der sicheren Seite, wenn Sie unseren obigen Tipp beherzigt haben und über einen Gasvertrag mit kurzer Kündigungsfrist verfügen.

Was bei Bio- und Ökogas-Tarifen zu beachten ist

Auf dem Markt für Bio- und Ökogas gibt es im Vergleich zum Ökostrom noch keine Gütesiegel, die Interessenten und Kunden eine vergleichbare Orientierung bieten könnten. Dies liegt zum einen daran, dass es bisher kaum Biogas-Tarife gibt, die tatsächlich reines Biogas liefern. Darüber hinaus wurde der Gasmarkt erst 2006, acht Jahre nach dem Strommarkt, liberalisiert. Dadurch hinken manche Entwicklungen noch ein gutes Stück hinterher. Beziehen Sie Biogas, sollten Sie sich über das aktuelle Mischungsverhältnis informieren. Ist der Biogas-Anteil für Ihr Empfinden zu niedrig, empfiehlt es sich, sich über die künftigen Entwicklungspläne Ihres Anbieters zu informieren. Viele Versorger beabsichtigen, den Biogas Anteil kontinuierlich weiter zu erhöhen.

Ökogas dagegen kann bis zu 100 % aus konventionellem Gas bestehen. Der Nutzen für die Umwelt entsteht an anderer Stelle durch Aufforstungsprojekte, den Handel mit Emissionszertifikaten oder die Förderung von Projekten und Anlagen zum Ausbau regenerativer Energien. Haben Sie sich bewusst für einen Ökogas-Tarif entschieden, sollten Sie in Ihrem Gasvertrag nachprüfen, welchen Zusatznutzen Ihr Anbieter verspricht, und vor allen Dingen: wie er seinen Einsatz glaubhaft nachweist. Ein guter Hinweis ist zum Beispiel, ob die Maßnahmen zur CO2-Reduktion von unabhängiger Stelle überprüft und zertifiziert sind.

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