Ökostrom-Anbieter im Härtetest

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Ökostrom-Anbieter im Härtetest bei Robin Wood

Naturstrom, LichtBlick, EWS Schönau und Greenpeace Energy – man kennt das Quartett schon aus anderen Vergleichen von Ökostrom-Anbietern. Umso schöner für die vier Unternehmen, dass ihre besonderen Bemühungen um eine saubere und nachhaltige Stromversorgung aktuell von der Umweltorganisation Robin Wood bestätigt werden.

Wasserkraft © mirkofoto, fotolia.com
Wasserkraft © mirkofoto, fotolia.com

In einem Recherchebericht kommen die Aktivisten zu dem Ergebnis, dass momentan lediglich die vier genannten Anbieter die besonders strengen Kriterien der Organisation erfüllen. Anbieter Entega und MANN Strom könnten bald folgen, doch seien hierzu noch eingehendere Untersuchungen notwendig.

Bei grünem Strom auf Verflechtungen mit Atomindustrie achten

Gütesiegel bieten wechselwilligen Verbrauchern, die ein Ökostrom-Angebot in Anspruch nehmen wollen, eine erste gute Einschätzung über die eingeleiteten Umwelt-Maßnahmen des potenziellen zukünftigen Stromversorgers. Dabei sollte der Kunde allerdings zum einen über die Aussagekraft des verwendeten Qualitätssiegels Bescheid wissen. Wir haben für Sie zusammengefasst welche Ökostrom Gütesiegel empfehlenswert sind. Zum anderen sagen die Labels nichts über die Verflechtung des Stromanbieters mit der Atomindustrie aus. Einige Konzerne haben Tochterunternehmen gegründet, um ihren sogenannten Ökostrom besser vermarkten zu können. Darüber hinaus sind Ökostrom-Kunden oftmals von Natur aus skeptisch gegenüber den vier großen Energiekonzernen. Ob sie mit ihren Stromzahlungen indirekt Betreiber von Atomkraftwerken unterstützen wollen, ist mehr als fraglich.

Robin Wood hat für seinen Recherchebericht daher auch die Eigentumsverhältnisse berücksichtigt und Stromanbieter auf fünf Hauptkriterien hin überprüft. So darf ein empfehlenswertes Unternehmen keine Verflechtungen mit der Atomwirtschaft aufweisen, ausschließlich Ökostrom (zu maximal 50 Prozent aus KWK-Anlagen) anbieten und einen nachweislichen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien leisten. Außerdem muss der Stromanbieter bundesweit tätig sein, und auch die Betreiber der Stromerzeugungsanlagen dürfen nicht oder höchstens minimal mit der Atomindustrie in Verbindung stehen. Die Einschränkung war nötig, da selbst bei den vier empfehlenswerten Stromversorgern einzelne Meiler Verflechtungen mit der Atomwirtschaft aufweisen. Allerdings seien diese nach Angaben der Umweltorganisation so gering, dass eine Einflussnahme auf das Geschäft der Unternehmen ausgeschlossen werden könne.

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Richtiger Ökostrom oder lediglich „Greenwashing“?

Hilfestellungen wie der Recherchebericht werden von den Verbrauchern meist dankbar angenommen. Zu komplex sind die Verhältnisse auf dem Strommarkt, als dass sie ein durchschnittlich informierter Stromkunde leicht durchschauen könnte. Darüber hinaus zeigt sich, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Immer wieder wird in Umfragen großes Interesse an einem Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter bekundet, doch führt nur ein kleiner Prozentsatz den Wechsel tatsächlich durch. Daher sind verlässliche und glaubwürdige Informationen über gute und weniger gute Stromversorger oftmals das Zünglein an der Waage.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima entschlossen sich viele Verbraucher zu einem Wechsel, doch zeigen die Kundenzahlen, dass längst nicht alle Ökostrom-Kunden mit ihrer Stromrechnung auch tatsächlich den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Nach Angaben von Robin Wood hätten Ende 2010 rund drei Millionen Menschen grünen Strom bezogen. Das von der Organisation empfohlene Ökostrom-Quartett kommt nach aktuellsten Zahlen aus dem Sommer 2011 auf zusammen etwa eine Million Kunden.

Der Recherchebericht, der hier heruntergeladen werden kann, schlüsselt die Eigentumsverhältnisse der vier unabhängigen Stromanbieter sowie die Herkunft des angebotenen Stroms detailliert auf. Zusätzlich werden auch minimalste Verflechtungen mit der Atomindustrie angegeben. Darüber hinaus wird ausführlich dargestellt, wie und mit welchem Beitrag der Ausbau regenerativer Energien von dem jeweiligen Unternehmen vorangetrieben wird.

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