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Wie setzen sich die Strompreise zusammen

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Der Strompreis – Buch mit sieben Siegeln?

Der Strompreis ist für viele Verbraucher nur schwer nachvollziehbar. Neben den Energiekosten rechnen die Versorger zahlreiche weitere Kostenfaktoren in den Strompreis mit ein. Und auch der Staat möchte in Form von Steuern ordentlich am Energie-Geschäft mitverdienen. Netzentgelte, Steuern und Vertriebskosten sind nur einige der Posten, aus denen sich der Gesamtpreis zusammensetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Strompreis besteht aus drei Teilen: Beschaffung und Vertrieb (rund 41 %), Netzentgelte (rund 25 %) sowie Steuern, Abgaben und Umlagen (rund 34 %).
  • Über die Tarifwahl beeinflussen Sie vor allem Beschaffung und Vertrieb; Netzentgelte und Konzessionsabgabe sind regional unterschiedlich.
  • Seit Juli 2022 gibt es keine EEG-Umlage mehr; auch die Umlage für abschaltbare Lasten ist entfallen.
Stromkosten © Superingo, stock.adobe.com
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Grundpreis und Arbeitspreis: Ein Teil der Kosten bleibt konstant

Der Preis für den Strom setzt sich aus einem Grundpreis und einem Arbeitspreis zusammen. Während der Grundpreis fix ist und jeden Monat mit dem gleichen Betrag zu Buche schlägt, variiert der gesamte Rechnungsbetrag mit dem Verbrauch. Der Arbeitspreis wird pro verbrauchter Energie-Einheit, also pro Kilowattstunde in Rechnung gestellt.

Wie stark das Verhältnis der beiden Preise die Rechnung bestimmt, zeigt ein Beispiel mit zwei ausgedachten Tarifen: Tarif A verlangt 15 Euro Grundpreis im Monat und 30 Cent je Kilowattstunde, Tarif B 6 Euro Grundpreis und 33 Cent. Bis rund 3.600 Kilowattstunden im Jahr ist Tarif B günstiger, darüber Tarif A.

JahresverbrauchTarif A: 15 Euro Grundpreis, 30 Cent je kWhTarif B: 6 Euro Grundpreis, 33 Cent je kWh
1.500 kWh630 Euro567 Euro
3.600 kWh1.260 Euro1.260 Euro
5.000 kWh1.680 Euro1.722 Euro
Eigenes Rechenbeispiel kwh-preis.de mit angenommenen Preisen, Grundpreis mal zwölf Monate plus Arbeitspreis mal Verbrauch; keine Marktpreise.

Hoher Grundpreis oder niedriger Arbeitspreis – was passt zu Ihrem Verbrauch?

Welcher Tarif günstiger ist, entscheidet Ihr Jahresverbrauch. Der Tarifrechner rechnet Grund- und Arbeitspreis für Ihre Postleitzahl zusammen und vergleicht die Jahreskosten.

Stromtarife mit meinem Verbrauch vergleichen

Die wichtigsten Kostenfaktoren beim Strompreis

Diese Faktoren bestimmen den Strompreis
Diese Faktoren bestimmen den Strompreis
  • Steuern, Abgaben und Umlagen
    Rund ein Drittel des Strompreises entfällt auf staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen. Seit dem Wegfall der EEG-Umlage im Juli 2022 ist dieser Anteil deutlich gesunken. Es bleiben die Umsatz- und die Stromsteuer, die Konzessionsabgabe an die Kommunen sowie die Umlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG), der Aufschlag für besondere Netznutzung (früher § 19-StromNEV-Umlage) und die Offshore-Netzumlage. Die früher zusätzlich erhobene Umlage für abschaltbare Lasten wird seit 2023 nicht mehr berechnet.
  • Netzentgelte und Zähler
    Rund 25 Prozent der Stromrechnung entfallen auf die Gebühren zur Nutzung des Stromnetzes. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, jedem Stromanbieter Zugang zum Stromnetz zu ermöglichen. Für die Netznutzung erhalten die Betreiber ein Entgelt – dieses ist jedoch staatlich reguliert (§ 20 und § 21 EnWG) und darf nicht frei festgelegt werden. Hinzu kommen die Kosten für die Messung der verbrauchten Strommenge, also für die Stromzähler, deren Wartung und Installation. Die Abrechnung der erbrachten Leistungen verursacht ebenfalls Kosten.
  • Strombeschaffung, Service und Vertrieb
    Rund 41 Prozent und damit der größte Einzelposten entfallen auf Einkauf und Vertrieb der Ware Strom. Dieser Bereich ist nicht reguliert und lässt den Anbietern Spielraum für ihre eigene Preisgestaltung. Der Einkaufspreis ist abhängig vom Markt. Genau hier setzt der Anbieterwechsel an: Nur diesen Teil des Strompreises können Sie durch die Wahl eines günstigeren Tarifs beeinflussen.

