Heizstrom: Auch beim Heizstrom lohnt der Tarifvergleich!
Heizstrom war einmal dabei, ein Relikt aus der Vergangenheit zu werden. Ursprünglich wurde er vor allem für Nachtspeicherheizungen genutzt, die mittlerweile aber längst auf dem Rückzug sind. Allerdings wird Heizstrom inzwischen vor allem auch für Wärmepumpen genutzt, sodass er in Zukunft eher an Bedeutung gewinnt. Welche Heizsysteme überhaupt mit Strom laufen und wo ihre Grenzen liegen, zeigt der Ratgeber Heizen mit Strom.
Das Wichtigste in Kürze
- Heizstrom wird für Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen angeboten; er kann günstiger als Haushaltsstrom sein, ist aber regional sowie tarif- und messkonzeptabhängig.
- Ein Preisvorteil kann aus Tarif, Messkonzept und Netzentgelten folgen; eine Reduzierung nach § 14a EnWG gilt nur für erfasste Anlagen.
- Nachtspeicher- und Wärmepumpentarife unterscheiden sich – vergleichen Sie passend zu Ihrem Zählermodell.

Die Zahl der Angebote ist beim Heizstrom oft deutlich geringer als bei „normalen“ Stromangeboten. Ein Tarifvergleich lohnt sich dennoch auch hier. Solch ein Vergleich ist mit dem Heizstromrechner auf unserer Webseite möglich.

Was ist Heizstrom?
Das Bundeskartellamt hat Heizstrom in seiner „Sektoruntersuchung Heizstrom“ folgendermaßen definiert. Als „Heizstrom“ gilt Strom, der zum Betrieb unterbrechbarer Verbrauchseinrichtungen mit dem Zweck der Raumheizung geliefert wird. Als mit Heizstrom laufende Heizungen wurden in der Untersuchung die Nachtspeicherheizung und Wärmepumpen genannt. Aber auch sogenannte Infrarotheizungen laufen mit Strom. Der Begriff „unterbrechbar“ ist dabei aktueller denn je: Seit dem 1. Januar 2024 in Niederspannung in Betrieb genommene Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung fallen grundsätzlich unter die §-14a-Regelungen: Bei konkreter Netzüberlastung darf der Netzbetreiber den Netzbezug zeitweise dimmen; mindestens 4,2 kW bleiben verfügbar, im Gegenzug sinkt das Netzentgelt.
Heizstrom kurz erklärt: Tarif, Messmodell und mögliche Netzentgeltreduzierung
1Worum es geht
Heizstrom ist Strom für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen zur Raumheizung – so definiert es das Bundeskartellamt. Klassisch war das die Nachtspeicherheizung, heute ist es zunehmend die Wärmepumpe.
2Warum er günstiger ist
3Worauf achten

Der Stromverbrauch bei Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen ist nicht in gleicher Weise über den Tag verteilt. Die klassische Nachtspeicherheizung lädt typischerweise vor allem in Schwachlastzeiten. Wärmepumpen beziehen Strom dagegen meist bedarfsabhängig über Tag und Nacht. Das bedeutet: Tarife mit Vorteilen für Besitzer von Nachtspeicherheizungen sind nicht unbedingt ebenso vorteilhaft für Wärmepumpenbesitzer. Deshalb bieten Stromanbieter oft verschiedene Heizstromtarife für Kunden mit Wärmepumpe und Nachtspeicherheizung an.
Heizstrom: Die Preisgestaltung war nicht immer fair.
Manche Heizstromtarife arbeiten mit Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT). HT und NT bezeichnen dabei Zeit- oder Preisstufen; Heizstrom ist nicht automatisch nur der NT. Umgangssprachlich ist für den Niedertarif auch der Name Nachtstrom üblich. Nachtstrom ist eine gebräuchliche Bezeichnung für Strom in günstigen Nebenzeiten.

Ab 2009 untersuchte das Bundeskartellamt die Preise von 25 großen Heizstromversorgern. Diese Unternehmen deckten rund 70 % des damaligen Marktes ab; im Verfahren gegen Entega stellte die Behörde für 2007 bis 2009 missbräuchlich überhöhte Preise fest.

Heizstromkunden hatten es nicht immer leicht, weil ihnen relativ wenige Angebote zum Vergleichen zur Verfügung standen. Die Situation hat sich aber verbessert. „Mehr Wettbewerb im Heizstrombereich: Wechselquoten verdoppeln sich 2014“ berichtete etwa das Bundeskartellamt in seinem Jahresbericht 2015. Auch, wer sich für auf Ökostrom entscheiden möchte, kann mittlerweile passenden Heizstrom erhalten.
Vergleich der Heizstrompreise lohnt sich eher als früher
Heizstrom kann günstiger als Haushaltsstrom sein, doch Preis und Vorteil hängen stark von Netzgebiet, Messkonzept, Verbrauch und Tarif ab. Ein pauschaler Vergleich mit Gas oder Öl reicht für die Heizkosten nicht aus: Bei Wärmepumpen sind außerdem Jahresarbeitszahl und Gebäude entscheidend.

Heizstrompreisvergleich: ein Beispiel
Ein Rechenbeispiel mit runden Werten: Eine Nachtspeicherheizung verbraucht 12.000 Kilowattstunden Heizstrom im Jahr. Liegt der günstigste verfügbare Tarif drei Cent je Kilowattstunde unter dem bisherigen, macht das 360 Euro Ersparnis im Jahr – bei fünf Cent Unterschied sind es 600 Euro. Abhängig von Region und Preisentwicklung kann der Abstand größer oder kleiner ausfallen. Ein Tarifvergleich zeigt, ob sich ein Wechsel gegenüber Ihrem aktuellen Vertrag tatsächlich lohnt.
Wichtig für den Vergleich: Klären Sie vorab, ob Ihr Heizstrom über einen eigenen Zähler oder eine gemeinsame Messung mit dem Haushaltsstrom läuft – davon hängt ab, welche Tarife überhaupt infrage kommen.
In vier Schritten zum günstigeren Heizstrom
| Schritt | Das ist zu tun | Aufwand |
|---|---|---|
| 1 · Zähler klären | Eigener Heizstromzähler, Doppeltarifzähler oder gemeinsame Messung? Das entscheidet über die Tarifauswahl. | gering |
| 2 · Verbrauch ermitteln | HT- und NT-Verbrauch bzw. Wärmepumpenstrom aus der letzten Abrechnung ablesen. | gering |
| 3 · Vergleichen & wechseln | Mit dem Heizstromrechner passende Tarife für Nachtspeicher oder Wärmepumpe vergleichen. | mittel |
| 4 · Jährlich prüfen | Zum Ende von Preisgarantie oder Bonuszeitraum erneut vergleichen; die § 14a-Netzentgeltreduzierung in der Abrechnung prüfen. | gering |
Wie arbeiten Wärmepumpen und wozu dient Wärmepumpenstrom? Luft, Boden oder Wasser: Unsere Umwelt ist voller Energie, man muss sie nur… weiterlesen



