Baustrom

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Baustrom: Wer liefert zu welchem Preis?

Wer einen Neubau plant, benötigt Baustrom. Ihn muss man beantragen. Ansprechpartner ist in der Regel der örtliche Netzbetreiber oder der örtliche Grundversorger. Auskunft über den zuständigen Netzbetreiber gibt die Bundesnetzagentur oder die Website Störungsauskunft.de. Der lokale Netzbetreiber verrät wiederum den Namen des jeweils zuständigen Grundversorgers. Allerdings bearbeitet der zwar vielleicht den Baustromantrag, muss aber nicht zugleich derjenige sein, der die Baustelle mit Strom beliefert. Baustrom-Angebote miteinander zu vergleichen, kann deshalb sinnvoll sein und Baukosten senken.

Baustromverteiler © Olaf Gedanitz, stock.adobe.com
Baustromverteiler © Olaf Gedanitz, stock.adobe.com

Baustrom braucht man für viele Arbeiten

Baustrom kann beispielsweise für Heizgeräte nötig sein, die den Estrich beschleunigt trocknen. Er kann den elektrisch betriebenen Baukran oder einen elektrischen Druckluft-Kompressor mit Energie versorgen. Insbesondere beim Neubau sind die Bedingungen für die benötigte Stromzufuhr nicht von Anfang gegeben.

Bisweilen müssen Bauherren die Baustromversorgung komplett selbst organisieren. In anderen Fällen können sie die Aufgabe an für sie tätige Bauunternehmer oder Elektroinstallateure delegieren. Allerdings bleiben sie auch dann Antragsteller. Für den Antrag auf Baustrom sind Angaben wie zum Beispiel Daten zum Anschlussnehmer und zum Anschlussort sowie zur Art des Bauprojekts (z.B. Gewerbe oder Privathaus) nötig. In der Regel gehört darüber hinaus ein Lageplan der Baustelle zu den benötigten Unterlagen.

Rohbau © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Einfamilienhaus im Rohbau: Strom benötigt man für viele Bauarbeiten © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Nötig sind Verteilerkasten und Baustromzähler

Technisch benötigt man für die Baustromlieferung einen Baustromkasten und einen Baustromzähler. Der Baustromkasten muss eine ausreichende Anzahl an Anschlüssen für strombetriebene Geräte und Maschinen besitzen. Neben 230-Volt-Anschlüssen sind oftmals zusätzlich Starkstromanschlüsse nötig.

Ausgestattet sind die Kästen mit einem Baustromzähler, über den der Verbrauch auf der Baustelle abgerechnet wird. Für ihre Bautätigkeit können Bauherren den Baustromkasten mieten oder kaufen. Ansprechpartner ist zumeist der für die Baustelle zuständige Elektroinstallateur. Bleibt die Bauzeit relativ kurz, ist die Miete des Kastens meistens die bessere Alternative. Je länger die kalkulierte Bauzeit ist, desto eher wird der Kauf zur Option.

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Baustromkästen müssen einiges aushalten

Baustromkästen sind häufig der Witterung ausgesetzt. Sie müssen besonderen Umgebungsfaktoren standhalten. Deshalb sind sie gut mit Sicherungen und Schutzschaltern ausgestattet und bieten zudem Schutz vor eindringendem Wasser. Für die Baustromverteiler gelten in Deutschland Normen: Seit Oktober 2018 existiert die veränderte Norm „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7-704: Anforderungen für Betriebsstätten und Anlagen besonderer Art – Baustellen“. Neben ihr ist aktuell auch die zuvor geltende Norm DIN VDE 0100-704 gültig. Das bedeutet: Der Bauverteiler muss derzeit also die Bedingungen für eine der beiden Normen erfüllen. Die Übergangsfrist für die DIN VDE 0100-704 läuft allerdings am 18. Mai 2021 aus. Sie wird dann nur noch in Ausnahmefällen akzeptiert.

Baustromverteilerkasten mit Stromzähler © BG, stock.adobe.com
Baustromverteilerkasten mit Stromzähler © BG, stock.adobe.com

Baustrom-Kosten bestehen aus diversen Kostenfaktoren

Die Gesamtkosten für den Baustrom setzen sich aus diversen Kostenfaktoren zusammen. Zu ihnen gehören die Kosten für die Installation der Baustrom liefernden Anlage durch Fachleute. Diese Kosten variieren unter anderem abhängig davon, welche Variante des stromliefernden Systems man wählt. Der Stromanbieter eon stellt drei vor:

  • den Anschluss an einen Stromverteiler in der Nähe (als meist günstigste, schnellste Variante),
  • den Anschluss eines auf dem Baugrundstück bereits verlegten Stromkabels an eine Anschlusssäule mit Verbindung zum Baustromkasten,
  • der direkte Anschluss des Baustromkastens an ein bereits verlegtes Stromkabel.

Welche Variante die beste ist, lässt sich nur individuell für ein konkretes Bauprojekt entscheiden. Eventuell fallen Zusatzkosten an, wenn man beispielsweise eine Straße für die Baustromversorgung mit Kabeln überbrücken muss. Einfluss auf die Kosten für Baustrom hat zudem die bereits erwähnte Frage, ob man den Baustromkasten mietet oder kauft und für wie viel Geld man ihn nach Ende der Bauarbeiten gegebenenfalls wieder verkaufen kann.

Nicht zuletzt fallen Kosten für den Baustromtarif an. Wie der normale Haushaltsstrom teilen sie sich häufig in einen Grund- und einen Arbeitspreis. Der Grundpreis fällt verbrauchsunabhängig an, während der Arbeitspreis in Cent/kWh mit zunehmendem Verbrauch steigt. Teils hängen Preise von der Größe der Baustelle ab. Dann gibt es von den Stromversorgern zum Beispiel für Betreiber von Großbaustellen Sonderrabatte. Mitunter bieten die Stromversorger Baustrom zu Bedingungen der lokalen Grundversorgung an oder auf Basis anderer bestehender Stromtarife. In anderen Fällen gibt es von ihnen spezielle Baustromtarife.

Was kostet Baustrom: ein paar konkrete Zahlen

Konkrete Zahlen zu nennen, ist angesichts der Unterschiede zwischen verschiedenen Bauprojekten schwierig. Es gibt jedoch Orientierungswerte. Das Magazin Focus nannte in einem Ratgeberartikel vom April 2018 Kosten für Baustrom und Wasser von 2.000 Euro. Das Portal Haus.de als Orientierungswert für die Kosten des Baustroms in einer sechsmonatigen Bauphase 600 Euro. Ist das Bauvorhaben weit fortgeschritten, kann man eventuell die Baustromlieferung beenden und für die restlichen Arbeiten auf den bereits installierten Hausanschluss zurückgreifen.

Bei der Auswahl des Baustromlieferanten ist man frei

Als Bauherr ist man zwar nicht frei in der Entscheidung, bei wem man den Antrag auf Baustrom stellt. Allerdings muss man den Baustrom nicht unbedingt von dem Unternehmen beziehen, das den Antrag bearbeitet. Bauherren haben deshalb Spielraum für einen Stromanbietervergleich. Und der kann sich lohnen.

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