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Die größten Stand-by-Stromfresser

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Fernseher, Rechner, Kaffeemaschine, Musikanlage – bis zu 360 Kilowattstunden Strom im Jahr kommen nach Angaben der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online in einem Einfamilienhaus zusammen, wenn die Geräte dauerhaft auf Stand-by laufen, statt sie auszustellen. Das sind beim durchschnittlichen Haushaltstrompreis von rund 37 Cent je Kilowattstunde im Januar 2026 bis zu 133 Euro im Jahr. Geld, das Sie gut für die Urlaubskasse oder anderweitig nutzen könnten. Dabei ist es gar nicht schwer den Stand-by-Modus zu vermeiden. Wir wollen Ihnen im folgenden Artikel zeigen, welche Geräte den meisten Strom im Stand-by-Modus verbrauchen und wie Sie diesen unnötigen Stromverbrauch vermeiden können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stand-by kostet bis zu 133 Euro im Jahr – vor allem ältere Geräte ziehen dauerhaft Strom, ohne etwas zu leisten.
  • Seit Mai 2025 gelten für neue Geräte meist 0,5 bis 0,8 Watt, für vernetzte Geräte je nach Funktion höchstens 2 oder 8 Watt.
  • Schaltbare Steckerleisten, Master-Slave-Dosen und smarte Zwischenstecker trennen ganze Gerätegruppen mit einem Griff vom Netz.
Stromfresser identifizieren © Frank Eckgold, stock.adobe.com
Stromfresser identifizieren © Frank Eckgold, stock.adobe.com

Stand-by-Modus: Was ist das überhaupt?

Eigentlich würde es ja genügen, wenn ein Gerät zwei Einstellungen hätte. Bei der Nutzung ist es an-, bei der Nichtnutzung abgestellt. Der Stand-by-Modus ist eine Art Zwischenzustand, der den Komfort bei der Verwendung Ihrer Geräte erhöhen soll. Wenn ein Gerät nämlich komplett ausgestellt ist, braucht es beim Anstellen einige Zeit, um hochzufahren. Der Stand-by-Modus soll diese Wartezeit verkürzen.

Damit der sekundenschnelle Übergang vom Stand-by-Modus in den Aktiv-Modus möglich ist, muss das Gerät im Stand-by-Modus jedoch die ganze Zeit mit Strom versorgt werden. Und das kostet Geld, das sich am Ende des Jahres mit den zahlreichen Geräten im Haushalten ganz schön summiert.

Der Verbrauch im Stand-by-Modus hängt stark vom Alter der Geräte ab. Schon seit 2013 begrenzt die EU den Bereitschaftsverbrauch auf 0,5 Watt; seit dem 9. Mai 2025 gilt mit der Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/826 eine verschärfte Neufassung. Danach dürfen neue Geräte im Aus-Zustand und im einfachen Stand-by höchstens 0,5 Watt aufnehmen, mit Informations- oder Statusanzeige – etwa für die Uhrzeit – höchstens 0,8 Watt.

Stromabschlag richtig berechnen © tech_studio , stock.adobe.com
Die Stromkosten durch Stand-by-Modus summieren sich © tech_studio , stock.adobe.com

Das klingt erst einmal wenig. Aber aufs Jahr gerechnet und mit den zahlreichen Geräten, kommen eben doch einige 100 Kilowattstunden Strom zusammen. Das ist nicht nur schlecht für Ihr Portemonnaie, sondern auch für die Umwelt. Stromverbrauch ist schließlich auch immer mit CO2-Emissionen verbunden. Bei 360 Kilowattstunden sind es immerhin rund 125 Kilogramm CO2, die völlig sinnlos in die Atmosphäre emittiert werden – gerechnet mit dem für 2025 geschätzten deutschen Strommix von 344 Gramm CO2 je Kilowattstunde.

Stand-by-Räuber ausmachen

Geräte, die im Stand-by-Modus unnötig Strom verbrauchen, befinden sich im gesamten Haus verteilt. Daher lohnt sich ein Rundgang durch Ihre Räume, um die heimlichen Stromfresser zu entlarven.

