Heizkosten senken: 30 wertvolle Tipps in der Übersicht
Wir haben 30 Tipps zum Gas sparen und Heizkosten senken für Sie zusammengestellt. Wer seine Heizkosten senkt, der kann seine Haushaltskasse entlasten und gleichzeitig die Umwelt schonen. In Zeiten steigender Energiepreise und dem Streben nach höherer Energieeffizienz lohnt sich das Sparen doppelt. Und dabei müssen es nicht unbedingt teure Modernisierungen oder Investitionen sein. Oft bewirken schon kleine Veränderungen bei den Heizgewohnheiten viel. Die wichtigsten Sofort-Maßnahmen speziell für Haushalte mit Gasheizung bündelt zusätzlich unser Ratgeber Gas sparen im Haushalt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die wirksamsten Hebel kosten nichts: Raumtemperatur um ein Grad senken (rund sechs Prozent Ersparnis), stoßlüften, Heizkörper freihalten.
- Gut zwei Drittel des Energieverbrauchs im Haushalt entfallen auf die Raumwärme – hier lohnt jedes eingesparte Grad am meisten.
- Kleine Investitionen wie Dichtungen, Rohrdämmung und programmierbare Thermostate zahlen sich meist schnell aus.

Welche Tipps passen zu Ihnen?
30 Tipps sind viel – so finden Sie schneller die passenden.
WennSie wohnen zur Miete und wollen sofort sparen
Dann Tipps 1 bis 12: Temperatur, Lüften, Türen
Viele dieser Maßnahmen lassen sich ohne große Investition umsetzen – die Wirkung beginnt mit dem nächsten Heiztag.
WennSie mögen kleine Heimwerker-Projekte
Dann Tipps 13, 14, 18, 19 und 21: kleine Dämmmaßnahmen
Fenster und Türen abdichten, Rollladenkästen, Heizkörpernischen und Rohre dämmen – Material gibt es günstig im Baumarkt.
WennSie haben eine eigene Heizungsanlage
Dann Tipps 15, 16, 24 und 27: Anlage im Griff
Entlüften, Wartung, Nachtabsenkung und der Tausch einer alten Heizungspumpe holen aus der bestehenden Technik heraus, was geht.
WennSie planen Sanierung oder Neubau
Dann Tipps 20, 22, 23, 28 und 30: Investieren
Dämmung von Fassade, Keller und Kellerdecke, Solarthermie fürs Warmwasser und moderne Baustoffe wirken dauerhaft am stärksten.
Tipps zum Gas sparen und Heizkosten senken
1. Heiztemperaturen senken
Gut zwei Drittel des Energieverbrauchs im Haushalt entfallen laut Umweltbundesamt auf die Raumwärme. Wer Heizenergie sparen möchte, sollte daher bestimmte Regeln bei der Zimmertemperatur beachten, denn jedes Grad weniger bedeutet eine Ersparnis von circa sechs Prozent. Im Wohnzimmer sind rund 20 Grad ausreichend, in Küche und Schlafzimmer genügen 18 Grad. Das Kinderzimmer darf auch 22 Grad warm sein. Im Bad ist eine Temperatur von 23 Grad angenehm. Flure und wenig genutzte Räume sollten während der Heizperiode nicht dauerhaft unter etwa 16 Grad auskühlen.

2. Heiztemperatur richtig einstellen
Die Zahlen auf dem Thermostat sind nur Richtwerte und können je nach Modell abweichen: Stufe 3 entspricht meist etwa 20 Grad, Stufe 2 etwa 16 Grad. Für wenig genutzte Räume ist Stufe 2 ein sinnvoller Ausgangspunkt, damit sie nicht zu stark auskühlen. Im Bad kann je nach gewünschter Temperatur eine Einstellung zwischen Stufe 3 und 4 passen.

3. Nicht zu kühl
Übertreiben Sie es nicht mit dem Sparen: Räume sollten in der Heizperiode nicht dauerhaft auskühlen. Für selten genutzte Wohn- und Schlafräume sind mindestens 16 bis 18 Grad ein sinnvoller Richtwert; bei schlechter Dämmung kann mehr nötig sein. Sonst steigt das Risiko, dass Feuchtigkeit an kalten Oberflächen kondensiert und Schimmel entsteht.

