Stromkosten berechnen – darauf müssen Sie achten

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Stromkosten berechnen – darauf müssen Sie achten

Mit der Energiewende wird seit einigen Jahren in Deutschland das Zeitalter der nachhaltigen Energiewirtschaft eingeleitet. Was mit Blick auf den schonenden Umgang mit unwiederbringbaren Ressourcen wie Kohle und Gas richtig und wichtig ist, hat für die Verbraucher aber auch Nachteile. Gewaltige in Windparks, Solarfarmen und deren Infrastruktur hat zu einer schrittweisen Anhebung des Strompreises geführt – Ende nicht absehbar. War früher die Stromrechnung für viele Haushalte ein Posten unter ferner liefen, wird sie heute mehr und mehr zu einem echten Kostenfaktor.

Wer bei den Stromkosten bare Münze sparen möchte muss zunächst genau wissen, wie viel Strom er eigentlich verbraucht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre tatsächlichen Stromkosten berechnen und auf welche Fehlerquellen Sie dabei achten müssen.

Stromkosten © gourmecana, fotolia.com

Jeder Verbraucher zählt

Zwar sind die Großgeräte die unangefochtenen Spitzenreiter, wenn es um den Stromverbrauch geht, aber auch Kleingeräte wie die Kaffeemaschine oder das Radio tragen ihren Teil zu der Stromrechnung bei. Auf ein gesamtes Jahr gesehen kann sich mit dem Verzicht oder dem Austausch eines einzelnen Kleinverbrauchers zumindest der Betrag für ein nettes Abendessen einsparen lassen. Wer es mit dem Stromsparen also ernst meint, macht am besten zunächst eine Bestandsaufnahme aller Stromverbraucher. Entscheidend für den Stromverbrauch ist die elektrische Leistung, die auf jedem Verbraucher angegeben ist. So gehen Sie vor:

  • Listen Sie zunächst jeden Verbraucher in Ihrem Haushalt auf. Auf diese Weise verschaffen Sie sich nicht nur einen Überblick über die Verbraucher. Es ergibt sich auch eine hervorragende Gelegenheit, um nicht mehr benötigte Elektrogeräte auszumustern.
  • Notieren Sie sich zu jedem Verbraucher, wie lange er täglich in Betrieb ist. Achten Sie darauf, ob ein Elektrogerät die restliche Zeit des Tages im Stand-by-Modus verbleibt. Der Stand-by- Verbrauch ist zwar geringer als der reguläre Verbrauch, über die Monate und Jahre trägt aber auch er seinen Teil zum Gesamtverbrauch bei.
  • Inspizieren Sie am besten einen Raum nach den anderen, dann behalten Sie den Überblick.

Beispielliste:

Verbraucher Standort Verbrauch im Betrieb in kW Betriebsdauer pro Tag in Std. Stand-by-Verbrauch in kW Stand-by-Dauer pro Tag
Herd Küche 4 1
Waschmaschine Bad 2 0,5
Fernseher Wohnzimmer 0,15 4 0,02 20
Fön Bad 2 0,5
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Elektrische Leistung ist nicht gleich Verbrauch

Stromrechnung zu hoch? © Stockfotos MG, fotolia.com

Wenn Sie auf diese Weise die elektrische Leistung eines jeden Verbrauchers und seine tägliche Betriebsdauer dokumentiert haben, können Sie den Stromverbrauch berechnen. Der Verbrauch ergibt sich aus elektrischer Leistung und Betriebsdauer, er wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben.

