Wie setzten sich die Strompreise zusammen

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Der Strompreis – Buch mit sieben Siegeln?

Der Strompreis ist für viele Verbraucher nur schwer nachvollziehbar. Neben den Energiekosten rechnen die Versorger zahlreiche weitere Kostenfaktoren in den Strompreis mit ein. Und auch der Staat möchte in Form von Steuern ordentlich am Energie-Geschäft mitverdienen. Öko-Abgabe, Steuern und Vertriebskosten sind nur einige der Posten, aus denen sich der Gesamtpreis zusammensetzt.

Stromkosten © Sergej Toporkov, fotolia.com
Stromkosten © Sergej Toporkov, fotolia.com

Ein Teil der Kosten bleibt konstant

Der Preis für den Strom setzt sich aus einem Grundpreis und einem Arbeitspreis zusammen. Während der Grundpreis fix ist und jeden Monat mit dem gleichen Betrag zu Buche schlägt, variiert der gesamte Rechnungsbetrag mit dem Verbrauch. Der Arbeitspreis wird pro verbrauchter Energie-Einheit, also pro Kilowattstunde in Rechnung gestellt.

Die wichtigsten Kostenfaktoren beim Strompreis:

  • Steuern
    Strom- und Umsatzsteuer machen etwa 23 Prozent der Kosten für Strom in einem Durchschnittshaushalt aus. Die Strom- oder Ökosteuer ist Teil der ökologischen Steuerreform und wird als indirekte Verbrauchssteuer von den Versorgungsunternehmen an den Endkunden weitergegeben.
  • Abgaben und Umlagen
    Ein weiterer dicker Batzen wird durch die Umlage zum Erneuerbare-Energien-Gesetz fällig. Mit etwa 22 Prozent stellt sie den Löwenanteil der Abgaben und Umlagen. Dazu kommen Konzessionsabgaben, mit denen sich die Kommunen für die Bereitstellung von Strom-Infrastruktur entschädigen lassen. Zusätzliche Umlagen wie beispielsweise der Aufschlag für Kraft-Wärme-Kopplung und die Offshore-Haftungsumlage erhöhen diesen Posten weiter.
  • Netzentgelte
    Knapp ein weiteres Viertel der Stromrechnung wird durch die Gebühren zur Nutzung des Stromnetzes verursacht. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, jedem Stromanbieter Zugang zum Stromnetz zu ermöglichen. Diese gesetzliche Vorgabe lassen sich die Betreiber der Stromnetze selbstverständlich entsprechend vergüten. Hinzu kommen die Kosten für die Messung der verbrauchten Stromenge, also für die Stromzähler, deren Wartung und Installation. Die Abrechnung der erbrachten Leistungen verursacht ebenfalls Kosten.
  • Strombeschaffung und Vertrieb
    Das letzte Viertel des Strompreises wird durch den Einkauf und den Vertrieb der Ware Strom verursacht. Dieser Bereich ist nicht reguliert und lässt den Anbietern Spielraum für ihre eigene Preisgestaltung. Von der geschickten Kalkulation der Stromanbieter hängt es ab, wie attraktiv ihre Angebote für die Kunden ausfallen und wie hoch ihr Gewinn ist.

Wohin entwickelt sich der Strompreis?

Die ehrgeizigen Ziele, die sich die Bundesregierung mit der Energiewende gesetzt hat, lässt auch weiterhin steigende Strompreise erwarten. Die geplanten Stromautobahnen, die Erzeuger im Norden und Osten unseres Landes mit den Hauptabnehmern in der Mitte und im Süden verbinden sollen, werden ihren Teil dazu beitragen.

Grafische Darstellung: Bestandteile des Strompreises


Daten: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Agentur für Erneuerbare Energien

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