Strommix in Deutschland

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Der Strommix in Deutschland

Welcher Strom kommt eigentlich genau aus der Steckdose? Wie und wo wurde er produziert? Solche Fragen zu stellen, ist durchaus sinnvoll. Schließlich ist die Art der Stromproduktion mitentscheidend dafür, wie stark der Energiehunger der Menschheit diesen Planeten belastet. Ein Blick auf den Strommix in Deutschland zeigt, wie sich Prioritäten im Lauf der Zeit verändert haben.

Ökostrom aus Windkraft und Solaranlagen © visdia, fotolia.com
Immer mehr Ökostrom: Strom aus Windkraft und Solaranlagen © visdia, fotolia.com

Strommix 2016 in Deutschland

Der in Deutschland produzierte Strom wird aus unterschiedlichen Energieträgern gewonnen. Laut Infografik der AG Energiebilanzen wurden in Deutschland 2016 insgesamt 648,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom produziert. Den größten Anteil daran hat laut Grafik nach wie vor die Stromerzeugung aus Kohle. So wurden 23,1% des erzeugten Stroms mithilfe von Braunkohle gewonnen und 17,2% mit Steinkohle. Beide Arten der Kohle befinden sich jedoch auf dem Rückzug im Energiemix Deutschlands. Im Vorjahr standen sie noch für 23,9% beziehungsweise 18,2% des erzeugten Stroms.

Ebenfalls auf dem Rückzug befindet sich die Kernenergie. Ihr Anteil an der Stromerzeugung lag 2016 bei 13,1%, während es 2015 noch 14,2% waren. Dagegen stieg der Anteil des mit Erdgas erzeugten Stroms deutlich. 12,4% des 2016 produzierten Stroms entstand mithilfe von Erdgas. 2015 waren es nur 9,6%. In etwa auf demselben Niveau blieben die erneuerbaren Energien im Jahresvergleich. Ihr Anteil lag 2015 bei 31,5% und stieg 2016 auf 31,7%.

Windrad © arsdigital, fotolia.com
Windrad © arsdigital, fotolia.com

Bei erneuerbaren Energien dominiert Windkraft. Bei den Erneuerbaren Energien hat in Deutschland 2016 (wie auch 2015) die Windkraft den größten Anteil an der Stromerzeugung. Ihr Anteil lag 2016 bei 11,9%. Es folgten Biomasse mit 7% sowie Photovoltaik mit 5,9%, Wasser mit 3,2% und sonstige erneuerbare Energien mit einem Prozent. Die größten Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zeigten sich mit minus 0,4 Prozentpunkten bei der Windkraft sowie mit plus 0,3 Prozentpunkten bei der Wasserkraft.


Bildquelle: Agentur für Erneuerbare Energien www.unendlich-viel-energie.de

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Der Strommix: Veränderungen seit 1990

Wie sich der Strommix in Deutschland im Lauf der Jahre verändert hat, zeigt etwa die Tabelle „Bruttostromerzeugung in Deutschland ab 1990 nach Energieträgern“ der AG Energiebilanzen. Hier einige exemplarische Daten:

  • Braunkohle: 1990 wurden 170,9 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Braunkohle produziert. Seit dem Jahr 2000 liegt die Jahresproduktion etwa zwischen 145 und 160 Milliarden Kilowattstunden. Braunkohle wird im Strommix also tendenziell unwichtiger, bleibt bisher aber sehr bedeutend.
  • Steinkohle: Bei der Steinkohle gab es 1990 eine Jahresproduktion von 140,8 Milliarden Kilowattstunden. 2016 waren es geschätzt 111,5 Milliarden, 2015 gesichert 117,7 Milliarden. Auch Steinkohle verliert damit an Bedeutung im Strommix.
  • Kernenergie: Kernenergie ist deutlich unwichtiger geworden. 1990 stand sie noch für 152,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. 2001 gab es eine Spitze der Produktion mit 171,3 Milliarden. Seither geht es mit Unterbrechungen tendenziell abwärts. Der Wert für 2015 lag bei 91,8 Milliarden Kilowattstunden.
  • Erdgas: Die Bedeutung von Erdgas ist stark angestiegen. 1990 wurden 35,9 Milliarden Kilowattstunden Strom mit Erdgas produziert. 2015 waren es 62 Milliarden und für 2016 lagen die Schätzungen bei 80,5 Milliarden.
  • Erneuerbare Energien: Noch viel stärker war der Anstieg bei den Erneuerbaren Energien. 1990 wurden mit Erneuerbaren Energien nur 19,7 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. 2015 waren es 187,4 Milliarden und 2016 (geschätzte) 188,3 Milliarden.

Jeder Stromanbieter hat seinen eigenen Strommix

Bisher war die Rede vom Strommix in ganz Deutschland. Aber natürlich haben auch die einzelnen Stromversorger ihren eigenen Strommix. Und sie müssen Verbraucher darüber informieren, wie der aussieht.

Laut Paragraf 42 des Energiewirtschaftsgesetzes sind die Elektrizitätsversorgungsunternehmen unter anderem zur Information verpflichtet, wie hoch der Anteil „der einzelnen Energieträger (Kernkraft, Kohle, Erdgas und sonstige fossile Energieträger, erneuerbare Energien, finanziert aus der EEG-Umlage, sonstige erneuerbare Energien) an dem Gesamtenergieträgermix“ ist, den sie im letzten oder vorletzten Jahr verwendet haben. Stromkunden gibt das die Möglichkeit, den individuellen Strommix des Unternehmens als ein Kriterium bei der Auswahl der für sie geeigneten Stromtarife zu nutzen.

Ist Ökostrom eigentlich Ökostrom?

Ein Ökostromtarif ist keine Garantie dafür, dass es sich beim Strom aus der Steckdose tatsächlich um Ökostrom handelt, also um einen aus erneuerbaren Energien gewonnenen Strom. Allerdings verpflichten sich die Anbieter bei einem Ökotarif beispielsweise, Strom aus erneuerbaren Energien in den Strommix einzuspeisen bzw. einspeisen zu lassen. Eingespeist wird dann die Menge des Stroms, der im Rahmen eines Ökostromvertrags verbraucht wurde.

Ökostrom © Eisenhans, fotolia.com
Ökostrom © Eisenhans, fotolia.com

Würden Stromkunden also nur noch Ökotarife wählen, würden 100% Ökostrom in den Strommix eingespeist. Mit der Entscheidung für einen Ökostromtarif trägt man also durchaus dazu bei, dass Ökostrom im Strommix an Bedeutung gewinnt.

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