So sparen Sie Strom im Sommer
Die warme Jahreszeit birgt großes Sparpotential im Energiebereich. Man heizt weniger oder sogar gar nicht und die heimischen Lampen kommen durch länger anhaltendes Tageslicht weniger zum Einsatz. Auch wird seltener gekocht und stattdessen der Grill angeworfen. Dennoch gibt es elektrische Geräte, die das ganze Jahr über durchlaufen und Strom verbrauchen. Doch auch hier gibt es Einspartipps, die besonders im Sommer greifen. Auch im Winter gibt es übrigens gute Möglichkeiten zum Strom sparen.
Das Wichtigste in Kürze
- Außen liegender Sonnenschutz wie Rollläden oder Markisen hält deutlich mehr Hitze ab als Vorhänge oder Rollos innen.
- Kühl- und Gefriergeräte laufen ganzjährig und gehören zu den größeren Stromverbrauchern: Tür kurz öffnen, abtauen und bei längerer Abwesenheit leer abschalten.
- Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur nicht, kühlt aber gefühlt – mit einem Bruchteil des Stroms einer Klimaanlage.


Ordnung im Kühlschrank bedeutet Strom Sparen
Viele Menschen kochen im Sommer weniger und sparen damit Energie. Leider wird der Sparerfolg oft durch stärkere Nutzung des Kühlschrankes gleich wieder zunichte gemacht. Deshalb gilt: Die Gerätetür möglichst selten und nur für kurze Zeit öffnen.
Wer im Kühlschrank Ordnung hält, kann zudem sparen. Denn bei jedem Öffnen der Tür dringt Wärme nach innen, womit der Kühlschrank stark arbeiten muss, um den Innenraum wieder auf die gewünschte Temperatur herunterzukühlen. Wer also gerade im Sommer viel Zeit darauf verwendet, im geöffneten Kühlschrank nach etwas zu suchen, lässt seine Stromkosten in die Höhe schnellen. Das Verbraucherportal Verivox hat errechnet, dass man bis zu fünf Euro pro Jahr sparen kann, wenn im Kühlschrank alles an seinem Platz liegt und man nicht erst zeitintensiv stöbern muss.

Zudem sollte man den Kühlschrank grundsätzlich nicht offen stehen lassen. Speisen, die man hineinstellt, sollten vorher vollständig abgekühlt sein. Regelmäßiges Abtauen spart außerdem Ressourcen und damit Stromkosten. Spätestens bei einer etwa einen Zentimeter dicken Eisschicht sollten Sie abtauen: Sie kann den Stromverbrauch um 10 bis 15 Prozent erhöhen. Die Kosteneinsparung hängt von Gerät und Strompreis ab.
Urlaubszeit – Sparzeit: Stromverbrauch absenken
Wer mehrere Wochen verreist und Kühl- und Gefriergerät zuvor vollständig leeren kann, kann beide Geräte ausschalten und die Türen offen lassen, um Schimmelbildung vorzubeugen. Für einen Kurzurlaub lohnt sich das Abschalten dagegen nicht.
Auch andere Geräte wie Fernseher, Video- und DVD-Spieler, Hifi-Anlage oder Radiowecker sollten für die Dauer des Urlaubs komplett vom Netz genommen werden. Das heißt, auch den Stand-By-Modus sollte man abschalten.
Vor dem Urlaub: Diese Geräte gehören vom Netz