Wenn Sie also einen Wasserkocher mit einer Leistung von 2 Kilowatt täglich eine halbe Stunde in Betrieb haben, ergibt sich daraus ein Stromverbrauch von einer Kilowattstunde (2 Kilowatt mal 0,5 Stunden ergeben eine Kilowattstunde). Die allgemeine Formel, mit der Sie für jedes Gerät den Stromverbrauch berechnen können lautet demnach:

Leistung (in kW) X Betriebsdauer pro Tag (in h) = Verbrauch pro Tag (in kWh)

Verbrauch und Strompreis bestimmen die Kosten

Aus dem Tagesverbrauch lässt sich mit einer einfachen Multiplikation leicht der Jahresverbrauch errechnen:

Tagesverbrauch (in kWh) X 365,25 Tage = Jahresverbrauch (in kWh)

In dem Beispiel mit dem Wasserkocher ergibt sich daraus ein jährlicher Stromverbrauch von 365,25 kWh. Pro verbrauchter Kilowattstunde stellt Ihnen Ihr Stromversorger einen vertraglich festgelegten Betrag in Rechnung, der aktuell bei etwa 28 Cent pro Kilowattstunde liegt. Daraus resultieren für den Wasserkocher jährliche Kosten in Höhe von:

365,25 kWh X 0,28 Euro = 102,27 Euro

Wenn Sie auf diese Weise für jeden Verbraucher den jährlichen Stromverbrauch berechnen, erhalten Sie in der Summe den Gesamtverbrauch Ihres Haushalts. Dieser Teil der Stromrechnung, der aus dem sogenannten Arbeitspreis des Stroms resultiert, ist aber nur die halbe Miete. Hinzu kommt der sogenannte Grundpreis, der fix ist und jeden Monat mit dem gleichen Betrag zu Buche schlägt.

Strompreisberechnung als Kontrollinstrument

Auch wenn Ihre Rechnung ein paar Unsicherheiten und Schätzungen beinhalten wird, lässt sich zumindest näherungsweise der Stromverbrauch und die sich daraus ergebenden Kosten bestimmen. Wenn der von Ihnen bestimmte Verbrauch signifikant von den Zahlen der Stromrechnung abweicht, sollten Sie hellhörig werden. Folgende Faktoren können für die Differenzen eine Rolle spielen:

  • Fehler in Ihren Berechnungen
  • Fehler in den Berechnungen des Stromanbieters
  • defekte Elektrogeräte
  • falsche Leistungsangaben auf den Elektrogeräten
  • defekter Stromzähler

Zwar gehören defekte Stromzähler und fehlerhafte Berechnungen des Anbieters nicht zu den Ursachen Nummer eins für fehlerhafte Stromrechnungen, sie kommen aber dennoch vor. Bevor Sie allerdings Ihren Stromanbieter in die Pflicht nehmen, sollten Sie die anderen, meist näher liegenden Ursachen in Betracht ziehen.

Wer nicht tagtäglich mit Zahlen umgeht, kann sich schnell einmal um eine Kommastelle vertun und so zu einem falschen Ergebnis gelangen. Insbesondere der Verbrauch älterer oder minderwertiger Elektrogeräte kann sich deutlich von den Angaben auf dem Gerät unterscheiden. Um diese Fehlerquelle auszuschließen, kann die Überprüfung des tatsächlichen Stromverbrauchs nützlich sein.

Tipp: bei Ungereimtheiten nachmessen: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Angaben auf einem Gerät mit dem tatsächlichen Stromverbrauch übereinstimmen, können Sie das selbst überprüfen. Dazu sind im Handel preisgünstige Messgeräte erhältlich, die schnell Aufschluss über den realen Verbrauch geben. Auch viele Verbraucherverbände bieten ihren Klienten die Möglichkeit, sich kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr ein solches Messgerät auszuleihen.

Wer handelt, kann nur gewinnen

Zwar ist die Berechnung Ihrer Stromkosten mit etwas Aufwand verbunden, der sich aber letzten Endes in jedem Fall auszahlt. Vor allen Dingen veraltete Geräte mit einem hohen Stand-by-Verbrauch und gar nicht benötigte Verbraucher treiben die Stromkosten ohne jeden Nutzen unnötig in die Höhe. In den meisten Haushalten ist das Staunen über das vorhandene Sparpotenzial groß.

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