Die Stromnetze in Deutschland
Die Stromnetze in Deutschland
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Deutschlands Stromnetze werden zumeist als Strommast mit Freileitung wahrgenommen. In Wahrheit ist das Stromnetz natürlich deutlich komplexer. Wir versuchen Deutschlands Leitungsnetz zu “entwirren” .
Grundlegendes
Die elektrische Energie wird in den unterschiedlichen Kraftwerken erzeugt. Infrastruktur und die geografische Voraussetzungen bringen mit sich, dass der Strom in einer gewissen Entfernung vom Endverbraucher produziert wird. Daher ist es notwendig, die elektrische Energie vom Ort der Erzeugung über das Stromnetz zum Verbraucher zu transportieren.
In Deutschland wird Strom in den häufigsten Fällen als Dreiphasenwechselstrom transportiert. Dieser weist zunächst eine sehr hohe Spannung auf. Diese kann bis zu 400 Kilovolt (kV) betragen. Der Endverbraucher konsumiert Strom jedoch als Einphasenwechselstrom mit einer Spannung von 230 Volt oder als Dreiphasenwechselstrom mit einer Spannung von 400 Volt. Daher wird der Strom auf den letzten Leitungskilometern umgewandelt.
Die Spannung des Stroms wird auch dazu herangezogen, um das Stromnetz in vier unterschiedliche Netztypen zu unterteilen. Insgesamt verfügt Deutschland über ein Stromnetz mit einer Länge von rund 1,7 Millionen Kilometer.
Das Höchstspannungsnetz
In ihm treten Spannungen von entweder 220 Kilovolt oder 380 Kilovolt auf. Die Länge des deutschen Höchstleistungsnetzes, das auch mit dem internationalen Verbundnetz verbunden ist, beträgt rund 36.000 Kilometer.
Aufgabe des Höchstspannungsnetzes ist es, jene Energie, die unmittelbar in den großen Kraftwerken produziert wird, näher zu den Verbrauchern zu transportieren. In der Nähe jener Punkte, an welchen sich die Verbraucher konzentrieren, wandeln Transformatoren den gelieferten Strom in einen Strom mit geringerer Spannung um.
Das Hochspannungsnetz
Nach der ersten Transformation treten im Hochspannungsnetz Spannungen von 60 Kilovolt bis 220 Kilovolt auf. Die Länge des deutschen Hochspannungsnetzes beträgt rund 75.000 Kilometer.
Aufgabe des Hochspannungsnetzes ist es, die nun bereits einmalig transformierte, elektrische Energie näher an Industriegebiete, Städte oder andere Konzentrationen von Verbrauchern heranzubringen. Hier reduzieren weitere Transformatoren die Spannung des Stroms erneut.
Das Mittelspannungsnetz
Nach einer weiteren Transformation treten hier Spannungen von 6 Kilovolt bis 60 Kilovolt auf. Die Länge des deutschen Mittelspannungsnetzes beträgt rund 500.000 Kilometer.
Aufgabe des Mittelspannungsnetzes ist es unter anderem, die Energie kleiner, regionaler Stromhersteller, wie etwa der Stadtwerke, aufzunehmen. Generell verteilt das Mittelspannungsnetz die Energie in einem bereits relativ feinmaschigen Netz an Großabnehmer, wie etwa Industriekunden, sowie an weitere Transformatoren. Diese nächste Stufe der Transformation findet bereits in der Nähe des Endverbrauchers statt.
Das Niederspannungsnetz
Schlussendlich treten im Niederspannungsnetz Spannungen bis zu 0,4 Kilovolt auf. Je nach Bedarf beträgt die Spannung hier entweder 230 Volt oder 400 Volt. Deutschlands Endverbraucher beziehen ihren Strom aus diesem Niederspannungsnetz, das eine Länge von rund 1,1 Millionen Kilometer aufweist.
Aufgabe des Niederspannungsnetzes ist die endgültige und feinmaschige Verteilung des Stroms. Somit ist es schlussendlich jenes Netz, aus dem Haushalte, Betriebe und öffentliche Institutionen den benötigten Strom beziehen.
Investitionen in das Stromnetz
Obwohl Deutschlands Stromnetz im internationalen Vergleich als überaus zuverlässig eingestuft wird, zeigen aktuelle Untersuchungen, dass weiterhin große Investitionen in diesem Bereich getätigt werden müssen. Nur so kann die gewohnte Sicherheit bei der Stromversorgung aufrechterhalten werden.
Investitionen der Verteilernetzbetreiber
Deutschland Verteilernetzbetreiber investieren insgesamt pro Jahr rund 5,6 Milliarden Euro in Deutschlands Stromnetz.
Investitionen der Übertragungsnetzbetreiber
Einerseits muss Deutschlands Stromnetz selbst weiter ausgebaut und laufend erneuert werden. Dafür haben die Übertragungsnetzbetreiber insgesamt 7,8 Milliarden Euro vorgesehen. Diese sollen in den Jahren 2010 bis 2018 investiert werden. Momentan betragen die Investitionen in die Infrastruktur des Netzes seitens der Übertragungsnetzbetreiber knapp 1 Milliarde Euro jährlich.
Andererseits hat sich gezeigt, dass auch jene Leitungen in den kommenden Jahren verstärkt ausgebaut und erneuert werden müssen, die über Deutschlands Grenzen hinaus verlaufen. Dafür haben die Übertragungsnetzbetreiber für die Jahre 2010 bis 2018 insgesamt Investitionen in Höhe von rund 680 Millionen Euro geplant.














