Pelletheizung

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Grundlagen der Pelletheizung

Besonders im Winter wärmt bereits die Vorstellung von einem knisternden Kaminfeuer in der eigenen Wohnung, während draußen vor dem Fenster dicke Schneeflocken herunterschneien. Ein Grund hierfür mag sein, dass die Verfeuerung von Holz zur Wärmeerzeugung weit in die Vergangenheit der Menschheitsgeschichte zurückreicht. In den letzten 500.000 Jahren hat sich einiges auf diesem Gebiet getan – heute stehen dem modernen Hausbesitzer verschiedene effiziente Holzheizungs-Systeme zur Verfügung, von denen unsere Vorfahren nur träumen konnten.

Pellets © Zihe, fotolia.com
Pellets © Zihe, fotolia.com

Zu unterscheiden sind die Systeme unter anderem nach der Art und Form des Rohstoffes, der verbrannt wird, beispielsweise ganze Holzscheite, Holzhackschnitzel oder auch Holzpellets. Darüber hinaus eignen sich Holzheizungen sowohl zur Erwärmung einzelner Räume als auch als Zentralheizung. Das Grundprinzip hat sich dabei nie verändert. Durch die Verbrennung von Holz entsteht Wärme, die zum Heizen genutzt wird. Allerdings gibt es einige Unterschiede in der Technik, wie diese Wärme genutzt wird.

Für die Verbrennung von Stückholz benötigt man einen entsprechend geeigneten Kessel, in der Regel aufgrund seiner positiven Verbrennungseigenschaften einen Holzvergaser-Kessel. Er wird mit den Holzscheiten befüllt und verbrennt diese anschließend. Die entstehende Wärme wird entweder direkt zur Heizung benutzt oder gespeichert, um sie dann bei Bedarf abrufen zu können. Als Träger- und Speichermedium wird üblicherweise Wasser benutzt, da es leicht zu handhaben ist. Ein so genannter Pufferspeicher sollte bei der Anschaffung auf jeden Fall berücksichtigt werden, um die Anlage wirtschaftlich zu betreiben und eventuelle Überkapazitäten nicht sinnlos zu verfeuern.

Holzpelletkessel haben den Vorteil, dass sie sich automatisch mit Nachschub versorgen. Die Holzpellets werden bei Bedarf angesaugt oder über andere Transport-Systeme in den Kessel befördert. Der Begriff Pellet bedeutet in etwa „Kügelchen“ oder „Stäbchen“. Pellets haben einige Vorteile gegenüber Stückholz. Die Kugeln werden oftmals aus Sägemehl, Holzspänen oder anderen Abfallprodukten gewonnen. Durch die industrielle Verarbeitung können sie in normierte Formen und Größen gebracht werden, was für die reibungslose Verwendung in den Holzpelletheizungen wichtig ist. Darüber hinaus entstehen weniger schädliche Gase bei der Verbrennung. Die Verbrennung wird automatisch von der Elektronik gesteuert.

Holzpelletheizung © Agentur für Erneuerbare Energien
Holzpelletheizung © Agentur für Erneuerbare Energien
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Kosten und Wirtschaftlichkeit einer Holz bzw.Pelletheizung

Die Anschaffungskosten einer Holzheizung sind, zumindest sofern sie als Zentralheizung eingesetzt werden soll, recht hoch. Allein für einen Holzvergaser- oder Holzpelletkessel ist ein Betrag im oberen vierstelligen Bereich zu veranschlagen. Zusammen mit einem Pufferspeicher, der Montage und eventuellen weiteren Anschaffungskosten wie einer Abgasleitung und Rohrleitungen können also durchaus 10.000 bis 15.000 Euro fällig werden.

Hinzu kommen die laufenden Kosten für das Brenngut, das man, ähnlich wie bei Ölheizungen, im Voraus einkaufen muss. Ein Restrisiko bleibt bestehen, da man möglicherweise zu viel oder zu wenig Holz einkauft. Der benötigte Platzbedarf spielt bei geräumigen Häusern eine kleinere Rolle, sollte aber in kleinen Gebäuden ebenfalls in die Kostenkalkulation einfließen, da der Platz nicht mehr für andere Zwecke genutzt werden kann. Hinzu kommen Kosten für den Transport des Holzes sowie für die Wartung und den Kaminkehrer.

