Stromausfall – was tun?
Das Stromnetz der Bundesrepublik Deutschland gilt als äußerst robust und sicher. Nennenswerte Ausfälle, die über einen längeren Zeitraum hinweg andauern, gibt es nur sehr selten. Dennoch kann es nicht schaden einige einfache Vorbereitungen zu treffen – damit Sie nicht unnötig im Dunkeln tappen.
Das Wichtigste in Kürze
- Erst das Ausmaß klären: eigene Sicherung, ganzes Gebäude oder Viertel – danach richtet sich jede weitere Maßnahme.
- Bei größeren Störungen den Entstördienst des Netzbetreibers informieren – nur Sicherungen und FI-Schalter prüfen, keine Reparaturen an der Hauselektrik ausführen.
- Grundausstattung bereithalten: Taschenlampe, Powerbank, Batterieradio – und die Nummer des Entstördienstes im Handy.

Verschaffen Sie sich einen Überblick
Wenn plötzlich die Lichter ausgehen, kann das ganz unterschiedliche Ursachen haben. Von einer defekten Lampe über eine herausgesprungene Sicherung im Verteilerkasten der Wohnung bis hin zu einem großräumigen Stromausfall ist alles möglich. Das komplette Gebäude, der Stadtteil oder sogar die ganze Region kann betroffen sein. Versuchen Sie zunächst herauszufinden, wie ausgedehnt der Stromausfall ist. Dazu gehen Sie am besten wie folgt vor:
Wo klemmt es? Der Drei-Stufen-Check
1. Ist nur eine Lampe oder Steckdose ohne Strom?
2. Haben Nachbarn oder andere Etagen ebenfalls keinen Strom?
3. Ist die Straße oder das Viertel dunkel?

Überprüfen Sie die Verhältnisse in den Nachbarräumen
Wenn in der restlichen Wohnung oder im Büro alles in Ordnung ist, können Sie von einem defekten Gerät oder einer einzelnen herausgesprungenen Sicherung ausgehen. Häufig handelt es sich nur um ein kleines Problem, das mit wenig Aufwand behoben werden kann. Im günstigsten Fall reicht das Schalten einer Sicherung. Wenn Sie sich im Umgang mit der Hauselektrik unsicher sind, rufen Sie fachkundige Hilfe.

