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Kleinwindanlagen – Lohnende Stromquelle für den Hausgebrauch?

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Kleinwindanlagen – Strom erzeugen für den Hausgebrauch

Windenergie
Windenergie © Visdia, fotolia.com

„alpha ventus“ und „Bard Offshore 1“ – während einige Leser möglicherweise auf Sternbilder oder Popgruppen tippen würden, dürften an Energiepolitik interessierte Verbraucher Bescheid wissen. Es handelt sich um die ersten großen deutschen Offshore-Windparks. Solche Parks werden in Küstennähe oder auf hoher See aufgebaut, von wo sie die gewonnene Energie über Seekabel in das Stromnetz des Festlandes liefern. Nachdem die Bundesregierung beschlossen hat, diese Technologie als Bestandteil der Energiewende weiter zu fördern, wurde wiederholt über die großen Anlagen berichtet. Dadurch sind die Kleinwindanlagen ein wenig in den Hintergrund gedrängt worden. Das Fachmagazin „Technology Review“ stellt in der aktuellen August-Ausgabe jedoch heraus, dass sich solche Kleinwindanlagen für den Hausgebrauch durchaus rechnen können.

Windkraft hat es bisher schwer in Deutschland

Eine genaue Abgrenzung der Kleinwindanlagen zu den großen Windkraftanlagen existiert nicht, doch versteht man darunter in der Regel leicht aufzubauende Windgeneratoren mit vergleichsweise geringem Ertrag. Bisher sei das Geschäft in Deutschland noch nicht richtig in Gang gekommen, berichtet das Magazin. Lediglich 4.000 Anlagen mit einer Leistung unter 5 Kilowatt würden hierzulande derzeit betrieben. Lange Zeit sah es so aus, als ob die Rahmenbedingungen sich außerdem verschlechtern würden. Der Bundestag strich erst in letzter Minute die geplanten massiven Vergütungskürzungen für die Windenergie an Land, die im Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums für die EEG-Novelle vorgesehen waren.

Strom aus Windkraft selbst erzeugen – worauf kommt es an?

Stärker als bei einigen anderen regenerativen Energiequellen sind bei der Beurteilung der Rentabilität einer Kleinwindanlage die lokalen Gegebenheiten ausschlaggebend. Dazu gehört natürlich zunächst einmal eine Lage mit viel und möglichst häufig wehendem Wind. In der Regel fallen städtische Gegenden dadurch aus dem Raster. In naturnahen, ländlichen Gebieten sind die Bedingungen meist günstiger, zumal der Anschluss von weit entlegenen Gebäuden an das Stromnetz kostspielig werden kann. Daher bieten sich Windkraftanlagen für den Hausgebrauch speziell als sogenannte Insellösungen an, die eine netzunabhängige Stromversorgung sicherstellen. Hinzu kommt der positive Effekt auf die Umwelt: Der Strom wird an Ort und Stelle produziert und verbraucht, sodass keine Transportkosten und keine Nachteile für die Umwelt entstehen.

Generell steigt die Wirtschaftlichkeit einer Kleinwindanlage mit ihrer installierten Leistung, so der Bundesverband WindEnergie e.V. in einer Studie. Kosten für Material, Anschluss und Verwaltungsformalitäten fallen ohnehin an, ob die Anlage kleiner oder größer ausfällt. Größere Anlagen hätten jedoch grundsätzliche Effizienzvorteile, wie „Technology Review“ weiter berichtet. Als Faustregel gelte, dass sich die Leistung vervierfacht, wenn der Rotordurchmesser verdoppelt wird. Diese Unterschiede würden jedoch bei einer Einspeisung in das Stromnetz nicht berücksichtigt. Die Vergütung betrage immer unter zehn Cent, egal wie groß die Anlage letztlich sei.

Windrad ist nicht gleich Windrad

Trotzdem wird der Technologie von verschiedenen Seiten ein stetiges Wachstum vorhergesagt. Ob es eintritt, hängt wohl davon ab, ob man die vielfältigen Unwägbarkeiten für die Verbraucher in den Griff bekommt. So gibt es beispielsweise keinerlei in der Breite anerkannte Gütesiegel für Kleinwindanlagen. Darüber hinaus sind die Bauweisen, Größen und verwendeten Techniken viel zu unterschiedlich, als dass sie von einem potenziellen Käufer ohne großes Vorwissen ernsthaft qualitativ bewertet und miteinander verglichen werden könnten.

Auch die Effizienz der Geräte ist sehr unterschiedlich, was wiederum von der Qualität der verbauten Teile und den klimatischen Bedingungen am Standort abhängt. Mehr noch als bei einer Photovoltaik-Anlage sollten sich potenzielle Interessenten daher ausführlich informieren und im besten Falle einen Experten zu Rate ziehen, der die vielfältigen Einflüsse fachmännisch an Ort und Stelle zusammenführen und bewerten kann. Schließlich nützt die schönste und teuerste Anlage nichts, wenn der Wind nicht weht – oder sich das eigene Windrad einfach nicht dreht.

Weitere Informationen

Mehr zur privaten Stromerzeugung mit Windkraft erfahren Sie hier. Zur Studie über die „Wirtschaftlichkeit und Vergütung von Kleinwindenergieanlagen“ des Bundesverbandes WindEnergie e.V. gelangen Sie hier.



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