Elektroheizung: Aus Strom wird Wärme
Elektroheizungen werden mit Strom betrieben und verwandeln ihn in Wärme. Es gibt verschiedene Systeme, die in der Vergangenheit teilweise sogar finanziell gefördert wurden. Mittlerweile muss man Elektroheizungen weitaus kritischer betrachten, da sie sehr teuer werden können – sowohl für ihren Besitzer als auch für die Umwelt.
Das Wichtigste in Kürze
- Nachtspeicherheizungen sind nicht verboten – das für 2020 geplante Aus wurde 2013 wieder gestrichen.
- In bestehende Wohngebäude darf eine Stromdirektheizung nur, wenn der Wärmeschutz die Anforderungen um 30 Prozent unterschreitet.
- Die Anschaffung ist günstig, die Betriebskosten sind der Knackpunkt: Strom kostet ein Vielfaches von Gas.

Dies gilt insbesondere für Niedertarif- bzw. Nachtspeicherheizungen. Solche Heizungen verfügen über einen Wärmespeicher und laden sich in den vertraglich festgelegten Niedertarifzeiten, meist nachts, mit einem gesonderten Stromtarif auf. Tagsüber geben sie dann die Wärme ab, ohne auf den teureren Hochtarif zurückgreifen zu müssen. Ob der Tarif insgesamt günstiger ist, entscheidet sich erst mit Grundpreis, Messentgelt und dem Anteil des Hochtarifs. Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema Nachtstrom.

Neben den Nachtspeicherheizungen gibt es weitere Heizungssysteme, die Strom in Wärme umwandeln. Dazu gehören beispielsweise Infrarot- und Naturstein- bzw. Marmorheizungen. Infrarotheizungen senden Strahlen im Infrarot-Bereich aus. Treffen die Strahlen auf Gegenstände, erwärmen sich diese und heizen den Raum damit indirekt. Hinzu kommt die ausgestrahlte Wärme der Heizung selbst, die auch in einigen Metern Entfernung noch zu spüren ist. Hersteller solcher Anlagen werben damit, dass das Raumklima durch die indirekte Erwärmung sehr viel angenehmer ist als bei anderen Heizungsarten. Natursteinheizungen dagegen bestehen aus einer Steinplatte, die mittels Strom erwärmt wird und die Wärme dann in den Raum abgibt.
Drei typische Bauarten im Überblick
Elektroheizungen unterscheiden sich weniger im Wirkungsgrad als im Einsatzzweck. Diese drei Bauarten sind im Handel verbreitet.
NachtspeicherheizungBestandstechnik
Lädt einen Wärmespeicher in der Niedertarifzeit auf und gibt die Wärme über den Tag ab.
Geeignet fürGebäude, in denen die Anlage bereits vorhanden ist und weiterbetrieben werden soll
InfrarotheizungEinzelraum
Erwärmt über Strahlung Flächen und Gegenstände im Raum statt der Raumluft.
Geeignet fürSelten genutzte Räume, Bad, Gästezimmer, Hobbyraum, Übergangszeit
Naturstein- oder MarmorheizungSpeichernd
Eine elektrisch beheizte Steinplatte speichert Wärme und gibt sie verzögert an den Raum ab.
Geeignet fürWohnräume mit gleichmäßigem Wärmebedarf als Ergänzung zur Hauptheizung

