Gasrechnung: Von Kubikmeter in Kilowattstunden

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Gasabrechnung: So funktioniert die Umrechnung von Kubikmeter in Kilowattstunde

Gas ist trotz Energiewende immer noch die Hauptquelle für Heizwärme und Warmwasser in Deutschland. Fast die Hälfte der deutschen Haushalte verfügt über einen Gasanschluss. Gerade in Mehrfamilienhäusern ist der fossile Brennstoff der Energieträger Nummer eins.

Gas-Kochfeld © Kristina Blokhin. stock.adobe.com
Gas-Kochfeld © Kristina Blokhin. stock.adobe.com

Wenn auch Ihr Zuhause durch Gas mit Wärme versorgt wird und Sie Ihre Heizung oder das warme Wasser aufdrehen, fängt sich der Gaszähler automatisch an zu drehen. Gezählt wird aber beim heimischen Zähler nicht in kWh, wie es am Ende auf der Rechnung steht, sondern in m3. Warum das so ist und wie sie aus den Angaben schlau werden, verraten wir Ihnen im folgenden Artikel.

Erdgas ist nicht gleich Erdgas: Gasvolumen und enthaltene Energie

Ihr Gaszähler misst die Menge an zugeführtem Gas in Kubikmeter. Damit verrät Ihnen die Angabe, wie viel Volumen Erdgas Sie im Laufe des Jahres verbraucht haben. Da Erdgas aber nicht gleich Erdgas ist, können Sie vom Volumen nicht automatisch auf die zugeführte Energiemenge schließen. Das klingt womöglich erst einmal kompliziert, ist aber für Sie als Verbraucher sehr wichtig, weil Sie immer nur die Energiemenge bezahlen, nicht aber das Volumen des Gases, dessen enthaltene Energiemenge je nach Qualität und Region sehr stark schwanken kann.

Erdgas: Ein fossiler Brennstoff der relativ sauber ist
Erdgas: Ein fossiler Brennstoff der relativ sauber ist

Die Qualitätsschwankungen sind der Tatsache geschuldet, dass es sich bei Erdgas um ein Naturprodukt handelt. Je nach Förderungsstandort variiert der Anteil an enthaltenem Methan, das für den Energiegehalt verantwortlich ist. In Deutschland wird die Erdgas-Qualität in zwei Kategorien eingeteilt:

So genanntes L-Gas (low calorific gas) weist einen geringen, H-Gas (high calorific gas) einen hohen Energiegehalt auf. Da L-Gas mehr Stickstoff und Kohlenstoffdioxid als Methan enthält, wird mit diesem in der Praxis weniger als 10 kWh erreicht. Das methanreiche H-Gas punktet hingegen mit einer Energiemenge von mehr als 10 kWh. Bis zum Herbst 2029 sollen sämtliche deutsche Gasnetze auf den Betrieb mit H-Gas umgestellt werden. Ab 2030 erhalten Gaskunden damit ausschließlich H-Gas, womit sich das benötigte Volumen automatisch verringert.

H-Gas und L-Gas: Bis 2030 werden alle Haushalte auf H-Gas umgestellt
H-Gas und L-Gas: Bis 2030 werden alle Haushalte auf H-Gas umgestellt.

Für einen groben Überblick über das verbrauchte Gas können Sie das angezeigte Volumen auf dem Gaszähler mit dem Faktor 10 multiplizieren. So erhalten Sie einen Richtwert, aber aufgrund der verschiedenen Gasqualitäten keinen genauen Wert über das verbrauchte Gas in kWh. Im nächsten Absatz erfahren Sie, wie Sie eine genaue Umrechnung vornehmen können.

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Exakte Umrechnung: Qualität und regionale Faktoren

Wenn Sie wissen möchten, wie hoch Ihr Gasverbrauch in kWh ist, können Sie unseren Gasverbrauch-Umrechner nutzen. Dieser berücksichtigt alle Faktoren für eine exakte Bestimmung der verbrauchten Energie. Um diesen nutzen zu können, benötigen Sie neben dem verbrauchten Volumen, das Sie auf dem Zähler finden, auch den Brennwert und die Zustandszahl. Beide Angaben finden Sie auf der letzten Gasrechnung.