Woraus sich der Strompreis 2026 zusammensetzt

BestandteilCent je kWhAnteilWas dahintersteckt
Beschaffung, Vertrieb & Marge15,2rund 41 %Stromeinkauf plus Service des Anbieters – der Teil, den Sie über die Tarifwahl beeinflussen
Netzentgelte9,2rund 25 %Reguliertes Entgelt für Netz, Messung und Messstellenbetrieb; regional unterschiedlich
Steuern, Abgaben & Umlagen12,6rund 34 %Umsatzsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und drei Umlagen – Einzelwerte weiter unten
BDEW-Strompreisanalyse August 2026 · Musterhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr, Durchschnitt der verfügbaren Tarife 2026 bisher 37,0 Cent je Kilowattstunde
Diese Faktoren bestimmen den Strompreis
Diese Faktoren bestimmen den Strompreis

Steuern, Abgaben und Umlagen 2026 im Einzelnen

Der staatlich veranlasste Block von zuletzt 12,6 Cent je Kilowattstunde setzt sich aus zwei Steuern, einer Abgabe an die Gemeinde und drei bundesweit einheitlichen Umlagen zusammen:

BestandteilHöhe 2026Hinweis
Umsatzsteuer19 Prozentauf den gesamten Nettopreis einschließlich aller anderen Bestandteile
Stromsteuer2,05 Cent je kWhRegelsatz für Haushalte; die Senkung auf den EU-Mindestsatz seit 2026 gilt nur für produzierende Unternehmen sowie Land- und Forstwirtschaft
Konzessionsabgabe0,61 bis 2,39 Cent je kWhZahlung an die Gemeinde für die Nutzung öffentlicher Wege; Höhe je nach Einwohnerzahl und Tarifart (§ 2 KAV)
Aufschlag für besondere Netznutzung1,559 Cent je kWhfrüher § 19-StromNEV-Umlage; Satz für den Verbrauch bis 1 Gigawattstunde je Abnahmestelle
Offshore-Netzumlage0,941 Cent je kWhfinanziert die Anbindung der Windparks auf See
KWKG-Umlage0,446 Cent je kWhfördert Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung

Zur Konzessionsabgabe im Einzelnen: Für Tarifkunden gelten Höchstsätze von 1,32 bis 2,39 Cent je Kilowattstunde, gestaffelt nach Einwohnerzahl der Gemeinde; bei Schwachlasttarifen wie Nachtstrom sind es 0,61 Cent (§ 2 Konzessionsabgabenverordnung). Bei Strom aus dem Niederspannungsnetz gelten die Tarifkunden-Höchstsätze grundsätzlich auch bei Sonderverträgen; ausgenommen sind Abnahmestellen mit mehr als 30 Kilowatt Leistung und mehr als 30.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch (§ 2 Abs. 7 KAV).

Netzentgelte: Warum der Wohnort mitentscheidet

Welches Netzentgelt in Ihrem Strompreis steckt, legt nicht Ihr Anbieter fest, sondern der Netzbetreiber an Ihrem Wohnort – deshalb unterscheidet es sich von Region zu Region deutlich. Für 2026 zahlt der Bund einen Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro zu den Kosten der Übertragungsnetze; im Durchschnitt der verfügbaren Tarife sanken die Netzentgelte laut BDEW-Strompreisanalyse August 2026 dadurch um 1,7 Cent je Kilowattstunde. Wie stark die Entlastung bei Ihnen ankommt, hängt vom Netzgebiet ab.

Vorsicht bei veralteten Preis-Übersichten

  • Viele ältere Ratgeber und Grafiken führen die EEG-Umlage noch als Preisbestandteil – sie ist seit Juli 2022 abgeschafft.
  • Auch die Umlage für abschaltbare Lasten wird seit 2023 nicht mehr erhoben.
  • Prüfen Sie bei Strompreis-Aufstellungen immer das Veröffentlichungsdatum.

Wohin entwickelt sich der Strompreis?

Ob die Strompreise weiter steigen, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Der geplante Netzausbau – etwa die Stromautobahnen, die Erzeuger im Norden und Osten mit den Verbrauchszentren in der Mitte und im Süden verbinden sollen – treibt tendenziell die Netzentgelte. Zugleich können Wettbewerb bei Beschaffung und Vertrieb sowie staatliche Entlastungen gegensteuern. Wie sich der Gesamtpreis entwickelt, hängt damit von mehreren Faktoren ab.

Preisentwicklung © corgarashu, stock.adobe.com
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