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Green Hosting in Deutschland

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Green Hosting in Deutschland

Green Hosting
Green Hosting © Goldencow Images, fotolia.com

Schon heute verbrauchen Kommunikation und Informationstechnologien riesige Energiemengen. Green Hosting ist ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz. Wir verschaffen Ihnen den richtigen Überblick.

Die Situation in Deutschland

Eine fundierte Studie des renommierten Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung kommt zu teilweise besorgniserregenden Ergebnissen. Die fundierte Auswertung der Untersuchungsergebnisse und eine exakte Hochrechnung für die zukünftige Situation in Deutschland bringen dramatische Zahlen ans Tageslicht.

Bereits heute nehmen die Informations- und Kommunikationstechnologien über zehn Prozent des gesamten Strombedarfs in Deutschland für sich in Anspruch. Realistische Hochrechnungen beziehen nicht nur den momentanen Stand der Technik mit ein, sondern gehen auch konkret auf zukünftige technische Entwicklungen ein. Der rasante technische Fortschritt, sowohl im beruflichen wie auch im privaten Lebensbereich, hat direkte Auswirkungen auf den daran gekoppelten Stromverbrauch der jeweiligen Geräte.

Selbst neueste Entwicklungen, die sich einer Reduzierung des allgemeinen Stromverbrauchs der Geräte verschrieben haben, können diese Entwicklung nur zum Teil beeinflussen. Das bedeutet für Deutschland, dass in Summe im Jahr 2020 den Informations- und Kommunikationstechnologien voraussichtlich bereits 20 Prozent des gesamten Stromverbrauchs zugeschrieben wird. Anders ausgedrückt produzieren Deutschlands Kraftwerke im Jahr 2020 täglich beinahe fünf Stunden jenen Strom, der ausschließlich von unserer Informationsgesellschaft benötigt wird.

Hosting und Green Hosting: der Unterschied

Angesichts der oben geschilderten Entwicklung steht eines fest: Unsere Informationsgesellschaft benötigt viel Strom, um Tag und Nacht reibungslos zu funktionieren. Hosting, also das Bereitstellen jener technischen Infrastruktur, die einen Teil des Internets darstellt, ist ein wichtiger Energiefaktor.

Hosting benötigt viel elektrische Energie. Mit diesem Strom müssen zum Beispiel Server betrieben, Kühler in Gang gehalten und Büros versorgt werden. Üblicherweise wird der dafür benötigte Strom auf herkömmliche Art und Weise und damit aus fossilen oder nuklearen Brennstoffen gewonnen. Somit trägt Hosting zu einem gewissen Anteil auch dazu bei, dass etwa die globale Erwärmung weiterhin ansteigt oder die weltweit verfügbare Menge an fossilen Rohstoffen zunehmend knapper werden.

In einem wichtigen Punkt unterscheidet sich Green Hosting vom klassischen Hosting. Unternehmen, welche Green Hosting anbieten oder anwenden, verursachen keine negativen Auswirkungen auf unsere Umwelt. Daher besteht der Hauptunterschied zum herkömmlichen Hosting darin, dass für den kompletten Betrieb des Webhosters ausschließlich Ökostrom verwendet wird. Dieser grüne Strom wird folglich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie zum Beispiel Solarenergie, Windenergie oder Wasserkraft gewonnen. Freilich endet Green Hosting nicht mit der Umstellung auf Ökostrom. Dieser Schritt ist jedoch entscheidend und trägt deutlich zur Entlastung unserer Umwelt bei. Im Idealfall vervollständigen weitere Initiativen des Providers das Gesamtpaket und führen somit zu einer in sich schlüssigen Gesamtlösung. Alternativ gehen Unternehmen auch dazu über durch Ankauf von Klimzertifikaten ihre CO2 Bilanz auszugleichen um klimaneutrales Webhosting zu gewährleisten.

Tipp: Sollten Sie sich für einen Ökostrom Hoster entscheiden können Sie auch unserem Button „Wir setzten auf grünen Strom“ einbinden und ihren Lesern damit zeigen, dass Sie auf Ökostrom setzen.

Die Entwicklung des Green Hostings in Deutschland

Anfang 2011 bieten rund 110 größere Anbieter Green Hosting innerhalb Deutschlands an. Diese Entwicklung ist gerade vor dem Hintergrund der zukünftigen Entwicklung des Strombedarfs der IT-Branche zu begrüßen.