Die Umrechnung erfolgt mit folgender Formel: Verbrauch in m³ x Brennwert x Zustandszahl = Energie in kWh.
Energiekosten © digitalpress, fotolia.com
Gasverbrauch umrechnen

Rechnen Sie hier Ihren Gasverbrauch um: Von kWh zu m3 oder umgekehrt. Einfach Ihren Verbrauch eingeben und auf umrechnen klicken.… weiterlesen

Brennwert: Faktor für die Qualität des Erdgases

Der Brennwert von Erdgas kann stark variieren. Wer mit Erdgas versorgt wird, das einen geringen Brennwert hat, benötigt mehr Volumen an Erdgas. Ein Brennstoff mit einem höheren Brennwert versorgt Sie hingegen mit viel Energie, was das Volumen des benötigten Gases verringert. Bei L-Gas, das einen Methangehalt von unter 87 Prozent aufweist, variiert der Wert zwischen 8,4 und 11,2, bei H-Gas, liegt der Wert zwischen 10 und 13,1 kWh pro Kubikmeter.

Wenn Sie also im Winter die Heizung tagsüber einschalten, um Ihr Zuhause aufzuheizen, benötigen Sie je nach Brennwert eine unterschiedliche Menge an Erdgas. Die Energie, die auf der Rechnung in kWh angegeben wird, ist aber die Gleiche, was eine faire Abrechnung garantiert.

Zustandszahl: Wie kommt das Erdgas bei Ihnen an?

Neben der Qualität haben auch andere Faktoren Einfluss auf die Energiemenge, die tatsächlich in Ihrem Zuhause ankommt. Um Faktoren, wie Höhenlage, Luftdruckschwankungen und Temperatur, zusammenzufassen, nutzen Gasanbieter die sogenannte Zustandszahl.

Diese gibt das Verhältnis zwischen dem Gasvolumen im Normzustand und dem im Betriebszustand an. Im Normzustand beträgt die Temperatur 273,15 Grad, was bei einer Umgebungstemperatur von 0° Celsius gegeben ist, der Luftdruck 1013,25 Millibar, was dem Druck auf Meereshöhe entspricht. Die Zustandszahl wird auch Z-Zahl genannt. Sie können diese genau wie den Brennwert entweder Ihrer letzten Rechnung entnehmen oder beim Energieanbieter erfragen.

Die Gasrechnung verstehen
Die Gasrechnung verstehen

Gasverbrauch vergleichen und ggf. reduzieren

Wenn Sie sich nun einen Überblick über Ihren Gasverbrauch verschafft haben, ist es sinnvoll diesen mit dem Durchschnittsverbrauch in deutschen Haushalten zu vergleichen.

Pro Quadratmeter Wohnfläche fallen im Durchschnitt 140 kWh Wärmeenergie im Jahr an. Bei 50 Quadratmeter Wohnfläche wären das also 7.000, bei 90 Quadratmeter Wohnfläche 12.600 kWh.

Bei größeren Wohnungen und Häusern ist der Verbrauch sogar etwas höher. So verheizen Menschen, die auf 120 Quadratmetern Wohnfläche leben, etwa 18.000 kWh. Die Personenzahl der im Haus oder in der Wohnung lebenden Menschen hat nur geringen Einfluss auf die verbrauchte Wärme, da die Räume in jedem Fall geheizt werden müssen. Mit einer höheren Anzahl an Haushaltsmitgliedern steigt nur der Bedarf an Warmwasser an.

Gasrechnung © blende11.photo, fotolia.com
Gasrechnung © blende11.photo, fotolia.com

Sollte Ihr Gasverbrauch deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegen, können Sie zum einen unsere Tipps zum Heizkosten Sparen befolgen. Auch der Vergleich von Gasanbietern (Verlinkung) lohnt sich. Mit einem günstigen Gasversorger erhalten Sie die verbrauchten kWh zu einem kleineren Preis. Wenn Sie im Eigenheim leben, ist es zudem überlegenswert, auf ein effizienteres Energiesystem umzusteigen oder die Optimierung von Fassade und Fenstern vorzunehmen. Gerade unsanierte Gebäude verbrauchen eine hohe Menge an Energie, da viel Heizungswärme im Winter ungenutzt nach draußen entweicht. Wenn Sie die Energieeffizienz Ihrer Heizungsanlage erhöhen und auf nachhaltige Energiequellen setzen, investieren Sie in Ihre eigene und in unser aller Zukunft!

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