Eine gute Dämmung kann die Energiekosten senken
Hohe Zimmerdecken, Verzierungen und Flügeltüren: Für viele ist es ein Traum, in einem Altbau, zum Beispiel aus der Gründerzeit, zu wohnen. Jedoch kann das, was im Sommer ein Traum ist, in der kalten Jahreszeit schnell zum Albtraum werden. Denn besonders bei Altbauten mangelt es oft an einer guten Wärmedämmung, so dass hohe Heizkosten das Haushaltsbudget empfindlich belasten können.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Fassadendämmung senkt den Heizenergieverbrauch laut co2online um bis zu rund 19 Prozent.
- Außendämmung ist meist erste Wahl; bei Denkmalschutz oder Fachwerk ist die Innendämmung die Alternative.
- Am wirtschaftlichsten ist die Dämmung, wenn sie mit ohnehin anstehenden Fassadenarbeiten kombiniert wird.

Durch ungedämmte Außenwände entweicht laufend Heizwärme – die Heizung muss diese Verluste ständig ausgleichen. Sind die Wände gedämmt, ist dafür wesentlich weniger Energie nötig; zudem bleiben die Wandoberflächen wärmer, was die Behaglichkeit erhöht und das Risiko von Kondenswasser und Schimmel senkt. Eine Pflicht, die Fassade nachträglich zu dämmen, gibt es übrigens nicht: Anforderungen an die Außenwand greifen erst, wenn ohnehin gebaut wird – etwa bei Ersatz, Bekleidung oder Putzerneuerung – und auch dann nur, sofern mehr als 10 Prozent der gesamten Außenwandfläche des Gebäudes betroffen sind (§ 36 Gebäudemodernisierungsgesetz, bisher GEG). Ohne einen solchen Anlass gilt bei der Gebäudehülle eine Nachrüstpflicht nur für die oberste Geschossdecke (§ 35 GModG); hinzu kommt die Pflicht, zugängliche ungedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen zu dämmen (§ 69 Abs. 2 GModG).
Außendämmung – der effektivere Weg, die Heizkosten zu senken
Auch nachträglich können Hausbewohner ihre Fassade dämmen und sich so vor Wärmeverlusten schützen. Es stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Man unterscheidet zwischen Außen- und Innendämmung, wobei die Außendämmung von Experten als effektiver angesehen wird, um Energiekosten zu sparen.

Bei der Außendämmung werden häufig Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) verbaut. Sie sind geeignet für jegliche Arten von Betonwänden, Ziegel- oder Kalksandstein sowie Mischmauerwerk. Am weitesten verbreitet sind Dämmplatten aus Polystyrol (EPS) und Mineralwolle; daneben gibt es Systeme mit Polyurethan sowie Naturdämmstoffe wie Holzfaser, Schilfrohr oder Kork.
Die Platten werden an der Fassade angebracht, indem sie geklebt oder gedübelt werden. Anschließend wird eine Armierungsschicht, bestehend aus einer Armierungsmasse und Armierungsgewebe, aufgetragen. Dadurch werden ungleichmäßige Stellen ausgeglichen. Abschließend wird die Wand verputzt und gestrichen.

Der geeignete Zeitpunkt für die Außendämmung
Ratsam ist es, die Fassadendämmung dann vorzunehmen, wenn ohnehin Renovierungsarbeiten anstehen. Wenn also die Fenster ausgetauscht werden müssen, wäre das ein guter Zeitpunkt, sich auch die Fassade vorzunehmen. Oder wenn das Dach neu gedeckt wird, kann man auch gleich die Wände mit isolieren.
Auch sollte die Fassade in einem Durchgang komplett gedämmt werden. Eine Teildämmung sollte fachlich geplant werden: An den Übergängen können Wärmebrücken entstehen, die das Risiko von Oberflächenkondensat und Schimmel in der Wohnung erhöhen.
Vor der Dämmung klären
Zwar ist eine Dämmung der Außenfassade recht kostspielig. Allerdings sind dauerhaft hohe Heizabrechnungen für Verbraucher ebenso ärgerlich. Daher lohnt sich die einmalige Investition oft – eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung hält mehrere Jahrzehnte, und die dauerhafte Senkung der Energiekosten zahlt sich über die Jahre aus.
Was bringt die Fassadendämmung konkret?
Nach Angaben von co2online kann eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung bis zu rund 19 Prozent Heizenergie sparen. Wie schnell sich die Investition rechnet, hängt von Energiepreisen, Gebäudezustand und Ausführung ab: Am wirtschaftlichsten ist die Dämmung, wenn sie mit ohnehin anstehenden Fassadenarbeiten kombiniert wird – das Gerüst steht dann bereits und ein Teil der Kosten fällt sowieso an. Gefördert wird die Fassadendämmung zudem als energetische Einzelmaßnahme; die Konditionen ändern sich allerdings regelmäßig.