ZimmerStromfresser
WohnzimmerHifi-Anlage, Receiver, Router, Fernseher, DVD- und Blueray-Player
BüroRechner, Monitor, Drucker, Scanner
KücheGeschirrspüler, Radio, Waschmaschine, Kaffeemaschine
BadezimmerWaschmaschine, elektrische Zahnbürste, elektrischer Rasierer
KinderzimmerSpielekonsole, Fernseher
Der Stand-by-Modus kostet Energie und Geld
Der Stand-by-Modus kostet Energie und Geld

Stromfresser Nummer 1: Vernetzte Unterhaltungstechnik

Das Wohnzimmer gehört zu den Räumen, in denen die meisten heimlichen Stromfresser zu finden sind. Denn vor allem Unterhaltungselektronik ist meist auf den Stand-by-Modus gestellt. So können Sie sich einfach auf der Couch niederlassen, die Fernbedienung einschalten und das Fernsehprogramm genießen. Aber das kostet eben unnötig Strom.

Bei älteren vernetzten Geräten können die Messwerte deutlich höher sein als bei Neugeräten. Für neue Geräte gilt seit dem 9. Mai 2025: Router und vergleichbare Geräte mit hoher Netzwerkverfügbarkeit dürfen im vernetzten Bereitschaftsbetrieb bis zu 8 Watt aufnehmen, andere vernetzte Geräte höchstens 2 Watt. Prüfen Sie bei älteren Geräten das Datenblatt oder messen Sie nach; pauschale Wattwerte für Soundbars, smarte Lautsprecher oder Receiver lassen sich nicht angeben.

Stromverbrauch: Wo versteckt sich das Einsparpotential?
Stromverbrauch: Wo versteckt sich das Einsparpotential?

Stromfresser Nummer 2: Spielekonsolen, PCs und Drucker

Auch im Kinderzimmer lohnt sich das Aufspüren von unnötigen Stromfressern. Spielekonsolen können auch im Ruhe- oder vernetzten Bereitschaftsbetrieb Strom verbrauchen. Ob sich das Abschalten lohnt, zeigt der Messwert Ihres Modells: Bei 10 Watt rund um die Uhr entstehen bei 37 Cent je Kilowattstunde etwa 32 Euro an Stromkosten im Jahr.

Beim PC hängt der Verbrauch im Ruhemodus stark vom Gerät, Netzteil und den angeschlossenen Monitoren ab. Rechnen Sie deshalb mit dem Messwert Ihres Arbeitsplatzes: Watt × tägliche Ruhezeit × 365 ÷ 1.000 × Strompreis ergeben die jährlichen Kosten.

Beim Drucker hängt der Bereitschaftsverbrauch vom Modell ab. Wenn Sie ihn selten nutzen, messen Sie nach und schalten Sie ihn anschließend vollständig aus oder über eine schaltbare Leiste ab.

Strom sparen bei PC und EDV © dena
Strom sparen bei PC und EDV © dena

Stromfresser Nummer 3: Der Router

Ein Router läuft dauerhaft, damit Internet, Telefonie und vernetzte Geräte erreichbar bleiben. Viele Modelle bieten Zeitpläne, mit denen Sie nachts nur das WLAN abschalten; das spart je nach Modell Strom. Prüfen Sie außerdem Energiesparoptionen für ungenutzte LAN-Anschlüsse. Den Router sollten Sie nur vollständig vom Netz trennen, wenn Sie auf Telefonie, Fernzugriff, Smart-Home-Funktionen und Updates währenddessen verzichten können.

Strom sparen im Home-Office
Strom sparen im Home-Office

Stromfresser Nummer 4: Haushaltsgeräte

Neben der Unterhaltungselektronik und der Vernetzung Ihrer Geräte können auch Haushaltsgeräte heimliche Stromfresser sein. Wenn Sie Waschmaschine, elektrische Zahnbürste und Kaffeemaschine nicht vom Netz nehmen, laufen sie immer auf Stand-by. Dauerläufer wie Kühlschrank und Gefriergerät gehören dagegen nicht an eine schaltbare Leiste – bei ihnen entscheidet die Effizienz des Geräts über die Stromkosten.