4. Nicht zu warm
Auch übermäßiges Heizen kann schaden – und nicht nur dem Portemonnaie. Die Luftfeuchtigkeit im Raum sinkt ab, wenn die Heizung stetig bei voller Leistung arbeitet. Die trockene Luft macht wiederum anfällig für Erkältungen und Erkrankungen der Atemwege, Binde- und Schleimhäute und der Haut.
5. Urlaubszeit – wie heizen?
Wer verreist, sollte die Heizung nicht vollständig herunterfahren, sondern auf niedriger Temperatur weiterlaufen lassen. Etwa 16 Grad Celsius sind hier ein Richtwert. Wer nur ein bis zwei Tage weg ist, senkt die Temperatur am besten nur leicht ab.
6. Kühle Räume geschlossen halten
Bei Räumen, die weniger beheizt werden, wie zum Beispiel das Schlafzimmer, sollten die Türen geschlossen bleiben. Sonst werden Räume angewärmt, die eigentlich kühl bleiben sollen. Zudem kann sich an den Außenwänden des kühleren Raumes Kondenswasser bilden, wenn Raumfeuchtigkeit aus wärmeren Zimmern eindringt. Aus diesem Grund sollten Schlafzimmer morgens gelüftet werden, damit die Feuchtigkeit, die während des Schlafens entsteht, abziehen kann.

7. Programmierbare Thermostate nutzen
Programmierbare Thermostate bieten Wärme nach Bedarf. Durch die eingebaute Elektronik wird exakt auf die Minute geregelt, zu welcher Tageszeit die Temperatur steigen und zu welcher Uhrzeit sie wieder herunterfahren soll. Nachts wird die Gradzahl durch die Schaltuhr gesenkt, tagsüber heraufgefahren. Verbraucher können so für jeden Raum individuelle Heizzeiten einstellen. Auch täglich wechselnde Zeiten können genau einprogrammiert werden.

8. Heizkörper nicht zustellen
Heizungen sollten nicht hinter dicken Polstermöbeln oder Sesseln versteckt werden, da so die erwärmte Luft nicht ausreichend zirkulieren kann. Gleiches gilt für Gardinen, schwere Vorhänge oder Holzverkleidungen. Auch sie sollten die Heizung und Thermostatventile nicht verdecken.

9. Richtig lüften
In einem Vierpersonenhaushalt gelangen täglich etwa zwölf Liter Feuchtigkeit durch Atmen, Duschen, Kochen und Waschen in die Raumluft. Lüften Sie daher mehrmals täglich kurz und kräftig, nach Duschen, Kochen und dem Schlafen zusätzlich nach Bedarf. Im Winter reichen meist fünf bis zehn Minuten bei weit geöffneten Fenstern; Querlüften beschleunigt den Luftaustausch. Drehen Sie die Heizkörper währenddessen herunter.

10. Keine gekippten Fenster
Dauerlüften, zum Beispiel mit gekippten Fenstern, ist nicht empfehlenswert. Zum einen kann sich der Austausch der Luft dann bis zu 75 Minuten in die Länge ziehen, also ungleich länger als beim Stoßlüften. Zum anderen kühlen die Wände stark aus, wodurch die Schimmelgefahr steigt. Und wenn dann noch die Heizung auf vollen Touren läuft, ist das Energieverschwendung pur.

11. Lüftungsklappen anbringen
Für eine bessere Luft in Räumen bietet sich auch an, nachträglich an Fensterflügeln Lüftungsklappen anzubringen.

12. Nachts Fenster schließen
Um die Wärme im Haus zu halten, sollte man über Nacht Fenster, Rollläden und Fensterläden geschlossen halten und erst am Morgen gut durchlüften.

13. Fenster abdichten
Dringt Zugluft durch Fenster ein, so sollten sie dringend abgedichtet werden. Auch die beste Doppelverglasung nützt nämlich nichts, wenn gleichzeitig die Fenster nicht richtig schließen und durch Ritze Kaltluft hereinströmt. Benutzen Sie passendes Dichtmaterial wie Isolierbänder! Diese lassen sich leicht aufkleben. Wie viel sich damit sparen lässt, hängt vom Zustand der Fenster ab – mehr dazu im Ratgeber Fenster und Türen richtig isolieren.

