Stromvergleich: Empfehlungen von Stiftung Warentest und der Verbraucherzentralen

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Der sicherste Pfad durch den Stromdschungel – das empfehlen die Verbraucherschützer

Die Liberalisierung des Strommarktes hat den Verbrauchern zahlreiche Vorteile gebracht. Der Wettbewerb um die Gunst der Kunden ist für die Stromanbieter ein wirkungsvoller Anreiz, ihre Angebote kundenfreundlich und preisgünstig zu gestalten. Die große Vielfalt der Tarife hat aber auch dazu geführt, dass der Markt unübersichtlich geworden und von einer Privatperson nur noch sehr schwer zu überblicken ist. Wer nicht unnötig Zeit mit dem Studium dutzender Stromtarife verbringen möchte, kann sich bei seiner Auswahl auf die kompetente Einschätzung der Verbraucherschützer stützen. Die Experten der Stiftung Warentest und der Verbraucherzentralen geben wertvolle Hinweise, was Sie bei der Wahl eines neuen Tarifs beachten müssen. Erfahren Sie, wie Sie am besten vorgehen und wie Sie die schwarzen Schafe der Branche erkennen.

Stromrechnung zu hoch? © Stockfotos MG, fotolia.com

So sinnvoll ist ein Anbieterwechsel

Laut eines Tarifvergleichs, den die „Stiftung Warentest“ Ende 2016 durchgeführt hat, lassen sich durch die Wahl des geeigneten Stromtarifs bis zu mehrere Hundert Euro jährlich einsparen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der neue Tarif Ihrem Verbraucherverhalten entspricht. Tarife, die auf den ersten Blick äußerst günstig erscheinen, können sich auf längere Sicht als teure Alternative entpuppen, die unter dem Strich mit höheren Kosten als der alte Tarif verbunden ist.

Achtung: auf die Laufzeit kommt es an: Viele Stromanbieter locken potentielle Kunden mit Tarifen, die im ersten Jahr sehr attraktive Konditionen bieten. Ab dem zweiten Vertragsjahr, nach dem Wegfall der Vergünstigungen, stellt sich die Situation dann allerdings gänzlich anders dar. Dann zeigen sich die wahren Kosten, die um einiges höher ausfallen können als beim alten Tarif.
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Am Ball bleiben zahlt sich aus

Die Preispolitik der Stromanbieter, das erste Jahr besonders günstig zu gestalten, kann jeder Stromkunde aber auch zu seinem Vorteil nutzen. Wer konsequent den Strommarkt im Auge behält und jährlich den günstigsten Anbieter auswählt, kann dauerhaft dreistellige Eurobeträge bei seinen Stromkosten einsparen. „Stiftung Warentest“ teilt die Stromkunden in drei Gruppen ein, die entsprechend ihres Verbraucherverhaltens mehr oder weniger beim Stromvertrag einsparen können.

  • Aktive Wechsler
    Den aktiven Wechslern winkt die größte Ersparnis bei den Stromkosten. Sie behalten die Entwicklung des Strompreises im Auge und wählen jährlich den für Sie günstigsten Vertrag. Der Aufwand, um die Kündigungsfristen und die aktuellen Stromangebote im Auge zu behalten, wird den aktiven Wechslern mit attraktiven Neukundenboni, die sie jedes Jahr aufs neue in Anspruch nehmen können, versilbert.
  • Bequeme Kunden
    Der bequemere Teil der Kunden möchte zwar Kosten bei der Stromrechnung einsparen, aber nicht jedes Jahr Preisvergleiche anstellen und neue Verträge abschließen. Für diese Kundengruppe lohnt es sich besonders eine genaue Analyse der Marktsituation vor dem Anbieterwechsel durchzuführen. Besonders interessant sind Verträge, die über einen langen Zeitraum hinweg einen günstigen Grund- und Arbeitspreis bieten. Auch die bequemen Kunden können mit der Wahl des richtigen Tarifs noch einiges Geld einsparen.
  • Onlinemuffel
    Die Gruppe der Onlinemuffel steht den Möglichkeiten des Internets skeptisch oder sogar ablehnend gegenüber, auch wenn die Angebotsvielfalt des World Wide Web großes Sparpotenzial birgt. Sie lehnen die Übermittlung der Zählerstände über das Internet und die Rechnungsstellung in elektronischer Form ab. Diese Kunden kommunizieren in so einer wichtigen Angelegenheit wie der Versorgung mit Elektrizität lieber auf postalischem Weg. Auch diese Kunden können mit einem Anbieterwechsel noch richtig Geld sparen. Laut „Stiftung Warentest“ sind für eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh im Raum Berlin immerhin noch 143 Euro drin.
Stromtarife vergleichen © bounlow pic, fotolia.com