Mit Zeitschaltuhren startet die Kaffemaschine am Morgen automatisch © pixel-shot, stock.adobe.com
Mit Zeitschaltuhren startet die Kaffemaschine am Morgen automatisch © pixel-shot, stock.adobe.com

In der folgenden Tabelle finden Sie Beispielwerte für einige ausgewählte, meist ältere Geräte und ihren jährlichen Stromverbrauch im Stand-by (gerechnet mit rund 37 Cent je Kilowattstunde). Vor allem Geräte, die selten in Benutzung sind, verursachen im Stand-by-Modus mehr Kosten als bei den wenigen Betriebsstunden im Jahr.

Beispielgerät (älteres Messgerät)Stand-by-LeistungJährliche Kosten
Stereoanlage15 Watt44,57 Euro
Fernseher (LCD)14 Watt41,60 Euro
PC, Monitor und Drucker10 Watt29,71 Euro
Waschmaschine3 Watt8,91 Euro
Mikrowelle3 Watt8,91 Euro
* 22 Stunden Stand-by pro Tag, Strompreis rund 37 Cent je Kilowattstunde; Messwerte: Stromspiegel.

Stromsparen durch intelligente Steckerleisten

Viele nutzen bereits Mehrfachsteckdosen mit einem Kippschalter, um alle angeschlossenen Geräte mit einer Kippbewegung ausschalten zu können. Die Steckdosen brauchen zwar selbst auch ein wenig Strom, damit die Lampe bei Aktivität leuchtet, aber diesen Stromverbrauch können Sie vernachlässigen. Das Problem bei Mehrfachsteckdosen liegt allerdings darin, dass oft vergessen wird, den Kippschalter zu betätigen und die Geräte weiter auf Stand-by laufen.

Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Master-Slave-Steckdosen. Die automatischen Mehrfachstecker haben einen Masteranschluss und mehrere Slave-Eingänge. In den Masterstecker stecken Sie das Hauptgerät, wie den PC oder den Fernseher. In die Slave-Einlässe schließen Sie hingegen Nebengeräte, wie Drucker, Monitor, Lautsprecher oder DVD-Player an. So werden die Zusatzgeräte nur aktiviert, wenn das Hauptgerät eingeschaltet ist.

Strom sparen mit inelligenten Steckerleisten
Strom sparen mit inelligenten Steckerleisten

Als dritte Option stehen Ihnen sogenannte Stand-by-Killer mit Infrarot-Empfänger zur Verfügung. Diese stecken Sie zwischen Steckdose und Fernseher. Beim Drücken des roten Powerknopf auf der Fernbedienung wird zunächst der Stand-by-Killer aktiviert. Ein zweites Mal Drücken und das TV-Gerät ist angestellt. Wenn Sie den Fernseher wieder abstellen, drücken Sie nur einmal den roten Powerknopf und der Stand-by-Killer kappt die Stromzufuhr zum Fernseher automatisch.

Moderner sind smarte Zwischenstecker (WLAN- oder Funksteckdosen): Sie schalten Geräte per App, Sprachbefehl oder Zeitplan ab, viele Modelle messen zugleich den Verbrauch – so entlarven Sie Stand-by-Fresser nebenbei. Beachten Sie aber den Eigenverbrauch des Steckers und prüfen Sie ihn im Datenblatt. Für Gerätegruppen, die Sie ohnehin täglich trennen, bleibt die einfache schaltbare Steckerleiste meist die sparsamste Lösung.

Welcher Abschalt-Helfer passt wozu?

Nicht jede Lösung passt zu jedem Gerät – so wählen Sie richtig:

WennTV-Ecke mit Fernseher, Soundbar und Player

Dann Schaltbare Steckerleiste

einfach und billig

Ein Griff trennt die ganze Gerätegruppe vollständig vom Netz – die sparsamste und robusteste Lösung.

