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Deutscher Strommarkt

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Der deutsche Strommarkt

strommast sonnenuntergang electricity pylons fotolia Deutscher Strommarkt
Stromnetz © Electricity Pylons, fotolia.com

Über 10 Jahre nach der Liberalisierung der Strommärkt im Jahre 1998 nimmt der Wettbewerb am Strommarkt wieder deutlich zu. Inzwischen kann man durchschnittlich zu fast 80 Anbietern wechseln. In Ballungsgebieten ist das Angebot unter Umständen noch größer. Jedoch trotz der größeren Anbieterauswahl, beherrschend die vier großen Energiekonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW nach wie vor den deutschen Strommarkt.

Die Rolle der Stadtwerke

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in Deutschland die ersten Stadtwerke, und zwar aus einem Zusammenschluss der zuvor eigenständigen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke. Die Grundversorgung der Bevölkerung mit diesen drei Bereichen ist nach wie vor die Hauptaufgabe der Stadtwerke. Allerdings ist aus der einstigen Monopolstellung inzwischen ein harter Wettbewerb geworden, denn seit 1998 sind laut Gesetz die Märkte für Strom und Gas auch für andere Anbieter geöffnet. Lediglich die Wasserver- und die Abwasserentsorgung fallen nach wie vor in den Aufgabenbereich der Stadtwerke.

Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass trotz der Liberalisierung der anderen beiden Sektoren ein Wechsel zu konkurrierenden Anbietern nur zögernd stattfindet. Es kann durchaus sein, dass viele Verbraucher alles aus einer Hand haben möchten. Hinzu kommt, dass die Stadtwerke mit einem großen und breitgefächerten Service-Angebot weit über die eigentliche Energieversorgung hinaus punkten; überdies ist der persönliche Kontakt grundsätzlich gegeben, was bei anderen, vor allem überregionalen Anbietern nicht immer der Fall ist.

Dennoch entscheiden sich viele Verbraucher für andere Gas-und Stromlieferanten, und zwar hauptsächlich aus finanziellen Gründen. Zwar existiert ein wahres Dickicht an Tarifen mit unterschiedlichen Konditionen; im Internet kann man sie sich jedoch übersichtlich anhand von Strom-Tarifrechnern ein Bild machen.

Die großen Vier am deutschen Strommarkt

Die vier großen deutschen Stromanbieter, nämlich E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall Europe, hatten bereits kurz nach Inkrafttreten des Energiewirtschaftsgesetzes deutliche Gewinneinbußen zu beklagen. Dennoch beherrschen sie gemeinsam stolze 80% des deutschen Strommarktes. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie – eigentlich überregional tätig – verstärkt die lokale Präsenz suchen.

Dieses Ziel erreichen sie hauptsächlich mit zwei Aktionen: Sie kaufen sich bei verschiedenen Stadtwerken ein, oder sie gründen kurzerhand Tochterunternehmen, die dann regional tätig sind. Die vier Energiekonzerne halten über Verflechtungen eine Vielzahl von Beteiligungen an deutschen Stadtwerken und regionalen Energieversorgern. Es ist also durchaus empfehlenswert, sich über die Eigentumsverhältnisse zu informieren, wenn man vorrangig kleine, lokale Stromversorger stärken möchte.

Die Folgen der Liberalisierung des deutschen Strommarktes

Trotz der Liberalisierung des deutschen Strommarktes bezüglich Erzeugung, Handel und Vertrieb bleiben zwei Monopole bestehen: der Transport und die Verteilung. So kommt es, dass ungeachtet des intensiven Wettbewerbs die Strompreise für die Endverbraucher noch längst nicht so stark gefallen sind, wie es möglich gewesen wäre. Denn die staatlich regulierten Entgelte für die Nutzung der Netze und insgesamt für die Stromübertragung machen fast 25% der Preise aus. Lediglich die Großabnehmer wie Industrie und Kommunen profitieren enorm, denn sie suchen sich den günstigsten Anbieter oft genug mittels Ausschreibungen.

Ökostrom liegt im Trend

Sowohl im gewerblichen als auch im Privatkundenbereich geht der Trend ganz klar in Richtung Ökostrom. Darunter versteht man diejenigen Energien, die aus erneuerbaren Quellen stammen und zumindest umweltfreundlich erzeugt werden.

In den letzten Jahren werden immer mehr Ökostromtarife angeboten. Die Verbraucher entdecken zunehmend ihr “grünes Gewissen” und fordern von den Stromanbietern Strom aus regenerativen Energieträgern. Die Stromversorger reagieren auf diesen Trend mit immer mehr Ökostromtarifen. Für Verbraucher denen die Umwelt am Herzen liegt, ist es dabei wichtig auf Ökostrom Gütesiegel zu achten. Den der Begriff Ökostrom ist nicht geschützt und kann von den Anbietern relativ frei verwendet werden. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz werden Anlagen zur alternativen Stromerzeugung finanziell gefördert. Über eine Umlage wird die Förderung erneuerbarer Energien auf die Strompreise umgelegt. In der Zukunft sollen die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden, so dass der deutsche Strommarkt bald hoffentlich noch deutlich grüner wird.

Weitere Informationen

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Fallstricke der Stromtarife
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