Auch die herkömmliche Glühlampe wandelt Strom mehr in Wärme als in Licht um. Aufgrund der niedrigen Effizienz wurde ihr Verkauf als Lichtquelle von der EU schrittweise verboten, da rund 95 Prozent der zugeführten Energie nicht in Licht, sondern in Wärme umgewandelt werden. Zwei findige Ingenieure hatten daraufhin die satirische Idee, die Glühbirnen als Kleinheizelemente zu deklarieren und den Spieß somit umzudrehen: Die so genannten „Heatballs“ wären mit einem Wirkungsgrad von 95 % als Wärmequelle hocheffizient. Ein von der Bezirksregierung Köln angefordertes Gutachten kam jedoch zu dem Schluss, dass „Heatballs“ nach wie vor Glühbirnen sind und daher in Deutschland nicht verkauft werden dürfen.
Was das GModG für neue Stromdirektheizungen vorschreibt
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die Stromdirektheizung ist darin ausdrücklich als zulässige Option beim Heizungstausch genannt – aber mit einer Hürde: In ein bestehendes Wohngebäude darf sie nach § 46 GModG nur eingebaut werden, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz um mindestens 30 Prozent unterschreitet, also deutlich besser gedämmt ist als gefordert. Ausgenommen sind Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, sowie der Austausch einer bereits vorhandenen Einzelraum-Stromdirektheizung. Ob die 30-Prozent-Schwelle erfüllt ist, muss für das konkrete Gebäude geprüft werden. Außerhalb der beiden Ausnahmen kommt man bei einem ungedämmten Altbau an einer energetischen Sanierung nicht vorbei.
Kosten und Wirtschaftlichkeit von Elektroheizungen
Die Anschaffungskosten für Elektroheizungen hängen sehr davon ab, wie gut das Gebäude gedämmt ist und wie viel Raum geheizt werden muss. Für ein Einfamilienhaus hängen die Anschaffungskosten einer Stromheizung von Bauart, Leistung, Stückzahl, Elektroinstallation und Montage ab. Natürlich ist es auch möglich, lediglich einzelne Räume mit einer Infrarot- oder anderen Elektroheizungen zu bestücken. Einberechnet werden müssen auch die Kosten für die Installation der Elektroheizung sowie gegebenenfalls eine zusätzliche Messstelle für Heizstrom. Bei getrennter Messung trennt sie den Heizstrom vom Haushaltsstrom; dafür fällt ein eigenes Messentgelt an. Alternativ kann ein Doppeltarifzähler Haushalts- und Heizstrom in einer Messstelle erfassen.

Für die Betriebskosten für eine Elektroheizung ist darüber hinaus der passende Stromtarif entscheidend. Viele regionale Grundversorger bieten noch spezielle Nachtstromtarife an, die für Besitzer von Nachtspeicherheizungen gedacht sind. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da solche Zweizonentarife nicht unbedingt billiger sind als ein günstiger Einheitstarif.
Bei den Netzentgelten gilt für Nachtspeicherheizungen eine Sonderregel: Sie zählen zu den steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG, für sie behalten die bisherigen Regelungen dauerhaft Bestand. Die neuen Netzentgelt-Module, die für Wärmepumpen, Wallboxen und Stromspeicher gelten, sind für sie nicht vorgesehen. Für andere Bestandsanlagen mit vereinbarter Steuerung endet der Bestandsschutz dagegen am 31. Dezember 2028. Die vielzitierte Schwelle von 4,2 Kilowatt Netzanschlussleistung steht übrigens nicht im Gesetz, sondern in einer Festlegung der Bundesnetzagentur.
Ein Strom Tarifvergleich kann ein Einsparpotenzial aufzeigen und lässt sich auch auf bestimmte Stromtarife, beispielsweise für Ökostrom, beschränken. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an kleineren Anbietern, die den Strombedarf ihrer Kunden flexibel am freien Markt decken. Große Energiekonzerne sind oftmals durch langfristige Verträge gebunden. Dies hat in der Vergangenheit nicht selten zu Preiserhöhungen geführt, obwohl der Beschaffungspreis gesunken ist. Wie schnell ein Anbieter Preisänderungen weitergibt, hängt allerdings von seiner Beschaffungsstrategie ab, nicht von seiner Größe; vergleichen Sie deshalb den Gesamtpreis einschließlich Grundpreis, Messentgelt, Laufzeit, Preisgarantie und Boni.
Halten sich die Anfangsinvestitionen für eine Stromheizung noch in Grenzen, so sollte man nicht vergessen, dass die laufenden Kosten einer Elektroheizung vom Strompreis abhängig sind. Die BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026 weist für einen Musterhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch einen Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde aus – gerechnet auf den Durchschnitt der verfügbaren Tarife. Dieser schwankt regional und je nach Tarif erheblich, auch wenn einzelne Bestandteile wie die EEG-Umlage entfallen sind und Stromkosten womöglich kurzfristig sinken. Rechnen Sie deshalb mit Ihrem konkreten Arbeitspreis, Grundpreis und Messentgelt statt mit einem unterstellten Preisverlauf. Darüber hinaus ist die Erzeugung von Strom in vielen Fällen nach wie vor sehr aufwendig. In fossilen Kondensationskraftwerken verpuffen bis zu zwei Drittel der eingesetzten Energie. Für die Umweltbilanz zählt am Ende aber vor allem, wie viel Strom die Heizung braucht und was die Alternative wäre: Eine Wärmepumpe holt aus derselben Kilowattstunde ein Mehrfaches an Wärme.
Kurz gefragt
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Umweltverträglichkeit von Elektroheizungen
Viel wurde geschrieben über die Umweltverträglichkeit von Elektroheizungen, und oft genug Gegensätzliches. Dies hängt unter anderem damit zusammen, welche Interessen im Einzelnen vertreten werden. Machen Sie sich ein umfassendes und möglichst unabhängiges Bild, bevor Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Elektroheizung treffen. Besonders steht natürlich die Frage im Raum, welche Quellen für die Stromerzeugung genutzt werden – fossile Brennstoffe oder erneuerbare Energien?

