Unterhaltungselektronik: So können Sie Strom sparen
Viele wollen gerade im Unterhaltungsbereich möglichst auf dem neuesten Stand sein. Immer neuere Technologien werben mit immer besserer Bild- oder Soundqualität. Die Folge: Fast in jedem Haushalt gibt es einen großen – und oft stetig wachsenden – Gerätepark in Sachen Unterhaltungselektronik. Doch ob der Flachbildschirm, der Streaming-Player oder das schnurlose Telefon – alles verbraucht Strom. Zusammen machen Fernseher, Computer und Co. laut der BDEW-Studie „Stromverbrauch im Haushalt 2025“ rund 29 Prozent des Haushaltsstroms aus. Ob beim Stromverbrauch von TV, Hifi-Anlagen oder Stand-By Geräten – hier gibt es Tipps, wie Sie den Energieverbrauch für Fernseher und Unterhaltungselektronik drosseln können.
Das Wichtigste in Kürze
- Fernseher, Receiver und Co. gehören zur Gerätegruppe, die laut BDEW-Studie 2025 rund 29 Prozent des Haushaltsstroms ausmacht.
- Beim TV-Kauf auf das EU-Energielabel achten: Es nennt den Verbrauch in Kilowattstunden je 1.000 Stunden – auch für HDR.
- Stand-by verbraucht Strom. Trennen Sie Geräte vom Netz, wenn Sie keine Fernbedienung, Aufnahme- oder Netzwerkfunktion benötigen.

Augen auf schon beim Neukauf
Bereits im Laden sollten Verbraucher auf die Geräteangaben zum Stromverbrauch und zur Energieeffizienz bei Unterhaltungselektronik achten. Vor allem Fernseher haben heutzutage eine lange Haltbarkeit, sodass sich der Preis für ein energiesparendes Gerät über den Gesamtzeitraum gesehen meist lohnt. Empfehlenswert ist auch ein automatische Abschaltfunktion. Neu in Verkehr gebrachte Fernseher müssen sich nach spätestens vier Stunden ohne Nutzerinteraktion automatisch in einen stromsparenden Modus versetzen (Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2021 für elektronische Displays).
Händler und Hersteller sollten problemlos über den Energieverbrauch von Unterhaltungselektronik Auskunft geben können: Haken Sie nach, in welchem Modus jeweils wie viel Strom verbraucht wird! Vergleichen Sie den Verbrauch im Betrieb und im Bereitschaftszustand. Ein Netzschalter oder eine schaltbare Steckerleiste vermeidet unnötigen Verbrauch. Außerdem sollte das Gerät auch während des Betriebes möglichst wenig Strom verbrauchen.
Stromverbrauch TV: Jeder Fernsehtyp verbraucht unterschiedlich viel Strom
Plasmafernseher werden seit rund einem Jahrzehnt nicht mehr gebaut – heute haben Kunden die Wahl zwischen LCD-Fernsehern mit LED-Hintergrundbeleuchtung (oft als QLED vermarktet) und OLED-Geräten mit selbstleuchtenden Bildpunkten. Für alle Typen gilt: Vor allem die Bildschirmgröße entscheidet über den Stromverbrauch – je größer die Diagonale, desto höher der Verbrauch. Daneben treiben helle HDR-Bilder und hohe Auflösungen den Energiebedarf nach oben. Seit März 2021 hilft das neu skalierte EU-Energielabel beim Vergleich: Es zeigt die Klassen A bis G und den Verbrauch in Kilowattstunden je 1.000 Betriebsstunden – getrennt für normalen (SDR-) und kontrastreichen HDR-Betrieb.