Diese Punkte sind für bequeme Kunden besonders wichtig

Wer sich nicht ständig über aktuelle Preise informieren möchte, sollte auf Angebote mit möglichst langen Preisgarantien achten. Laut „Stiftung Warentest“ sollte sich die Preisgarantie auf mindestens zwölf Monate erstrecken und sich nicht nur auf die Höhe des Stromeinkaufspreises und der Vertriebskosten beziehen. Diese beiden Komponenten machen nur 20 Prozent des Gesamtpreises aus. Besser ist es, wenn auch die Netzentgelte in die Preisgarantie mit einbezogen sind. Darüber hinaus sollte sich der Vertrag nach dem ersten Jahr nicht automatisch um ein weiteres Jahr verlängern.

Ergeben sich signifikante Preiserhöhungen, die Sie als bequemer Kunden nicht unbedingt mitbekommen, kann Sie eine Vertragsverlängerung um ein komplettes weiteres Jahr einiges an Geld kosten. Besser und mittlerweile auch üblich ist eine Anschlusslaufzeit von höchstens einem Monat. Auf diese Weise bleiben auch Kunden mit weniger Interesse für den Strommarkt flexibel. Auf hohe Sofort- oder Neukundenboni müssen die bequemen Kunden zugunsten der längeren Preisgarantie allerdings meist verzichten. Grundsätzlich sind auch die Verträge mit Preisgarantie über das Internet am günstigsten. Sie lassen sich aber auch schriftlich abschließen und können bei den Stromanbietern telefonisch erfragt werden.

Darauf sollten aktive Sparer achten

Auch diejenigen Kunden, die einem häufigen Anbieterwechsel positiv gegenüberstehen, sollten einiges bei der Wahl ihres Tarifs beachten. So werden beispielsweise Sofort- von Neukunden-Boni unterschieden. Die Höhe dieser Zahlungen variiert je nach Stromverbrauch und Wohnort. Während der Sofort-Bonus, wie sein Name schon nahelegt, bereits kurz nach Vertragsbeginn ausbezahlt wird, müssen die Verbraucher mit Neukunden-Bonus länger auf ihr Geld warten.

Stromfresser © Frank Eckgold, fotolia.com
Vorsicht vor Lockangeboten: Genau vergleichen lohnt sich © Frank Eckgold, fotolia.com

Der Neukunden-Bonus wird mit der Schlussrechnung verrechnet und demnach erst nach einem Jahr ausbezahlt. Kommt es zu Problemen bei der Auszahlung, muss der Kunde möglicherweise seinem Geld hinterherlaufen. Nach einer Kündigung ist er kein zahlender Kunde des Anbieters mehr und folglich auch nicht mehr sonderlich wichtig für den Anbieter.

Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht

Auch die Verbraucherzentrale rät zu einem eingehenden Preisvergleich vor dem Wechsel zu einem anderen Stromanbieter. Sie weist aber gleichzeitig darauf hin, dass Strompreisrechner nicht gleich Strompreisrechner ist und auch zahlreiche unseriöse Vergleichsportale im Internet agieren. Vorsicht sei demnach immer dann angebracht, wenn besonders günstige Angebote winken. Die Abrechnung per Vorkasse sei ebenso mit Vorsicht zu genießen wie die Zahlung einer Kaution.

Gerät der Stromanbieter während der Vertragslaufzeit in finanzielle Schieflage, erhält der Kunde keine Gegenleistung für seine bereits geleisteten Zahlungen. Vorsicht ist ebenfalls bei Paketpreisen angebracht. Dabei handelt es sich um festgelegte Preise, die sich auf eine bestimmte Abnahmemenge beziehen. Fällt der Verbrauch am Ende des Abrechnungszeitraums geringer aus, hat der Kunde keinen Anspruch auf Rückerstattung. Fällt der Verbrauch höher aus, können hohe Zusatzkosten anfallen.

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