Insbesondere von Herstellerseite wird oftmals darauf verwiesen, dass Elektroheizungen ökonomisch und ökologisch nach wie vor vertretbar sind, insbesondere dann, wenn Strom aus regenerativen Energiequellen genutzt wird. Von Vorteil ist, dass Elektroheizungen auch mit anderen Heizsystemen kombiniert werden können und mobil einsetzbar sind. In Verbindung mit einem schlüssigen Gesamtenergiekonzept und einem Heizsystem, das sich aus regenerativen Energiequellen speist, kann die Ökobilanz von Stromheizungen beträchtlich verbessert werden.
Verbraucher- und Umweltschützer weisen auf der anderen Seite immer wieder darauf hin, dass Strom viel zu kostbar ist, um damit Heizungsanlagen zu betreiben. Sie seien in der Regel zu teuer und viel zu ineffizient. Der Strombedarf einer Elektroheizung kann durchaus das Mehrfache anderer Heizsysteme betragen. Vereinzelt wurde den großen Stromkonzernen sogar vorgeworfen, Elektroheizungen intensiv zu bewerben, um die Stromnachfrage weiter in die Höhe zu treiben.
Drei hartnäckige Irrtümer zur Elektroheizung
Zusammenfassung wichtiger Faktoren zur Elektroheizung
Faktoren | Elektroheizung |
|---|---|
| Anschaffungskosten | 5.000-12.000 € als grobe Orientierung; stark abhängig von Bauart, Heizlast und Montage |
| Betriebskosten | Nur mit Heizwärmebedarf, Strompreis sowie Grund- und Messentgelten belastbar berechenbar |
| Umweltverträglichkeit | Hoher Strombedarf; die Bilanz hängt am Strommix und am Vergleichssystem |
| Zukunftssicherheit | Kein Betriebsverbot für Nachtspeicherheizungen; für neue Stromdirektheizungen im Bestand gilt § 46 GModG |
| Fördermittel | Als BEG-Einzelmaßnahme sind Elektro-Direktheizungen nicht förderfähig; regionale Angebote können abweichen |
| Vorteile | # Geringe Investitionskosten # In Einzelräumen einsetzbar # Vereinzelt verbilligte Nachtstromtarife |
| Nachteile | # Für die Raumheizung hoher Strombedarf im Vergleich zu Wärmepumpen # Hohe Betriebskosten # Betriebskosten hängen direkt am Strompreis |
Alle Angaben stellen Richtwerte dar und beruhen auf eigenen Recherchen und Berechnungen. Die tatsächlichen Kosten können, abhängig von Ihrer individuellen Wohnsituation und den baulichen Gegebenheiten vor Ort, erheblich von den obigen Beträgen abweichen. Weitere, regionale Fördermöglichkeiten sind unter Umständen verfügbar.
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