Strompreis-Dossier Teil 7: Die wichtigsten Tipps zur Senkung des Strompreises

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Die wichtigsten Tipps zur Senkung des Strompreises

Der günstigste Strom ist immer noch der, der nicht verbraucht wird. In den meisten Haushalten gibt es bei genauerem Hinsehen ein großes Einsparpotenzial, das weit über die Verwendung der klassischen Energiesparlampen hinausgeht. Wir haben Ihnen im Folgenden die wichtigsten Tipps zum Stromsparen und der Senkung Ihres Strompreises zusammengefasst.

Stromfresser © Frank Eckgold, fotolia.com
Stromfresser © Frank Eckgold, fotolia.com

Wechsel des Stromanbieters

Bevor es an die Minimierung des eigenen Stromverbrauchs geht, sollten Sie sich erst einmal über Ihren bisherigen Stromversorger informieren. Wissen Sie, zu welchem Tarif Sie Ihren Strom beziehen? Auch wenn der Wettbewerb auf dem Strommarkt seit der Liberalisierung 1998 noch nicht so richtig in Gang gekommen ist, stehen mittlerweile viele alternative Anbieter zur Auswahl.

Wenn Sie Ihren Anbieter noch nie gewechselt haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie schon seit Jahren zum teuren Grundtarif Ihres Versorgers beliefert werden. Schauen Sie auf Ihrer letzten Stromrechnung nach, wie viel Strom Sie im Jahr ungefähr verbrauchen und wie hoch der feste Grundpreis sowie der variable Arbeitspreis (meist in Cent pro Kilowattstunde angegeben) ist. Über das Internet können Sie sich über die Preise anderer Anbieter informieren und vergleichen. Am bequemsten geht das über Vergleichsrechner, die Sie unverbindlich nutzen können.

Sorgen vor dem persönlichen Blackout braucht bei einem Wechsel des Stromversorgers niemand zu haben. Bei Problemen springt der Grundversorger ein, die Belieferung ist also jederzeit gesichert.

Bei Neuanschaffungen auf Energieeffizienz achten

Immer mehr elektrische Geräte tragen – rechtlicher Vorgaben der EU sei Dank – einen Aufkleber, der genaue Angaben zum Stromverbrauch macht. Bei Kühlschränken hat sich dieses Label schon seit längerer Zeit bewährt. Anhand von Ampelfarben und Energieeffizienzklassen ist sofort ersichtlich, welche Apparate zu den Stromfressern gehören.

Unterschätzen Sie die Ersparnis energieoptimierter Geräte nicht. Auch wenn der Anschaffungspreis für ein besonders effizientes Gerät unter Umständen höher liegt als vergleichbare Angebote, sind die Geräte unter dem Strich durch die größere Stromersparnis in der Regel günstiger. Bedenken Sie, dass der Strompreis mittelfristig aller Voraussicht nach weiter steigen wird und Sie manche Geräte viele Jahre lang im Einsatz haben werden. Auch der Ersatz besonders alter Geräte zahlt sich meist schnell durch die Stromersparnis aus.


Bildquelle: stromeffiziens.de

Bewusst durch die Wohnung gehen

Achten Sie bei einem Rundgang durch Ihre eigene Wohnung einmal darauf, wie viele und welche Geräte an den Steckdosen hängen. Oft ziehen diese auch Strom, wenn sie nicht eingeschaltet sind. Überlegen Sie bei jedem Gerät, ob es wirklich Tag und Nacht an das Stromnetz angeschlossen sein muss. Wenn Sie mehrere Geräte an eine Steckdosenleiste gehängt haben, empfiehlt sich der Einsatz von Modellen mit Ein-/Ausschalter. Auf diese Weise trennen Sie bequem alle angeschlossenen Geräte per Knopfdruck vom Netz und müssen diese nicht einzeln ausschalten. Das gilt übrigens auch für Fernseher, DVD-Player und ähnliche Geräte mit Stand-by. Die ständige Bereitschaft kostet Strom – und damit Geld. Wer sich selbst davon überzeugen will: Für wenige Euro gibt es Strommesser zu kaufen, die zwischen die Steckdose und den Gerätestecker geschaltet werden. Sie zeigen umgehend an, wie viel Strom gerade durch die Leitung fließt. Viele Stromversorger leihen solche Geräte auch unentgeltlich an ihre Kunden aus.