Pellets Kosten © Zihe, fotolia.com
Pellets Kosten © Zihe, fotolia.com

Vorteilhaft wirkt sich aus, dass der Holzpreis relativ konstant ist und somit einen Ausstieg aus der Preisspirale bei Öl und Gas ermöglicht. Die jährlich aufzuwendenden Kosten für Scheitholz oder Pellets betragen derzeit im Schnitt etwa 600 bis 900 Euro für ein Einfamilienhaus. Wer einen eigenen Garten besitzt, findet möglicherweise die Idee verlockend, einfach eigenes Holz in den Ofen zu werfen. Allerdings muss das Holz bestimmte Anforderungen, beispielsweise bezüglich seiner Feuchte, erfüllen. Da die Vorgaben regional unterschiedlich geregelt sind, sollte man sich im Vorfeld bei seiner Gemeinde hinsichtlich eventueller Einschränkungen erkundigen. Behandelte Hölzer dürfen wegen der Entstehung giftiger Gase und Verbrennungsprodukte auf keinen Fall verwendet werden. Diese können bei einer Überprüfung durch den Kaminkehrer auch noch nachträglich nachgewiesen werden.

Moderne Holzheizungen erreichen einen durchschnittlichen Wirkungsgrad von über 90 Prozent und nutzen das Energiepotenzial des eingesetzten Rohstoffes Holz damit sehr effizient aus. Da Holz nachwächst und somit zu den regenerativen und umweltfreundlichen Energiequellen zählt, werden von der Bundesregierung verschiedene Fördermöglichkeiten für die Anschaffung einer Holzheizung angeboten. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier.

Umweltverträglichkeit von Pelletheizungen bzw Holzheizungen

Die Meinungen über die Umweltverträglichkeit von Holzheizungen gehen auseinander. Durch den Fortschritt der Technik bewegen sie sich jedoch in die richtige Richtung. Holz als natürliche und nachwachsende Ressource ist ohnehin umweltfreundlich. Auch die Verbrennung läuft CO2-neutral ab, da nur die Menge an Kohlendioxid wieder freigesetzt wird, die die Bäume zu einem früheren Zeitpunkt an sich gebunden haben. Trotzdem ist die Technologie nicht ganz CO2-frei, da beispielsweise beim Transport des Brennguts geringe Mengen des klimaschädigenden Gases anfallen. Verwendet man Brennstoff aus Holzabfällen, so vermeidet man unnötigen Holzverbrauch. Auch der Wirkungsgrad ist bei modernen Anlagen sehr viel höher als bei vergleichbaren Öl- oder Gasheizungen.

Problematisch ist allerdings die Entstehung von gesundheitsschädlichen und/oder umweltschädigenden Verbrennungsprodukten wie beispielsweise Ruß und Feinstaub. Bereits 2005 verursachte die private und gewerbliche Holzverbrennung etwa 13 % der Feinstaubemissionen in Deutschland, etwa genauso viel wie der Straßenverkehr im gleichen Zeitraum. In den letzten Jahren dürfte dieser Wert aufgrund der weiter steigenden Verbreitung von Holzheizungen sogar noch angestiegen sein. Mit entsprechenden Filtern und der Verwendung von geeignetem Rohmaterial lassen sich die Schadstoffausstöße reduzieren. Sie liegen ohnehin weit unter den gesetzlichen Bestimmungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG bzw. BImSchV), allerdings in der Regel über jenen von Öl- oder Gasheizungen.

Zusammenfassung wichtiger Faktoren zur Holz/ Pelletheizung


Faktoren

Holz/Pelletheizung
Anschaffungskosten 10.000-15.000 €
Betriebskosten 800-1.200 € (Einfamilienhaus 100qm)
Umweltverträglichkeit Mäßig bis gut, abhängig von Anlagentechnik. Wenig CO2-Ausstoß, aber Emission von schädlichen Verbrennungsprodukten
Zukunftssicherheit Zukunftssicher. Moderne Anlagen erreichen Wirkungsgrade von über 90 % und Holz ist eine regenerative Energiequelle
Fördermittel # KfW-Programme zur energieeffizienten Sanierung & Wohnraummodernisierung
# BAFA-Förderung von ausgewählten Holzheizungen in Bestandsbauten
Vorteile # Unabhängigkeit von Energieversorgern
# Holz-/Pelletpreis ist relativ konstant
# Große Modellvielfalt vom Kamin bis zum Kachelofen
Nachteile # Kostspielige Anschaffung
# Vorratslagerung von Holz/Pellets in eigenem Lagerraum nötig
# Nicht jedes Holz kann/darf verwendet werden

Alle Angaben stellen Richtwerte dar und beruhen auf eigenen Recherchen und Berechnungen. Die tatsächlichen Kosten können, abhängig von Ihrer individuellen Wohnsituation und den baulichen Gegebenheiten vor Ort, erheblich von den obigen Beträgen abweichen. Weitere, regionale Fördermöglichkeiten sind unter Umständen verfügbar.

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