Stromzähler

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Geschichte der Stromzähler – wann eingeführt? Und warum?

Stromzähler sind in jedem Haushalt vorhanden. Bereits 1872 wurde das erste Patent für einen Gleichstromzähler angemeldet, beantragt vom Amerikaner Samuel Gardiner. Sieben Jahre darauf, 1879, entwickelte sein Landsmann Thomas Edison die Glühbirne und erfand dabei auch gleich eine zuverlässige Art der Strommessung.

Stromzähler © Gina Sanders, fotolia.com
Stromzähler © Gina Sanders, fotolia.com

Intelligente Stromzähler auf dem Vormarsch

Neben dem bekanntesten Stromzähler, dem Ferraris-Zähler, sind intelligente Stromzähler zunehmend auf dem Vormarsch. Noch werden die Stromzähler hauptsächlich von gewerblichen Kunden genutzt. Doch das wird sich im Laufe der kommenden Jahre ändern. Auch in Privathaushalten gibt es zunehmend intelligente Stromzähler, oder „Smart Meter“. So dürfen seit 2010 in Neubauten und bei Modernisierungen nur noch intelligente Stromzähler installiert werden. Das schreibt das Energiewirtschaftsgesetz vor. Kosten entstehen Energiekunden durch den Einbau nicht – die übernimmt der Netzbetreiber. Noch steckt der Markt von intelligenten Stromzählern in den Kinderschuhen. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht jedoch für die kommenden Jahre eine rasante Entwicklung voraus. Bis zum Jahr 2020 sollen 80 Prozent aller Haushalte mit digitalen Stromzählern versehen sein.

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So funktioniert ein herkömmlicher Stromzähler

Einer der bekanntesten herkömmlichen Stromzähler ist der Ferraris-Zähler. Seinen Namen hat er von dem italienischen Physiker Galileo Ferraris. Das Prinzip des Stromzählers basiert darauf, dass Strom durch Erregerspulen läuft. Die wiederum erzeugen magnetische Felder, welche ein Drehmoment auf eine Aluminiumscheibe ausüben, die so genannte Ferraris-Scheibe. Durch die Drehbewegung wird mechanisch ein Zählwerk in Gang gesetzt, an dem der Stromverbrauch, abgelesen werden kann. Gemessen wird die Anzahl der Umdrehungen in der Einheit Kilowattstunde. Von außen ist die sich drehende Ferraris-Scheibe durch ein kleines Fenster sichtbar. Die Scheibe dreht sich mal schneller, mal langsamer, je nach Verbrauch. Einmal im Jahr wird der Strom abgelesen und zur Abrechnung an den Energieversorger weitergeleitet.

Stromzähler © P. C., fotolia.com
Stromzähler © P. C., fotolia.com

So funktioniert ein intelligenter Stromzähler

Im Gegensatz zu Ferraris-Stromzählern ermitteln intelligente Messgeräte den Verbrauch elektronisch. Der verbrauchte Strom wird durch einen Stromwandler erfasst. Die so gewonnenen Daten werden in digitale Signale umgewandelt und danach über Festanschluss, Mobilfunk oder Internet automatisch an den Energieversorger übermittelt. Dies geschieht im Schnitt vier Mal pro Stunde. Das, was bislang also einmal pro Jahr bei der Zählerablesung passierte, geschieht nun sozusagen im 15-Minuten-Takt per Fernablesung. Die Bezeichnung „intelligent“ rührt daher, weil die digitalen Stromzähler nicht nur die Gesamtmenge des verbrauchten Stroms messen, sondern detailliert festhalten, wann genau wie viel Energie verbraucht wurde.

Digitaler Stromzaehler © Gerhard Seybert, fotolia.com
Digitaler Stromzaehler © Gerhard Seybert, fotolia.com

Vorteile der intelligenten Stromzähler

Stromkunden haben mit „Smart Metern“ einen besseren Überblick über ihren Stromverbrauch. Sie können besser nachvollziehen, wo sie wann am meisten Energie genutzt haben. Über einen passwortgeschützten Zugang können sie sich jederzeit über den aktuellen Stromverbrauch informieren. Der Verbrauch kann präziser abgerechnet werden, ohne Abschlagszahlungen und die damit verbundenen Verrechnungen von Guthaben oder Nachforderungen. Dadurch wird auch der Verwaltungsaufwand geringer.

Für Stromkunden dürfte es zudem ungemein spannend sein, am PC zu erleben, wie der Stromverbrauch ansteigt, sobald sie ein bestimmtes Elektrogeräte in Gang setzen und in Echtzeit sehen zu können, wie viel Strom zum Beispiel ihre Spülmaschine gerade verbraucht. „Smart Meters“ machen den Stromverbrauch greifbar und die Kosten nachvollziehbarer. Durch intelligente Zähler wird der Stromverbrauch transparenter. So können sie Stromfresser leichter ausfindig machen und diese dann – im wahrsten Wortsinn – ausschalten. Zumindest in der Theorie…

Intelligente Stromzähler – nicht unumstritten

Genau hier liegt ein Kritikpunkt. Viele digitale Stromzähler erfüllen nur knapp die Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes und sind bei Weitem technisch noch nicht so ausgereift, dass sie gezielt einzelne Stromfresser finden können. Somit fällt auch die erhoffte Stromersparnis oft geringer aus als erhofft. „Die Daten, die Geräte mit Mindeststandard liefern, reichen nicht aus, um die erwarteten Stromeinsparungen von bis zu zehn Prozent zu erreichen“, so Thorsten Storck von Verivox.

Eine These, die auch von einer Studie der Universität Delft untermauert wird. In 500 niederländischen Haushalten wurden intelligente Stromzähler installiert sowie die entsprechenden Auslesestationen, so genannte „Home Energy Motors“ oder „Home Displays“. Es zeigte sich, dass die Probanden in den ersten vier Monaten immerhin 7,8 Prozent weniger Strom verbrauchten als vorher. Nach 15 Monaten jedoch waren es nur noch 1,5 Prozent. Auch änderten die Verbraucher durch mehr Transparenz beim Stromverbrauch nicht etwa ihr Verbrauchsverhalten, wie zunächst prognostiziert.

Weiterer Stein des Anstoßes: der Datenschutz. Zwar werden die Verbrauchsdaten verschlüsselt an den Energieversorger übermittelt, doch haben Datenschützer Zweifel an der Datensicherheit. Und auch Verbraucherschützer sprechen bereits vom „gläsernen Kunden“, der so unfreiwillig Aufschluss über seine Lebensgewohnheiten gibt.

Außerdem entstehen Kunden bei jedem Anbieterwechsel Kosten. Da es bei elektronischen Stromzählern noch keine einheitlichen Standards gibt, muss bei einem Wechsel ein neues Gerät eingebaut werden. Dafür wird eine Einbaupauschale fällig, die der Kunde bezahlen muss.

Das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass die neuen Stromzähler in erster Linie helfen sollen, Strom zu sparen. Doch scheinen intelligente Stromzähler derzeit noch nicht das „Allheilmittel“ für einen sinkenden Energieverbrauch zu sein.

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