Der Verbrauch eines Fernsehers hängt von Größe, Modell und Bildmodus ab. Rechnen Sie mit dem Wert auf dem Energielabel: kWh je 1.000 Stunden × jährliche Sehstunden ÷ 1.000 × Strompreis. So ermitteln Sie Ihre Stromkosten. OLED-Geräte brauchen für helle Bilder mehr Energie, dunkle Szenen stellen sie dafür besonders sparsam dar. Deutlich ins Gewicht fällt der HDR-Modus: Er kann den Verbrauch gegenüber dem Normalbetrieb erheblich erhöhen.
Stand-By vermeiden – Steckerleisten nutzen
Gerade im Fernseh-, Audio- und Videobereich gibt es viele Geräte, die über Stand-By immer betriebsbereit sind. Erkennbar ist das daran, dass das rote Lämpchen am Gerät auch dann noch leuchtet, wenn das Gerät über die Fernbedienung abgeschaltet wurde. Bild und Ton sind dann ausgeschaltet, der Stromverbrauch aber läuft weiter, weil das Netzteil des Gerätes immer noch mit Strom versorgt wird. Auf diese Weise empfängt das Gerät die Signale der Fernbedienung.

Vom Sofa aus kann das Gerät dann jederzeit wieder eingeschaltet werden. Je nach Zahl und Alter der Geräte können die Kosten spürbar sein. Rechnen Sie mit: Stand-by-Leistung in Watt × 8.760 ÷ 1.000 × Strompreis.
Die Stromkosten durch Stand-By bei TVs und Unterhaltungselektronik lassen sich am einfachsten senken, indem alle Geräte mit Stand-By-Modus an Steckerleisten angeschlossen werden. So werden Fernseher, Stereoanlage, Video- oder DVD-Rekorder mit Umlegen des Schalters abgeschaltet und damit komplett vom Stromnetz genommen. Wer den Aufwand scheut, sollte zumindest den Fernseher über den Hauptschalter am Gerät vollständig ausschalten statt über die Fernbedienung.
Leerlaufverluste vermeiden
Leerlaufverluste können auf zweierlei Arten entstehen. Entweder durch den zuvor erwähnten Stand-By-Modus, auch Bereitschaftshaltung genannt, oder durch das Scheinaus. Dies bedeutet, dass Geräte scheinbar abgeschaltet sind, sie aber dennoch Energie verbrauchen. Leerlaufverluste können bei Fernsehgeräten zwischen 0,1 und zehn Watt liegen, aber noch eine ganze Reihe weiterer Geräte verursacht Leerlaufverluste.
Dazu gehören Steckernetzteile, Anrufbeantworter, Satellitenempfänger, schnurlose Telefone, DVD-Rekorder, DSL-Router sowie DVD-T-Receiver zum Empfang von Digitalfernsehen. Bei Geräten wie DSL-Routern prüfen Sie vorher, ob Telefonie, Smart-Home-Funktionen oder andere Dienste darauf angewiesen sind. Fernseher, Audio- und Videogeräte ohne benötigte Bereitschaftsfunktion können Sie vollständig vom Netz trennen.
Bereits seit 2010 begrenzt die EU Leerlaufverluste, da durch diese in allen Haushalten zusammengenommen mehrere Milliarden Kilowattstunden anfallen. Seit dem 9. Mai 2025 gelten für neu in Verkehr gebrachte Geräte im Anwendungsbereich der Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/826 strengere Vorgaben: im Aus- und einfachen Bereitschaftszustand höchstens 0,5 Watt, mit Statusanzeige 0,8 Watt. Fernseher und Waschmaschinen haben eigene produktspezifische Vorgaben. Die Leistungsaufnahme finden Sie je nach Gerät in den Produktinformationen oder der Anleitung.