Nachteile der Außendämmung
Gerade Bewohner von Altbauten schrecken oft vor einer Außendämmung zurück, weil dadurch die schöne, oft mit Stuck verzierte Fassade leidet. Zwar lassen sich Dekorationen wiederherstellen, jedoch meist nur zu einem hohen Preis. Da die Sanierung an sich schon teuer ist, scheuen viele Hausinhaber weitere Mehrausgaben.
Innendämmung – eine gute Alternative, um Energiekosten zu sparen
Es gibt eine Vielzahl von Situationen, die eine Außendämmung unmöglich machen. Mögliche Gründe sind der Denkmalschutz, die optische Unveränderbarkeit, zum Beispiel bei Fachwerkhäusern, oder ein zu geringer Abstand zum Nachbargrundstück.
Außen-, Innen- und Kellerdämmung im Vergleich
| Verfahren | Typischer Einsatz | Einordnung |
|---|---|---|
| Außendämmung (WDVS) | freie Fassade, ohnehin anstehende Sanierung | besonders wirksam bis zu rund 19 % weniger Heizenergie |
| Innendämmung | Denkmalschutz, Fachwerk, geringer Grenzabstand | sorgfältig planen Feuchteschutz fachlich planen |
| Kellerdämmung | unbeheizter Keller: Kellerdecke; beheizter Keller: Aufbau und Feuchteschutz prüfen | sinnvolle Ergänzung Anschlüsse wärmebrückenarm planen |
In diesen Fällen kann eine Innendämmung die Energiebilanz entscheidend aufbessern. Dafür gibt es zwei übliche Wege: Entweder werden Dämmplatten direkt und vollflächig auf die Innenwand geklebt, oder es wird eine Unterkonstruktion gesetzt und mit Dämmmaterial gefüllt. Am besten geschieht dies, ähnlich wie bei der Außendämmung, im Rahmen einer Renovierung. Dies ist allerdings kein Muss. Auch durch eine Innendämmung können die Heizkosten erheblich abgesenkt werden.

Bei dieser zweiten Variante mit Unterkonstruktion kann je nach Dämmstoff und Wandaufbau eine Dampfbremse erforderlich sein; der Feuchteschutz muss für den konkreten Aufbau geplant werden. Den Abschluss bilden Platten aus Gipskarton oder Holzwerkstoff, die verspachtelt und gestrichen oder verputzt werden. Zwischen Dampfbremse und Verkleidung sollte eine sogenannte Installationsebene bleiben, damit sich später Kabel verlegen lassen, ohne die Dampfbremse zu beschädigen.
Risiken der Innendämmung
Wer sein Haus selbst isolieren möchte, braucht schon etwas handwerkliches Geschick. Ist nämlich die Dampfbremse nicht luftdicht angebracht und korrekt verklebt worden, kann dort Feuchtigkeit eindringen. Das mindert zum einen den Dämmeffekt und kann zum anderen zur Schimmelbildung führen.
Wurde die Dämmung ordnungsgemäß vorgenommen, ist das Risiko hierfür aber recht gering. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, was die Vermeidung eventueller Folgeschäden angeht, der lässt die Innendämmung am besten von einem Fachmann erledigen.
Dämmen von Kellerräumen
Auch Keller benötigen Wärmeschutz, wenn sie zum beheizten Bereich gehören. Bei einem unbeheizten Lagerkeller ist meist die Kellerdeckendämmung sinnvoll; bei beheizten Kellern richtet sich die Lösung nach Aufbau und Feuchteschutz. Anschlüsse an die Fassadendämmung sollten wärmebrückenarm geplant werden.

Auch wenn der Keller nur zum Lagern genutzt wird, ist eine Wärmedämmung sinnvoll. Dämmung allein beseitigt keine Feuchteursache. Bei einem feuchten Keller müssen Abdichtung, Schlagregen, aufsteigende Feuchte und Lüftung fachlich geprüft werden; erst dann lässt sich die passende Dämmung planen.
Wie dick die Dämmung sein muss, hängt vom Dämmstoff und vom Bauteil ab. Bei Änderungen an Bauteilen beheizter Räume können Anforderungen des GModG gelten; maßgeblich sind Bauteil, Umfang der Änderung und der Einzelfall. Die Dämmstärke plant ein Fachbetrieb oder eine Energieberatung. Übrigens: Im unbeheizten Keller lohnt zusätzlich der Blick auf die Rohrleitungen – wie das geht, zeigt unser Ratgeber zum Dämmen der Heizungsrohre.
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