Mit innovativen Baustoffen Heizkosten sparen
Bereits beim Bau des Eigenheims kann man maßgeblich die Weichen stellen, um in der Zukunft die Heizkostenabrechnungen möglichst niedrig zu halten. Eine Spar-Möglichkeit bieten innovative Baustoffe. Sie können stark dazu beitragen, dass dauerhaft weniger Heizenergie verbraucht wird. Wer neu bauen will oder seine aktuelle Immobilie sanieren will, sollte sich über die Baustoffe Gedanken machen. Neue, innovative Baustoffe sind in der Regel teurer als konventionelle Baustoffe. Über die Jahre hinweg helfen sie aber dabei, wertvolle Energie einzusparen.
Das Wichtigste in Kürze
- Moderne Wandbaustoffe dämmen so gut, dass einschalige (monolithische) Wände ohne zusätzliche Dämmschicht auskommen.
- Entscheidend ist der U-Wert des fertigen Bauteils – er berücksichtigt Wärmeleitfähigkeit, Schichtdicken und Wärmeübergangswiderstände.
- Je wärmedämmender ein Mauerstein, desto geringer meist seine Tragfähigkeit – Statik und Energieberatung einbeziehen.

Neue Baustoffe: einschalig und schlanker als ihre Vorgänger
Mit modernen Mauersteinen lassen sich einschalige, sogenannte monolithische Wände ohne separate Dämmschicht errichten. Je nach Ziel-U-Wert und Statik können dafür jedoch größere Wanddicken nötig sein; ob der Aufbau wirtschaftlich ist, hängt von Wandaufbau und Baukosten ab.
Ein möglicher Vorteil: Ist der gesamte Wandaufbau schlanker, kann bei gleicher Gebäudegrundfläche mehr Wohnfläche bleiben.
Einschalige (monolithische) Wand: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Keine separate Dämmschicht – ein Arbeitsgang, weniger Fehlerquellen beim Aufbau
- Ohne separate Dämmplatten; die Feuchteeigenschaften hängen vom gesamten Wandaufbau ab
- Schlanker als früher: gute Dämmwerte schon bei üblichen Wanddicken
Nachteile
- Wärmedämmende Spezialsteine sind teurer als Standardmauerwerk
- Sehr niedrige U-Werte erfordern dicke Wände oder zusätzliche Dämmung
- Geringere Druckfestigkeit leichter Steine – die Statik begrenzt die Auswahl
Die Hersteller haben bei der Entwicklung von Baustoffen besonders darauf geachtet, dass das Mauerwerk möglichst wenig Wärme von innen nach außen abgibt. Diese Wärmeleitfähigkeit wird in Watt pro Meter mal Kelvin gemessen und trägt den Namen Lambda. Je geringer dieser Wert bei einem Baustoff ist, desto weniger Wärme wird nach draußen geleitet.
Porenbeton in Zahlen
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Wärmeleitfähigkeit wärmedämmender Plansteine (je nach Rohdichte) | ab 0,08 W/(m·K) |
| U-Wert einer beidseitig verputzten monolithischen 36,5-cm-Wand | ca. 0,21 W/(m²K) |
| Übliche Wanddicken monolithischer Außenwände (dickere Wand = niedrigerer U-Wert) | 36,5–49 cm |

Verschiedene Baustoffe
Ein Klassiker unter den einschaligen Baustoffen ist Porenbeton, bekannt etwa unter dem Markennamen Ytong. Wärmedämmende Plansteine erreichen je nach Rohdichte Wärmeleitfähigkeiten ab etwa 0,08 Watt pro Meter und Kelvin und gehören damit zu den am besten dämmenden Mauersteinen. Zu beachten: Je leichter und damit wärmedämmender der Stein, desto geringer ist in der Regel seine Druckfestigkeit – die Statik entscheidet also mit, welcher Stein infrage kommt.
Bei Kalksandstein-Konstruktionen bietet sich für einen optimalen Wärmeschutz eine Kombination mit Vakuum-Isolations-Paneelen an. Die nur wenige Zentimeter dicken Paneele dämmen bei gleicher Dicke um ein Mehrfaches besser als herkömmliche Dämmstoffe – sie sind allerdings teuer und dürfen nicht beschädigt oder angebohrt werden.
Auch mit KS-Quadro-Aquatherm lässt sich Heizenergie sparen. Dabei wird die Außenfassade temperiert, indem Heizungsrohre in vorproduzierte Kanäle in der Wand eingelassen werden. Das warme Wasser, das durch das Leitungssystem fließt, erwärmt somit die Wände.
Ein zusätzlicher Vorteil im Sommer: Im Sommer kann ein dafür geplantes Wandtemperierungssystem Räume kühlen; Vorlauftemperatur und Luftfeuchte müssen dabei gegen Kondensation abgestimmt werden.
Worauf es bei der Wahl ankommt
Entscheidend ist am Ende nicht der Markenname, sondern der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) des fertigen Bauteils: Er wird aus allen Schichten des Bauteils, ihren Wärmeleitfähigkeiten und Dicken sowie den Wärmeübergangswiderständen berechnet. Für Neubauten gibt das Gebäudemodernisierungsgesetz (bisher GEG) den energetischen Rahmen vor; welcher Wandaufbau ihn am wirtschaftlichsten erreicht, hängt von Grundstück, Statik und Architektur ab. Eine unabhängige Energieberatung hilft, Baustoff und Wandaufbau passend zum Projekt zu wählen.

Wände aus Beton, die Licht durchlassen
Wer es architektonisch ausgefallener mag, für den ist womöglich lichtdurchlässiger Beton interessant, bekannt etwa unter dem Markennamen Luccon. Ein Dämmwunder ist das Material nicht – es punktet vor allem mit seiner besonderen Optik und wird in der Praxis als gestalterisches Element mit dahinterliegender Dämmung kombiniert.
Das Material besteht aus einer Mischung aus Beton und Glasfasern. Diese Glasfasern leiten das Licht durch den Beton. So seien Umrisse von Menschen, Gegenstände und sogar Farben erkennbar, verspricht man bei BetonMarketing Deutschland, einem Zusammenschluss der Bundesverbände der deutschen Zement-, Transportbeton- und Betonbauteilindustrie.
Lichtdurchlässiger Beton dient vor allem der Gestaltung. Für den jeweiligen Wandaufbau sollten Sie den U-Wert und die Kosten des gesamten Systems nachweisen lassen.
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