Geräte mit Timer- und Aufnahmefunktion – heute vor allem Sat- und Kabelreceiver mit Festplatte – lassen sich oft nicht vollständig vom Netz nehmen, weil sonst programmierte Aufnahmen ausfallen. Achten Sie deshalb bereits bei der Anschaffung darauf, dass das Gerät im Stand-by-Modus möglichst wenig Strom benötigt. Der Verbrauch sollte unter einem Watt liegen – das entspricht bei rund 37 Cent je Kilowattstunde Kosten von etwa 3 Euro pro Jahr. Bei einem älteren Receiver mit 14 Watt im Stand-by tut die Rechnung dagegen schon mehr weh: Rund 45 Euro fallen bei diesem Strompreis jährlich dadurch an. Also unbedingt nach dem Stand-by-Verbrauch von Unterhaltungselektronik fragen!
Teurer Klanggenuss: So verbrauchen Hifi-Anlagen Strom
Der Musikgenuss wird oft durch hohe Stromrechnungen getrübt. Der Stromverbrauch einer Hifi-Anlage hängt vor allem von den Geräten, der Lautstärke und der Nutzungsdauer ab. Ein Subwoofer mit Verstärker kann den Verbrauch erhöhen.
Die Leistung einer Hifi-Anlage setzt sich aus dem Betrieb von Quellgerät, Verstärker und Lautsprechern zusammen. Eine Anlage mit 80 Watt Leistungsaufnahme verbraucht bei drei Stunden täglich rund 88 Kilowattstunden im Jahr. Ob eine Soundbar weniger benötigt, zeigt nur der Vergleich der Leistungsaufnahme und des Stand-by-Verbrauchs konkreter Modelle.
Soundbar statt großer Hifi-Anlage: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Kann weniger Strom brauchen, wenn sie mehrere Geräte ersetzt – Leistungsaufnahme je Modell vergleichen
- Sparsamer Bereitschaftsmodus moderner Geräte – wichtig, wenn das Abschalten mal vergessen wird
- Kann weniger dauerhaft eingeschaltete Komponenten bedeuten, wenn sie mehrere Geräte ersetzt
Nachteile
- Klanglich stößt eine kompakte Soundbar bei großer Lautstärke schneller an Grenzen
- Auch die Soundbar ist ein Zusatzgerät mit eigenem Stand-by – am besten mit an die schaltbare Steckerleiste
- Funkverbindungen (WLAN, Bluetooth) erhöhen den Bereitschaftsverbrauch vernetzter Modelle
Streamen mit kleinem Stromhunger
Filme und Serien kommen heute meist per Stream ins Wohnzimmer – und auch dabei lässt sich Strom sparen. Am sparsamsten sind in der Regel die Streaming-App direkt auf dem Smart-TV oder kleine Streaming-Sticks und -Boxen, die sich im Betrieb mit wenigen Watt begnügen. Deutlich mehr genehmigt sich eine Spielekonsole, wenn sie nur zum Filmschauen läuft: Je nach Modell zieht sie dabei ein Vielfaches eines Sticks. Wer streamt, sollte die Konsole also den Spielen vorbehalten – und bei Sticks wie Konsolen den Bereitschaftsmodus im Menü auf die sparsamste Stufe stellen.
Womit streamen Sie am sparsamsten?
Drei Wege zum Streaming-Abend – mit oft sehr unterschiedlichem Stromhunger:
WennSmart-TV mit eingebauter App
Dann Direkt am Fernseher streamen
Kein Zusatzgerät nötig – es zählt nur der Verbrauch des Fernsehers selbst.
WennÄlterer Fernseher ohne Apps
Dann Streaming-Stick oder kleine Box
Sticks und kompakte Boxen begnügen sich im Betrieb mit wenigen Watt – Bereitschaftsmodus im Menü auf die sparsamste Stufe stellen.
WennSpielekonsole ist ohnehin vorhanden
Dann Konsole nur fürs Spielen nutzen
Als reiner Streaming-Player zieht eine Konsole ein Vielfaches eines Sticks – fürs Filmschauen lieber App oder Stick verwenden.
Energiespartipps im Homeoffice: Stromkosten von Computer, Drucker und Co reduzieren Mal eben eine Überweisung online erledigen, mit dem schnurlosen Telefon… weiterlesen



