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Polarstern: Neuer Ökostrom- und Biogas-Anbieter geht an den Start

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Jakob, Flo und Simon wollen die Welt verbessern. Ein hehres Ziel, das sich die drei jungen Gründer der Münchener Polarstern GmbH gesetzt haben. Andererseits ist die Zeit, um einen neuen Ökostrom- und Biogasversorger ins Leben zu rufen, wohl kaum günstiger als in diesen Monaten. Immerhin wechselten alleine seit Beginn des Jahres 4,5 Millionen Kunden ihren Energieanbieter (wir berichteten). Polarstern verfolgt dabei einen innovativen Ansatz, der sowohl den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland fördern als auch Entwicklungshilfe in Kambodscha leisten soll. Wir stellen die wichtigsten Fakten zum neuen Strom- und Gas-Anbieter vor.

Polarstern Energie: Herkunft von Strom und Gas

100 Prozent klimaneutralen Ökostrom verspricht Polarstern seinen potenziellen Kunden. Der stammt nach Unternehmensangaben aus österreichischen Wasserkraftwerken, mit denen Lieferverträge geschlossen worden sind. Einen Bezug über die Strombörse schließt der Anbieter kategorisch aus, da dort die Herkunft des Stroms nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden könne.

Das Biogas kommt dagegen aus einer Zuckerfabrik in Kaposvár im Südwesten Ungarns. Die Überreste der Zuckerrüben, die bei der Gewinnung des Zuckers anfallen, werden an Ort und Stelle in einer Biogas-Anlage verwertet. Das aus den Biomasse-Reststoffen gewonnene Gas ist CO2-neutral und ersetzt das Erdgas, mit dem die Zuckerfabrik bisher betrieben wurde. Damit entfallen Transportwege und –kosten. Darüber hinaus werden keine zusätzlichen Anbauflächen benötigt, die eventuell mit der Anpflanzung von Lebensmitteln in Konkurrenz stehen könnten. Polarstern vermarktet sein Angebot als Ökogas, das 100 Prozent Biogas aus Reststoffen enthalte. Mehr zum Unterschied zwischen Biogas und Ökogas finden Sie hier.

Polarstern Energie: Tarifangebot und Vertragsbedingungen

Die Polarstern GmbH konzentriert sich auf das Wesentliche und bietet lediglich einen Ökostrom- und einen Biogas-Tarif an. Die Vertragslaufzeiten sind moderat und beinhaltet eine Energiepreisgarantie. Die Preisgarantie klammert ausdrücklich Tariferhöhungen aufgrund von gestiegenen Steuern und Abgaben aus, sodass sich der Strompreis für den Kunden unter Umständen auch im laufenden Jahr trotz Garantie erhöhen kann.

Biogas ist bei Polarstern ebenfalls im Program. Auch hier gibt es preiswertere Angebote, doch dürfte für Interessenten weniger der Preis, sondern der Mehrwert des Geschäftskonzepts im Vordergrund stehen.

Polarstern Energie: Mehrwert, Transparenz und Gütesiegel

Polarstern will nach eigenen Angaben den Fair Trade-Gedanken auf den Energiemarkt übertragen. Das Unternehmen ist unabhängig von den vier großen Energiekonzernen und hat sich verpflichtet 1,05 Cent pro verkaufter Kilowattstunde in die Neuanlagenförderung zu investieren. An anderer Stelle verspricht das Unternehmen, sogar 1,25 Cent pro Kilowattstunde in den Polarstern-Kraftwerkspark zu investieren. Beim Biogas-Tarif beträgt die Neuanlagen-Förderung 0,21 beziehungsweise 0,25 Cent. Dazu zählen auch Mikro-Biogasanlagen in Kambodscha, weil die Gründer die Energiewende als weltweites Projekt ansehen. Die Herkunft der Energie sowie die einzelnen Preisbestandteile werden detailliert aufgeschlüsselt. Bei Fragen haben potenzielle Kunden die Wahl zwischen der Kontaktaufnahme per Telefon, E-Mail, einem Besuch in der Münchener Zentrale oder einem kostenlosen Rückrufservice. Sowohl der Ökostrom- als auch der Biogas-Tarif sind vom TÜV Nord zertifiziert. Darüber hinaus trägt das Ökostrom-Produkt das Grüner-Strom-Label in Gold, das zu den aussagekräftigsten Siegeln am Markt gehört. Mehr Informationen zu Ökostrom-Gütesiegeln finden Sie hier.

Polarstern Energie: Fazit

Eine aktive Community, Kommunikation über Twitter, Facebook und einen Unternehmensblog sowie das konsequente Duzen der Homepage-Besucher: Polarstern setzt auf ein frisches Konzept, das hauptsächlich eine jüngere Generation ansprechen wird. Die Gründer, die beim Start unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wurden, wirken authentisch. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Unternehmen in den ersten Monaten schlägt, schließlich gibt es genügend Konkurrenz in diesem Marktbereich. Die Eckpunkte des Angebots stimmen jedenfalls: 100 Prozent erneuerbare Energien, ein aussagekräftiges Gütesiegel, ein konkurrenzfähiger Preis, die Verpflichtung zur Förderung des Ausbaus von Öko-Anlagen, und obendrauf ein Stück Entwicklungshilfe. Ob das ausreicht, um die Welt tatsächlich zu verbessern? Die Chinesen jedenfalls wussten schon vor langer Zeit, dass auch die längste Reise mit dem ersten Schritt beginnt.



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