14. Türen abdichten
Auch bei undichten Türen helfen Schaumstoffstreifen, die rundherum angeklebt werden müssen. Bei Glattböden sollten Türen mit einer Bürstendichtung versehen werden. Diese wird am Türblatt angebracht. Bodendichtungen mit Druckfedern oder Magneten können ebenso dienlich sein. Auch Zugluftstopper, die man vor die Tür legt, helfen, kalte Luft auszusperren.

15. Heizkörper entlüften
Wenn Heizkörper gluckernde Geräusche machen oder trotz aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm werden, kann Luft im Heizkörper die Ursache sein. Dann hilft Entlüften; bei wiederkehrenden Problemen oder Unsicherheit wenden Sie sich an Hausverwaltung oder Fachbetrieb. Wie das Entlüften Schritt für Schritt geht, zeigt der Ratgeber Heizung entlüften.

16. Heizungsanlage regelmäßig warten lassen
Sind Brenner schlecht eingestellt, erhöht sich der Energieverbrauch. Daher sollte die Heizungsanlage regelmäßig vom Fachmann gewartet werden. Wie viel das spart, hängt von Anlage und Ausgangszustand ab – schlecht eingestellte Brenner verschenken schnell einige Prozent. Vor allem, wenn man eine eigene Heizung hat, sollte die Umwälzpumpe in gleichmäßigen Abständen überprüft werden.

17. Rohrheizung nicht eigenmächtig abschalten
Eine elektrische Rohrbegleitheizung hält Warmwasserleitungen auf Temperatur und kann Teil eines hygienisch relevanten Trinkwarmwassersystems sein. Schalten Sie sie deshalb nicht eigenmächtig ab. Lassen Sie von einem Fachbetrieb prüfen, ob und wie sich Betriebszeiten oder Einstellungen energieeffizient anpassen lassen, ohne die Trinkwasserhygiene zu gefährden.
18. Rollladenkästen dämmen
Besonders in Altbauten gibt es hier eine Schwachstelle, an der kalte Luft eindringt. Oftmals sind die Fenster durch solche mit Doppelverglasung ersetzt worden, der Rollladenkasten über dem Fenster wurde aber ausgespart. Die Isolierung kann man zum Beispiel mit flexiblen, weichen Dämmmatten nachholen, die an der Innenseite des Rollladenkastens angeklebt werden.

19. Heizkörpernischen dämmen
Vor allem in älteren Häusern sind Heizungen in einer Art Nische unter den Fenstern installiert. Das bedeutet, dass dort die Hauswand dünner ist. Damit geht ein Wärmeverlust einher. Deshalb sollte man gerade hier gut dämmen – auch nachträglich. Sollte der Abstand zwischen Heizung und Außenwand zu schmal sein, kann auch eine Aluminium-Dämmfolie helfen. Diese kann einfach hinter den Heizkörper geschoben werden.

20. Wände dämmen
Wer sein Haus saniert, sollte die Dämmung der Fassade mitplanen. Sie hält im Sommer Wärme eher draußen und senkt im Winter Wärmeverluste. Eine fachgerecht geplante Dämmung erhöht die Oberflächentemperaturen der Wände und kann das Schimmelrisiko deutlich mindern; Wärmebrücken und Feuchtequellen müssen dennoch berücksichtigt werden. Eine Außendämmung ist auch nachträglich möglich. Als Alternative gibt es noch die Innendämmung, bei der das Dämmmaterial an den Innenwänden angebracht wird. Chancen und Risiken beider Wege beleuchtet der Ratgeber zur Fassadendämmung.

21. Heizungsrohre dämmen
Viele Verbraucher denken beim Thema Dämmung zuerst an Fassade, Türen und Fenster, vergessen aber die Heizungsrohre. Dabei ist es auch wichtig, sie zu isolieren, zum Beispiel mit einer Schaumstoff-Ummantelung. Dies ist vor allem dann ratsam, wenn die Leitungen durch Keller- oder nicht geheizte Räume verlaufen – für zugängliche Leitungen in unbeheizten Räumen verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz die Dämmung sogar (§ 69 GModG). Anleitung und Materialwahl zeigt der Ratgeber Heizungsrohre dämmen.

