Hochschule findet heraus: Kläranlagen geben gute Energiespeicher ab

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Die Hochschule Emden / Leer macht gerne durch Innovationen im Bereich Energiegewinnung von sich reden. Jetzt konnte die Universität erneut mit einem erfolgsversprechenden Projekt an den Start gehen. Mit Hilfe des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der Stadtwerke Emden sowie diverser Partner aus der Region entwickelte die Hochschule eine Methode, bei der durch das ‚Power to gas‘-Prinzip Energie gewonnen wird.

Kläranlage © Jürgen Fälchle, fotolia.com
Kläranlage © Jürgen Fälchle, fotolia.com

Dabei wird das Kohlendioxid genutzt, das in Faultürmen von Kläranlagen entsteht. Dieses Gas wird bei der Energiegewinnung durch das ‚Power to gas‘-Prinzip mit genutzt. Beim ‚Power to gas‘-Prinzip wird überschüssige Windenergie in speicherbares Erdgas umgewandelt. Die Speicherkapazitäten für Erdgas ist enorm – also gilt es, sie zu nutzen. Genau das machtdas Institut für Umwelttechnik (EUTEC) an der Hochschule Emden/Leer die bei dem Projekt, für das rund 200.000 Euro an Mitteln zur Verfügung gestellt wurde.

Grundproblem: Windenergie an sich ist nicht speicherbar

Die Problematik, die den Überlegungen zugrunde lag war, dass Windenergie nicht durchweg verfügbar ist. Daher wurden Wege gesucht, wie die gewonnene Energie gespeichert werden kann. Eine Möglichkeit ist die, Windstrom in Erdgas umzuwandeln. Die zu viel anfallende Energie wird für Wasserelektrolyse verwendet, bei dem Wasser in Wasser- und Sauerstoff gespalten wird.

Dem abgespaltenen Wasserstoff wird Kohlendioxid hinzugefügt, das aus dem Klärwerk in Emden stammt. Dadurch entsteht Methan, also bedeutet künstliches Erdgas, das speicherbar ist, während Windenergie nicht gespeichert werden kann. Das Gute an der Methode: die Faulgase aus den Kläranlagen enthalten nicht nur Kohlendioxid, sondern ebenso bereits Methan. Dadurch wird die Vorgehensweise noch effizienter. Das Gas kann sofort in Strom und Wärme umgewandelt oder aber gespeichert werden.

Betrieb der Kläranlagen darf nicht beeinträchtigt werden

Darüber hinaus will das Emder Institut für Umwelttechnik (EUTEC) an der Hochschule Emden/Leer erforschen, inwiefern Kläranlagen an die Verfügbarkeit von Windenergie angepasst werden kann, ohne dass der Betrieb des Klärwerks davon beeinflusst wird. Zum Beispiel gilt es herauszufinden, ob die Kläranlagen auch dann noch mitziehen können, wenn ein hohes Stromangebot vorliegt und somit mehr Energie benötigt wird.

Ein Ingenieur soll nun in den kommenden zwei Jahren Antworten auf diese Fragen finden.

„Wir sind froh, durch unsere Projektpartner eine so große Unterstützung zu erfahren“, sagt Prof. Dr. Sven Steinigeweg vom Emder Institut für Umwelttechnik. „Mit diesem Projekt gehen wir über ,Power-to-gas‘ hinaus“, so der Akademiker, der sich seit längerem intensiv mit dem energieeffizienten Betrieb von Kläranlagen befasst.

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