Neukauf von Kühlschränken
Schließt die Gerätetür nicht mehr gründlich, sollten Verbraucher entweder die Dichtung erneuern oder – falls dies nicht mehr möglich ist – einen neuen Kühlschrank anschaffen. Durch eine defekte Dichtung dringt Wärme ein; dadurch steigt der Stromverbrauch. Wie hoch die Mehrkosten und die zusätzlichen Emissionen ausfallen, hängt von Gerät, Strompreis und Strommix ab.
Entschließt man sich zur Neuanschaffung, sollte der Kühlschrank wegen des Stromverbrauchs – wie möglichst alle elektrisch betriebenen Haushaltsgeräte – möglichst sparsam sein. Für Kühl- und Gefriergeräte gilt seit März 2021 das überarbeitete EU-Energielabel mit der Skala von A bis G; für diese Gerätegruppe sind die früheren Zusatzstufen A+, A++ und A+++ entfallen. Die Umstellung läuft produktgruppenweise: Klimageräte bis 12 Kilowatt zum Beispiel tragen weiterhin ein Label mit Plus-Klassen. Die sparsamsten Kühlgeräte befinden sich derzeit in den Klassen A oder B; achten Sie deshalb weniger auf den Buchstaben allein als auf den Jahresverbrauch in Kilowattstunden, der ebenfalls auf dem Label steht. Außerdem sollte der Kühlschrank der Größe des Haushaltes entsprechen. Der Richtwert pro Person liegt bei 50 bis 80 Liter Volumen. Für einen Zwei-Personen-Haushalt genügt demnach meist ein Gerät mit rund 100 bis 160 Liter Fassungsvermögen.
Der Kühlschrank als „Klimaanlage“? – Besser nicht!
Das Bedürfnis nach Abkühlung an heißen Sommertagen ist durchaus verständlich. Deshalb aber die Kühlschranktür offen stehen zu lassen, ist die denkbar schlechteste Lösung. Kühlschränke zum Kühlen der Wohnung zu nutzen, ist sowohl wirkungslos als auch verschwenderisch.
Kühlschränke funktionieren technisch gesehen wie eine umgekehrte Wärmepumpe. Wärmepumpen entziehen ihrer Umwelt Wärme und geben sie ins Heizsystem im Haus ab. Die Wärme geht also von außen nach innen. Das Haus wird erwärmt. Bei Kühlschränken ist es genau andersherum. Sie entnehmen ihrem Inneren Wärme und geben sie über die Rückseite des Gerätes nach außen ab.
Wer also seine Gerätetür lange offen stehen lässt, um die Räume zu kühlen, erreicht eigentlich genau das Gegenteil: Er heizt die Wohnung indirekt mit dem Kühlschrank. Je häufiger und länger die Tür geöffnet ist, desto mehr muss das Gerät zur Aufrechterhaltung der Kühlung leisten und desto mehr Wärme wird auf der Rückseite des Gerätes abgegeben.
Klimaanlagen sind Stromfresser
Besser zur Kühlung geeignet sind zweifelsohne Klimaanlagen. Dennoch sollte man auf sie möglichst verzichten, denn sie fressen Strom wie kaum ein anderes Gerät im Haus. Falls ein Verzicht unmöglich ist, sollte man die Klimaanlage mit anderen Kühlungsgeräten kombinieren.

Ein Decken- oder Standventilator senkt die Raumtemperatur nicht, sorgt aber durch Luftbewegung für gefühlte Abkühlung. Dadurch können Sie die Klimaanlage gegebenenfalls höher einstellen oder kürzer betreiben; Ventilatoren benötigen deutlich weniger Strom.

Der energiesparendste Tipp zum Kühlen kommt von der Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF). Sie rät zum Stoßlüften am Morgen und Abend. Tagsüber sollten die Fenster geschlossen gehalten werden und die Räume abgedunkelt sein, am besten durch außen installierte Rollläden. Die Hitze wird so am effektivsten ausgesperrt.
Innen liegender Sonnenschutz ist deutlich weniger wirksam als außen liegender. Die konkrete Wirkung hängt von Material, Verglasung, Montage und Stellung ab; helle oder reflektierende Oberflächen verbessern den Schutz.
Was hilft am meisten gegen die Hitze? Maßnahmen nach Aufwand sortiert
| Aufwand | Maßnahme | Kosten | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Sofort | Tagsüber Fenster und Türen geschlossen halten, morgens und abends stoßlüften | 0 € | sehr wirksam, kostenlos |
| Sofort | Räume abdunkeln, außen liegende Rollläden oder Markisen schließen | 0 € | hält deutlich mehr Wärme ab als Schutz innen |
| Kleinkauf | Decken- oder Standventilator statt Klimaanlage nutzen | je nach Modell | kühlt gefühlt spürbar, sehr wenig Strom |
| Kleinkauf | Heller Sonnenschutz innen (Rollos, silbern beschichtete Jalousien) | je nach Größe | begrenzt wirksam |
| Investition | Klimaanlage nur wenn nötig, dann mit Ventilator kombinieren | je nach Gerät und Montage | stark, aber hoher Stromverbrauch |
So sparen Sie Strom im Winter Winterzeit bedeutet viel Heizen, früh das Licht anmachen, häufig in die Badewanne gehen oder… weiterlesen