22. Dämmung von Kellerräumen
Soll ein Keller als Wohnraum genutzt werden, braucht er ein passendes Feuchte- und Dämmkonzept. Ob eine Innen- oder Außendämmung sinnvoll ist und welche Dämmstärke benötigt wird, hängt von Wandaufbau, Feuchtebelastung, Nutzung und Material ab. Lassen Sie die Konstruktion deshalb fachlich planen.
23. Kellerdecke nicht vergessen
Grenzt der Fußboden im Erdgeschoss an einen unbeheizten Keller, kann eine Dämmung der Kellerdecke Wärmeverluste deutlich senken und den Boden wärmer machen. Material und Dämmstärke sollten zum Deckenaufbau passen; ein sinnvoller Zielwert ist ein U-Wert der Kellerdecke unter 0,25 W/(m²K).

24. Nachts Heizleistung herunterfahren
Eine zeitweise Absenkung der Raumtemperatur kann Energie sparen, etwa nachts oder bei längerer Abwesenheit. Stellen Sie Nachtabsenkung und Heizzeiten passend zum Gebäude ein und lassen Sie Räume nicht unter etwa 16 Grad auskühlen. Die Vorlauftemperatur und Heizkurve sollte ein Fachbetrieb so niedrig wie möglich einstellen, dass alle Räume zuverlässig warm werden.

25. Teppiche anschaffen
Fliesen- und Steinböden können sich ungemütlich kalt anfühlen. Teppiche oder Läufer machen den Boden beim Barfußlaufen oft angenehmer und können verhindern, dass Sie die Heizung allein wegen kalter Füße höher drehen. Eine pauschale Wirkung von zwei Grad auf das Temperaturempfinden lässt sich daraus aber nicht ableiten.
26. Heizstrahler ausrangieren
Gerade im Winter sind sie beliebt, um auch während der kalten Jahreszeit auf dem Balkon oder auf der Terrasse sitzen zu können. Jedoch verbrauchen sie Unmengen an Energie. Ein dicker Pulli ist die bessere Investition – warum, rechnet der Ratgeber Heizstrahler: teuer und klimaschädlich vor.

27. Heizungspumpen austauschen
Wie viel Strom eine Heizungspumpe braucht, hängt von Modell, Einstellung und Laufzeit ab. Das Umweltbundesamt nennt für eine alte ungeregelte Pumpe über 200 Kilowattstunden im Jahr, für eine Hocheffizienzpumpe rund 40 Kilowattstunden. Bei 40,05 Cent je Kilowattstunde am Stichtag 1. April 2025 entspricht das mehr als 80 beziehungsweise rund 16 Euro im Jahr. Was beim Tausch zu beachten ist, zeigt der Ratgeber Heizungsanlage optimieren.

28. Spartipp Solaranlage
Zur Warmwassergewinnung können Sonnenkollektoren auf dem Dach beitragen. Auf die Warmwasserbereitung entfallen in privaten Haushalten rund 16 Prozent des Endenergieverbrauchs – nach der Raumwärme ist sie damit der zweitgrößte Posten.

29. Mit dem Kaminofen Heizkosten sparen
In den vergangenen Jahren haben viele Verbraucher das Kaminfeuer als Möglichkeit entdeckt, Heizkosten zu sparen. Allerdings gibt es vor dem Einbau eine Reihe von Dingen zu beachten, die man am besten mit dem Fachmann, einem Schornsteinfeger, bespricht.

30. Neue Baustoffe verwenden
Wer neu baut, kann schon hier Einfluss nehmen auf den späteren Heizkostenverbrauch. Innovative Baustoffe bieten eine Möglichkeit, den Verbrauch niedrig zu halten. Dazu gehören zum Beispiel Ytong, Kalksandstein-Konstruktionen in Kombination mit Vakuum-Isolations-Paneelen oder auch KS-Quadro-Aquatherm.
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