Klären Sie die Situation im Gebäude
Wenn die ganze Wohnung betroffen ist, sollten Sie die Situation im restlichen Gebäude abklären. Versuchen Sie einen Nachbarn oder eine andere Abteilung zu kontaktieren. Wenn sich der Stromausfall über das ganze Gebäude erstreckt, muss sich eine Fachkraft um die Behebung des Schadens kümmern. Legen Sie niemals selbst Hand an. Informieren Sie die Hausverwaltung oder Firmenleitung. Alternativ können Sie sich mit dem Entstördienst des lokalen Netzbetreibers in Verbindung setzen. Die Nummern der Hausverwaltung und des örtlichen Entstördienstes speichern Sie für den Notfall am besten gleich in Ihrem Handy.
Ist die Umgebung betroffen?
Bei Nacht reicht meist ein kurzer Blick aus dem Fenster um festzustellen, ob der ganze Straßenzug oder vielleicht das ganze Viertel betroffen ist. In diesem Fall können Sie lediglich den Entstördienst des lokalen Netzbetreibers in Kenntnis setzen. Ob eine großflächige Störung bereits gemeldet ist, sehen Sie – ein geladenes Mobiltelefon vorausgesetzt – auch online, etwa über das Störungsportal störungsauskunft.de oder die Website Ihres Netzbetreibers. Ansonsten heißt es abwarten, bis der Schaden behoben ist. Gleiches gilt für großräumige regionale Stromausfälle.
Bevor sie sich um Hilfe bemühen, versuchen Sie sich ein möglichst klares Bild der Lage zu verschaffen. Je genauer Ihre Informationen sind, desto gezielter kann der Entstördienst oder ein anderer Ansprechpartner auf die Situation reagieren. Diese Informationen sind wichtig:
- Ausmaß des Stromausfalls
- Zeitpunkt des Stromausfalls
- liegt Brandgeruch in der Luft oder gibt es andere Auffälligkeiten?
- Sind Personen in Fahrstühlen oder elektronisch verriegelten Räumen eingeschlossen?
Gut vorbereitet für den Fall der Fälle
In den vergangenen Jahrzehnten ist es in Deutschland äußerst selten zu akuten Gefahrensituationen durch langanhaltende Stromausfälle gekommen. Dennoch können einige kleine Maßnahmen als Vorbereitung auf einen Ausfall der Elektrizität nicht schaden.
Notfall-Grundausstattung für den Stromausfall
Licht & Strom Basis
Taschenlampe mit frischen Batterien oder Kurbellampe und geladene Powerbank; Kerzen nur beaufsichtigt und mit Abstand zu Brennbarem nutzen.
Information BBK-Tipp
Batteriebetriebenes Radio für Durchsagen; Nummern von Entstördienst und Hausverwaltung im Handy und auf Papier.
Technik-Wissen Vorab klären
Sicherungskasten und FI-Schalter kennen; wissen, ob ein zweiter, vorgeschalteter Kasten existiert. Arbeiten an der Hauselektrik gehören in Fachhände.
Kühlkette & Ruhe Oft unterschätzt
Kühl- und Gefrierschrank geschlossen halten – die Kälte hält Stunden. Ruhe bewahren, aber bei Brandgeruch, Rauch, eingeschlossenen Personen oder stromabhängigen lebenswichtigen Geräten sofort Hilfe organisieren.
- Machen Sie sich im Vorfeld mit den elektrischen Schalteinrichtungen in Ihrer Wohnung oder Ihrer Abteilung vertraut. Finden Sie heraus, wo sich der betreffende Sicherungskasten befindet und wie die Sicherungen geschaltet werden müssen. Klären Sie ab, ob eventuell ein zweiter, vorgeschalteter Sicherungskasten vorhanden ist.
- Deponieren Sie eine Kerze mit Streichhölzern oder eine Taschenlampe an einem leicht zugänglichen Ort. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Sie die Situation nicht im kompletten Blindflug bewältigen müssen. Achten Sie darauf, dass die Taschenlampe mit geladenen, am besten originalverpackten Batterien bestückt werden kann. Ergänzen Sie eine geladene Powerbank für das Mobiltelefon und – für längere Ausfälle – ein batteriebetriebenes Radio; beides empfiehlt auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
- Und last, but not least: bewahren Sie Ruhe. Meist lässt sich ein Stromausfall besonnen bewältigen; bei Rauch, Brandgeruch, eingeschlossenen Personen oder stromabhängigen Hilfsgeräten zählt dagegen sofortige Hilfe. Versuchen Sie die Situation mit einem kühlen Kopf zu analysieren und handeln Sie besonnen. Wenn Sie mit der Situation überfordert sind, rufen Sie Hilfe. Polizei und Rettungskräfte haben für derartige Situationen Verständnis, solange es sich nicht um groben Unfug handelt.

Nach dem Stromausfall: Geräte und Vorräte prüfen
Beim Stromausfall schalten Sie Herd, Wasserkocher, Bügeleisen und andere elektrische Wärmegeräte aus. Ist der Strom zurück, lohnt ein kurzer Kontrollgang: Prüfen Sie, ob Sicherungen und FI-Schutzschalter wieder eingeschaltet sind, und stellen Sie Uhren, Zeitschaltuhren und Heizungsthermostate neu. Kühl- und Gefrierschrank halten die Kälte bei geschlossener Tür mehrere Stunden – nach einem längeren Ausfall sollten Sie angetaute Lebensmittel aber prüfen und im Zweifel entsorgen. Prüfen Sie empfindliche Elektronik nach der Rückkehr der Versorgung auf Funktion und mögliche Schäden.
Die Bundesnetzagentur ermittelte für 2024 durchschnittlich 11,7 Minuten ungeplante Stromunterbrechung je Letztverbraucher; außergewöhnliche Ereignisse wie höhere Gewalt sind dabei nicht eingerechnet. § 18 NAV regelt unter bestimmten Voraussetzungen die Haftung des Netzbetreibers: Bei Sachschäden wird Fahrlässigkeit widerleglich vermutet, bei Vermögensschäden Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit. Bei einfachen Sachschäden und bei grob fahrlässigen Vermögensschäden ist die Haftung grundsätzlich auf 5.000 Euro je Anschlussnutzer begrenzt. Schäden unter 30 Euro werden unter den gesetzlichen Voraussetzungen nicht ersetzt. Melden Sie Schäden unverzüglich und möglichst schriftlich beim örtlichen Netzbetreiber.
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