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Umweltminister sieht Deutschland als Vorreiter bei erneuerbaren Energien

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Umweltminister Norbert Röttgen sieht Deutschland in der Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien © Gerhardt Seybert, fotolia.com

In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ verteidigt Umweltminister Norbert Röttgen die rasche Entscheidung zur Energiewende in Deutschland. Obwohl sie schnell gefallen sei, habe man keine Politik aus dem Bauch heraus betrieben. Vielmehr habe sich ein breiter gesellschaftlicher Konsens abgezeichnet, der zu einer fundierten Entscheidung im Parlament geführt hätte. Röttgen sieht die Zukunft der Stromversorgung trotz aller Probleme positiv. Zum einen aufgrund der Innovationskraft und Wirtschaftsstärke, zum anderen aber auch, weil bei Fehlentwicklungen frühzeitig gegengesteuert würde. Den Strompreis bezeichnete der Umweltminister gegenüber der Zeitung als „stabil“.

Strompreis ist dank Förderkürzungen stabil

Ihm falle auf Anhieb kein anderes Land ein, das das vorgegebene Ziel der Energiewende in dieser Form erreichen könnte. Allerdings legte Röttgen Wert auf die Feststellung, dass Deutschland nicht klüger sei als andere Staaten. Vielmehr habe jedes Land seine eigene Historie und sein eigenes Konzept der Energieversorgung, das nicht einfach auf andere Nationen übertragen werden könne. Ähnlich äußerte er sich auf der Klausurtagung der CDU Rheinland-Pfalz. „Wenn ein Land in der Lage ist, diese Modernisierung zu leisten, dann sind wir das“, zitiert ihn der Mannheimer Morgen.

Die eine Frage ist das „ob“, aber mindestens ebenso wichtig für die Verbraucher ist das „wie“. Erst vor wenigen Wochen schlug wieder einmal eine Wirtschaftsvereinigung Alarm, dass steigende Energiepreise die deutschen Unternehmen massiv bedrohen würden – wir berichteten. Eine Sorge, die Röttgen in dieser Form offenbar nicht teilt. Der Strompreis sei stabil und die Fördersätze beim Solarstrom habe er aufgrund der Überförderung bereits zweimal gesenkt. Bei Biogas-Anlagen gebe es Fehlentwicklungen, doch seien diese erkannt und es würde gegengesteuert. Die erneuerbaren Energien sollten gefördert werden, bis sie ihre Marktreife erlangt hätten. Dass das nicht von einem Tag auf den anderen geht, klingt einleuchtend.

Klimaziel bleibt fest im Blick

Daher sieht der Umweltminister keinen Grund, an den Klimazielen der Bundesregierung zu rütteln. Bei der Reduzierung des Treibhausgases CO2 um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 sei man im Soll. Dazu passen die neuesten Zahlen zur deutschen Stromversorgung, die Röttgen am Dienstag verkünden konnte: Erstmals stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Stromverbrauch über 20 Prozent. Dies seien „Investitionen in eine zukunftsfähige Energieversorgung“.


Arbeitsplätze Branche erneuerbare Energien – Bildquelle Agentur für erneuerbare Energien

Darüber hinaus verwies er auf den positiven Effekt der Erneuerbaren auf den Arbeitsmarkt. Mittlerweile seien in der Branche 370.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Ob dies auch in Zukunft so bleibt, ist allerdings offen: Immer mehr asiatische Anbieter drängen mit konkurrenzlos billigen Preisen in den Markt. Die Produkte seien keine Nische mehr, so Röttgen, sondern Massenware. Daher seien Anpassungen unausweichlich und Firmenpleiten nicht auszuschließen. Der Markt müsse sich jedoch von alleine regeln, eine Dauersubvention sei ausgeschlossen.



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