WennPC-Arbeitsplatz mit Monitor, Drucker und Boxen

Dann Master-Slave-Steckdosenleiste

automatisch

Schaltet die Peripherie automatisch ab, sobald der Rechner herunterfährt – nichts zu vergessen.

WennReceiver mit programmierten Aufnahmen, Router

Dann Stand-by im Gerätemenü minimieren

nicht hart trennen

Harte Netztrennung lässt Aufnahmen, Telefonie oder Smart-Home-Funktionen ausfallen – hier lieber den Sparmodus im Menü aktivieren.

WennEinzelgeräte prüfen oder per App steuern

Dann Smarter Zwischenstecker mit Messfunktion

misst nebenbei

Schaltet per App oder Zeitplan und zeigt den echten Verbrauch – bedenken Sie den Eigenverbrauch von rund einem Watt.

Die Steckerleiste hilft beim Stromsparen
Die Steckerleiste hilft beim Stromsparen

Stromfresser effektiv aufspüren

Die Urlaubszeit ist ideal, um heimliche Stromfresser zu entlarven. Schalten Sie alle Stand-by-Geräte, die Sie erkannt haben, aus und lesen Sie vor dem Urlaub den Zählerstand ab. Dann prüfen Sie diesen, wenn Sie wieder nach Hause kommen. Kühlschrank und Gefriergerät laufen währenddessen weiter – ihre Grundlast steckt in der Messung mit drin. Ziehen Sie deshalb deren Jahresverbrauch vom Energielabel, geteilt durch 365, vom gemessenen Tagesverbrauch ab. Bleibt danach immer noch rund eine Kilowattstunde oder mehr am Tag übrig, ist das ein Hinweis auf weitere heimliche Stromfresser – dann sollten Sie noch einmal gezielt nachsehen.

Weniger Stromverbrauch dank Zeitschaltuhren © gina_sanders , stock.adobe.com
Weniger Stromverbrauch dank Zeitschaltuhren © gina_sanders , stock.adobe.com

Um Stromfresser ausfindig zu machen, können Sie Energiekostenmesser benutzen. Diese können Sie bei den Verbraucherzentralen ausleihen oder für wenig Geld im Elektronik-Shop erwerben.

Häufige Fragen zum Stand-by-Modus

Schadet häufiges Trennen vom Netz den Geräten?
Nach dem vollständigen Herunterfahren ist Netztrennung meist unproblematisch. Prüfen Sie aber die Anleitung: Manche OLED-Fernseher benötigen nach der Nutzung noch Strom; Timer-, Aufnahme- und Telefoniefunktionen fallen ohne Netzversorgung aus.
Lohnt sich der Aufwand bei Neugeräten überhaupt noch?
Für nicht vernetzte Neugeräte sind höchstens 0,5 bis 0,8 Watt erlaubt; im vernetzten Bereitschaftsbetrieb gelten je nach Geräteart bis zu 2 oder 8 Watt – einzeln wenig. In Summe läppert sich aber auch das, und ältere sowie stark vernetzte Geräte liegen deutlich darüber. Der Rundgang mit dem Messgerät zeigt, wo es sich lohnt.
Sollte ich den Router nachts ausschalten?
Das spart je nach Modell einige Euro im Jahr. Bedenken Sie aber: Telefonie, Smart-Home-Geräte und nächtliche Updates fallen dann aus. Viele Router bieten stattdessen einen Zeitplan für WLAN-Abschaltung im Menü.
Wie finde ich meine größten Stand-by-Verbraucher?
Mit einem Energiekostenmessgerät zwischen Steckdose und Gerät – oder über den Zählerstand vor und nach dem Urlaub. Eine Anleitung gibt der Ratgeber zum Aufspüren von Stromfressern.
Ein Energiekostenmessgerät hilft Stromfresser aufzuspüren
Ein Energiekostenmessgerät hilft Stromfresser aufzuspüren
Stromfresser identifizieren © Frank Eckgold, stock.adobe.com
Stromfresser aufspüren

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