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Was ist Ökostrom

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Inhaltsübersicht

Was ist Ökostrom?
Was sind Energiequelen für Ökostrom in Deutschland?
Wieviel Strom wird aus erneuerbaren Energien gewonnen?
Kann man reinen Ökostrom beziehen?
Wird Ökostrom in Deutschland staatlich gefördert?
Mogelpackung Ökostrom?
Wie wird sich die Ökostromerzeugung entwickeln?
Weiterführende Links

Was ist Ökostrom?

oekostrom windraeder solaranlagen visdia fotolia Was ist Ökostrom
Ökostrom © visdia, fotolia.com

Mit dem Begriff Ökostrom wird elektrische Energie bezeichnet, die auf ökologisch vertretbare Weise aus erneuerbaren Energiequellen, aus nachwachsenden Rohstoffen oder umweltschoneneden Energiequellen hergestellt wird. Dies geschieht in Abgrenzung zu der Energie, die aus Kernkraft oder fossilen Energieträgern gewonnen wird. Die Sicherheitsrisiken, die durch den Betrieb von Kernkraftanlagen und die durch den radioaktiven Abfall entstehen sowie die Freisetzung von CO2 durch die Nutzung fossiler Energieträger sollen durch Ökostrom vermieden werden.

Was sind Energiequelen für Ökostrom in Deutschland?

Energie für Ökostrom werden vor allem aus sog. erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Auch Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen sowie umweltschonende Energiegewinnung durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) wird als ökologisch sinnvoll angesehen.

Erneuerbare Energien

Als Erneuerbare Energien, auch regenerative Energien oder Alternativenergien, bezeichnet man nachhaltige Energiequellen. Sie bleiben − nach menschlichen Zeiträumen gemessen − kontinuierlich verfügbar und stehen hiermit im Gegensatz zu fossilen Energieträgern und konventionellen Kernbrennstoffen, deren Vorkommen bei kontinuierlicher Entnahme stetig abnimmt. Dazu gehören Wasser-, Wind- und Sonnenenergie sowie Erdwärme. Diese Energiequellen stehen unerschöpflich zur Verfügung und setzten bei ihrer Nutzung kein CO2 frei.

Strom aus Wasserkraft
Strom aus Windkraft
Strom aus Solarenergie
Strom aus Erdwärme

Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe sind organische Rohstoffe, die aus land- und forstwirtschaftlicher Produktion stammen, wie z.B. Holz, Stroh, Mais sowie organische Abfälle von Haushalten, Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft. Im Unterschied zu fossilen Brennstoffen ist bei diesen Rohstoffen der Kohlenstoff nicht seit Jahrmillionen aus dem atmosphärischen Kreislauf entzogen. Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur in etwa so viel CO2 freigesetzt, wie vorher beim Wachstum der Pflanzen der Erdatmosphäre entnommen worden ist. Die Nutzung von Biomasse ermöglicht somit eine ausgeglichene CO2-Bilanz.

Strom aus Bioenergie

Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

In einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) wird gleichzeitig Strom und Nutzwärme erzeugt. Durch diese Kopplung können die eingesetzte fossilen Energieträger sehr viel effizienter genutzt werden als bei der herkömmlichen Erzeugung in getrennten Anlagen. Trotz der Verwendung fossiler Brennstoffe gilt das System momentan als klimaschonend, da das System im Gegensatz zu normalen Kohlekraftwerken deutlich weniger CO2-Emissionen produziert und in erheblichem Umfang Primärenergie eingespart wird. Zunehmend an Bedeutung gewinnen kleinere KWK-Anlagen für die Versorgung einzelner Wohngebiete, bzw. einzelner Mehr- und sogar Einfamilienhäuser, sogenannte Blockheizkraftwerke.

Wieviel Strom wird aus erneuerbaren Energien gewonnen?

Der Anteil des produzierten Ökostroms in Deutschland betrug im Jahr 2008 22 Prozent an der gesamten deutschen Bruttostromerzeugung. Die erzeugt Menge an Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist im Jahr 2012 folgendermaßen den Energieträgern zuzurechnen:

strommix uve Was ist ÖkostromBildquelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW

Kann man reinen Ökostrom beziehen?

Wer einen Ökostromtarif abschliesst bekommt den gleichen Strom aus der Steckdose geliefert wie bisher. Es findet keine direkte Leitung des Stromes von einem Ökostrom Kraftwerk zu einem Anschluss eines bestimmten Verbrauchers statt. Den Strom so gezielt zu lenken ist nicht möglich, Strom kann zudem nicht gespeichert werden. Es ist also ein Irrtum anzunehmen, dass wer einen Ökostromvertrag abgeschlossen hat, der bezieht aus seiner Steckdose nur ökologisch produzierten Strom. Am ehesten kann man sich das Stromnetz als einen großen See vorstellen. Die Stromproduzenten speißen den “Stromsee” mit Strom, der aus verschiedenen Energiequellen wie z.B. Atomkraft, Kohle- oder Windenergie gewonnen wurde. Die Verbraucher sorgen für den Abfluß aus dem Stromsee, indem Sie Strom verbrauchen. Je mehr Verbraucher sich für ökologisch verbrauchten Strom entscheiden, desto mehr grünen Strom müssen die Stromerzeuger in den See einspeißen. Wenn sich alle Verbraucher für Ökostrom entscheiden würden, dann dürfen alle Stromproduzenten auch nur Ökostrom in den Stromsee pumpen. Somit können Verbraucher aktiv durch ihre Stromwahl den Strommix in Deutschland beeinflussen.