Achten Sie außerdem auf Ihren Computer. Er gehört mittlerweile in den meisten Haushalten zu den Geräten, die täglich intensiv genutzt werden. Laptops sind sparsamer als Heim-PCs, aufgrund ihrer oftmals schwächeren Rechenleistung jedoch nicht für alle Einsatzzwecke geeignet. Schalten Sie den Rechner ab, wenn Sie ihn längere Zeit nicht verwenden. Grafisch aufwendige Bildschirmschoner beispielsweise sind heutzutage nicht nur von ihrer Funktion her überflüssig, sondern verbrauchen eine Menge zusätzlichen Strom.


Bildquelle: Initiative EnergieEffizienz / dena

Kühlen, Wärmen, Waschen, Kochen

Grundsätzlich ist bei den täglichen Arbeiten im Haushalt weniger mehr – zumindest was den Stromverbrauch betrifft. In den seltensten Fällen müssen alle Zimmer einer Wohnung auf konstante Wohlfühl-Temperatur geheizt werden. Wasser mit einem Wasserkocher zu erwärmen verbraucht nur einen Bruchteil der Strommenge, der beim Erhitzen auf der Herdplatte benötigt wird. Und effizientere Waschmittel und Waschmaschinen haben dazu geführt, dass es meistens nicht mehr der stromfressende 90-Grad-Kochwaschgang sein muss. Die meisten „Duftstoffe“ und Bakterien werden auch bei wesentlich geringeren Temperaturen entfernt. Der Verein „Verbraucher-Initiative“ weist jedoch darauf hin, dass eine Kochwäsche bei Menschen mit mikrobieller Haut- oder Darmerkrankung obligatorisch ist.

Nehmen Sie Hilfe in Anspruch

Energieberater gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Ihre Dienste sind vor allem dann empfehlenswert, wenn Sie eine größere Investition, beispielsweise eine Renovierung Ihrer Immobilie, ins Auge fassen. Achten Sie bei der Auswahl jedoch dringend auf Qualifikationen und Referenzen. Der Begriff „Energieberater“ ist – wie „Ökostrom“ übrigens auch – nicht geschützt und gesetzlich nicht verbindlich definiert. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an die örtliche Verbraucherzentrale. Sie bietet ein umfangreiches eigenes Angebot zur Energieberatung und kann Ihnen Adressen wichtiger Anlaufstellen geben.

Links zu weiteren hilfreichen Stromspar-Angeboten

Strom- und Gastarif-Vergleichsrechner von kwh-preis.de
Stromspar Ratgeber von kwh-preis.de
Stromspar Ratgeber von heizsparer.de
Stromspar-Tipps und –Ratgeber vom Umweltbundesamt
Energieberatung der Verbraucherzentralen

Übrigens: Solange die Energiewende noch nicht vollzogen ist, leisten Sie mit jeder auch noch so kleinen Stromersparnis einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Weitere Informationen

Strompreis-Dossier Übersicht
Strompreis-Dossier Teil 1: Die Strompreis Entwicklung bei Privathaushalten
Strompreis-Dossier Teil 2: Strompreis Zusammensetzung für Privathaushalte
Strompreis-Dossier Teil 3: Vergleich Strompreise Industrie und Privathaushalt
Strompreis-Dossier Teil 4: Sind die erneuerbaren Energien für den Preisanstieg verantwortlich
Strompreis-Dossier Teil 5: Strompreise im europäischen Vergleich
Strompreis-Dossier Teil 6: Die Strombörse und der Strompreis
Strompreis-Dossier Teil 7: Die wichtigsten Tipps zur Senkung des Strompreises

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