Die oben angeführten Prognosen verdeutlich eindrucksvoll, dass umweltfreundliches & klimaneutrales Hosting eine unumgängliche Notwendigkeit der heutigen Informationsgesellschaft darstellt. Hier lediglich von einem Trend oder einer Modeerscheinung zu sprechen wäre gleichbedeutend mit einem Ignorieren der globalen Energieproblematik.

Auf der Website des Forschungsprojekts Green Software Engineering der Fachhochschule Trier wurden den Webhoster und Provider anhand von Kriterien, die mit Unterstützung durch BUND Rheinland-Pfalz erarbeitet wurden, „Ökostromklassen“ zugewiesen. Die Unterteilung in „Ökostromklassen“ erfolgt anhand von Kriterien die sich auf den Strombezug beziehen. Wichtige Kriterien sind hier zum Beispiel: Transparenz, Unabhängigkeit des Stromanbieters von AKW-Betreibern, Ökologische Mindeststandards für Anlagen, Nachhaltigkeit im Unternehmen oder Finanzielle Förderung von Erzeugungsanlagen.

Rund 30 Prozent der umweltfreundlichen Hostinganbieter wurden dabei in die höchste „Ökostromklasse“ eingeordnet. Da klimaneutrales Webhosting von vielen Unternehmen auch als Marketinginstrument eingesetzt wird, sollte man als Kunde genauer hinsehen. So sollten sich die Hostinganbieter ihrerseits optimalerweise ausschließlich auf Stromanbieter festlegen, die nachweislich vollständige Anbieter von Ökostrom sind. Auch gelebte Nachhaltigkeit innerhalb des Unternehmens macht Green Hosting zu dem, was es eigentlich sein soll: eine Dienstleistung, welche unserer Umwelt in keiner Weise Schaden zufügt.

In einem früheren Artikel haben wir einige bekannte Webhoster in Deutschland genauer unter die Lupe genommem. Erfahren Sie mehr zum Thema „Ökostrom Webhosting“.

Weitere Informationen:

Studie des Frauenhofer Instituts: Abschätzung des Energiebedarfs der weiteren
Entwicklung der Informationsgesellschaft

Providerliste klimaneutales Webhosting
Kriterien der Ökostromklassen
Ökostrom Webhoster



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2 Antworten zu “Green Hosting in Deutschland”

  1. Jutta Sagt:

    Mir persönlich war es bei der Wahl meines Webhoster besonders wichtig darauf zu achten, dass der Anbieter seine Server mit Ökostrom betreibt. Ich selber nutze zu Hause auch nur Ökostrom, und finde es deshalb auch nur konzequent für meine Homepage auch darauf zu achten. Gerade auch bei einer so energiehungriegen Technik. Zumal ich bei meinem Webhoster Goneo.de feststellen durfte, dass man Ökostrom, gute Leistung und Service schon sehr günstig bekommen kann.
    Man muss also nicht nur um Geld zusparen auf Ökostrom verzichten. Daher gibt es in meinen Augen keinen Grund, nicht zu einem Anbieter zu gehen der seine Server mit Ökostrom laufen lässt.

  2. Fabian Sagt:

    Wobei man zu Goneo vielleicht auch noch erwähnen sollte, das die Herkunft des Stroms nicht genauer angegeben wird. Das kann natürlich damit zusammenhängen, das man den Stromanbieter vielleicht des öfteren wechselt (?) und keine veränderten Deklarationen über den verwendeten Strom hochladen möchte. Ich persönlich werte die Bemühung seitens Goneo ja prinzipiell positiv – ohne genauere Angaben um was für einen Stromanbieter es sich handelt – oder zumindest welche Zertifikate dieser inne hat ist für mich die Aussage von Ökostrom bei Goneo nicht unbedingt viel wert. Verwenden die jetzt nur RECS-Öko-Strom oder den meist deutlich teureren ok-power/tüv- zertifizierten Stom?
    Das Webhoster energieeffizient arbeiten versteht sich mittlerweile von selbst. Einen großen Teil der laufenden Kosten dürfte durch die Stromkosten verursacht werden.