Wird Ökostrom in Deutschland staatlich gefördert?

Ökostrom wird in Deutschland durch den Staats finanziel gefördert. Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien, bekannter unter dem Namen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), soll den Ausbau von Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen fördern. Mithilfe des Gesetzes soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix deutlich steigen, der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland soll bis 2020 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 gesenken werden. Grundgedanke ist, das den Anlagenbetreibern mit ökologischer Stromerzeugung über einen festen Zeitraum einen festen Vergütungssatz für den gelieferten Strom bekommen. Der feste Vergütungssatz richtet nach der jeweiligen Erzeugungsart des Stromes um einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen zu ermöglichen. Gefördert wird die Stromerzeugung aus Wasserkraft, Deponiegas, Klärgas und Grubengas, Biomasse, Geothermie, Windenergie und Solarenergie. Der zuständige Netzbetreiber muss die Anlagen ans Netz nehmen und die festgelegten Einspeißungspreise entrichten. Die Mehrkosten des Netzbetreibers werden auf alle Energieversorgungsunternehmen umgelegt und fließen als zusätzlicher Kostenfaktor in die Stromporeise ein.

Mogelpackung Ökostrom?

Der Presse konnte man bisweilen negative Schlagzeilen über Ökostrom entnehmen. Von der Mogelpackung Ökostrom war die Rede. Die Kritik ist teilweise berechtigt und hat ihren Ursprung in der Ökostromzertifizierung RECS. RECS steht für „Renewable Energy Certificate System” und und ist ein europäisches Zertifikatsystem für Ökostrom. Ein Ökostrom-Produzent bekommt für jede erzeugte Einheit (= MWh) ein Zertifikat, das den Umweltnutzen gegenüber herkömmlich produzierter Energie verkörpert. Das System funktioniert im Prinzip ähnlich wie der Emissionshandel im Klimaschutz. Die Zertifikat können gesondert gehandeln werden und auch an einen anderen Stromversorger weiterverkauft werden. Dieser wiederum kann es zu Marketing-Zwecken einsetzen und seinen eigenen Strom als Ökostrom anbieten – egal wie er produziert wurde. Verbraucherschützer werfen Anbietern vor mithilfe von RECS Atom- oder Kohlestrom als Ökostrom auf legalem Wege umzuetikettieren und so eine Täuschung der an Ökostrom interessierten Verbraucher in Kauf zu nehmen. In Europa ist die Nachfrage nach Ökostrom deutlich geringer als Ökostrom-Zertifikat vorliegen. Dies hat zur Folge, dass die RECS Zertifikate bisweilen für nur 0,05 cent/kwh gehandelt werden. Kauft ein Atomstrmproduzent somit diese Zertifikate ein und deklariert seinen Strom als Ökostrom ist die erzielte Umweltwirkung gleich null. Die RECS Zertifikate sind eher als ein Bilanzierungssystem der Stromwirtschaft zu sehen, werden aber von einigen Stromanbietern nicht im eigentlichen Sinne des Kunden eingesetzt. Verbraucher sollten daher auf ein Ökostrom Gütesiegel achten. In Deutschland gibt es zur Zeit vier Gütesiegel, die unterschiedlich hohe Anforderungen an die Erzeugung von Ökostrom setzten, alle aber Mindeststandards setzten die für die Deklaration von Ökostrom geeignet ist. Das Grüne Strom Siegel, das ok-power-Label, das Gütesiegel der Landesgewerbeanstalt Bayern sowie die TÜV Zertifizierung sind annerkante Gütesiegel für Ökostrom in Deutschland. Bei der richtigen Wahl des Stromanbieters kann der Verbraucher sehr wohl zu der Energiewende hin zu ökologischer Stromerzeugung beitragen.

Wie wird sich die Ökostromerzeugung entwickeln?

Die Europäische Union verpflichtete sich am 9. März 2007 verbindlich, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um ein Fünftel im Vergleich zu 1990 zu verringern und den Anteil erneuerbarer Energien im Durchschnitt auf 20 Prozent bis 2020 zu erhöhen. 2020 könnten die Erneuerbaren Energien bereits 47 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken. Damit werden sie zur tragenden Säule im Strommix. Zu dieser Einschätzung kommt der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. in der Branchenprognose Stromversorgung 2020.

enwicklung strom erneuerbare energien Was ist ÖkostromBildquelle: Agentur für Erneuerbare Energien www.unendlich-viel-energie.de

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