Stromnachzahlung: Wie sie zustande kommen kann und Sie diese vermeiden

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Wer den jährlichen Brief mit der Abrechnung vom Stromanbieter öffnet, bekommt beim Anblick der Zahlen entweder ein spontanes Glücksgefühl oder schlechte Stimmung. Wenn Ihr monatlicher Abschlag über dem tatsächlichen Verbrauch lag, bekommen Sie nämlich eine Rückerstattung des zu viel geleisteten Betrags, was Sie und Ihren Geldbeutel erfreuen wird. War der Abschlag jedoch zu gering bemessen, tritt das Gegenteil ein und Sie müssen nachzahlen. Dabei kann bei einer falschen Kalkulation des eigenen Stromverbrauchs schon einmal eine hohe Summe zusammenkommen. Wer im Monat nur zehn Euro zu wenig bezahlt, muss aufs Jahr gerechnet 120 Euro nachzahlen.

Stromrechnung überprüfen © blende11.photo , stock.adobe.com
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Zeitpunkt der Jahresabrechnung im Blick haben

Die Stromkostenabrechnung kann bei zu gering gezahlten Abschlägen ein Loch in Ihr Haushaltsbudget reißen. Damit Sie auf eine mögliche Nachzahlung vorbereitet sind, sollten Sie sich das Datum der Endabrechnung im Kalender markieren. Diese kommt nämlich nicht mit Jahresbeginn, sondern richtet sich nach dem Ableseturnus des Netzbetreibers. Den Abrechnungszeitraum finden Sie in Ihrem Vertrag. Wer die Wohnung wechselt und den Stromvertrag nicht übernimmt, erhält eine Abrechnung mit dem Auszug aus der alten Wohnung.

Nach dem Energiewirtschaftsgesetz müssen Sie die Endabrechnung spätestens 6 Wochen nach Ende des Abrechnungszeitraums bzw. Ende des Vertragsverhältnisses erhalten. Wenn Sie in diesem Zeitraum keine Rechnung erhalten, sollten Sie bei Ihrem Stromanbieter nachfragen. Auch ein Blick in das Online-Kundenportal kann lohnen. Dort finden Sie womöglich die digitale Rechnung, wenn die ausgedruckte Version auf dem Postweg verloren gegangen ist.

Abgerechnet wird pro Kalenderjahr, Vertragsjahr, halb- oder vierteljährlich
Abgerechnet wird pro Kalenderjahr, Vertragsjahr, halb- oder vierteljährlich

Falls Sie über das Jahr mehr verbraucht haben, als Ihr Abschlag abdeckt, sind Sie auf eine Nachzahlung vorbereitet und können vorsorglich eine kleine Rücklage ansparen, wenn Sie genau wissen, wann die Endabrechnung ins Haus kommt.

Stromnachzahlung vermeiden: Richtigen Abschlag errechnen und regelmäßig prüfen

Um den passenden Abschlag bei Ihrem Stromanbieter anzugeben und so eine unangenehme Nachzahlung zu vermeiden, müssen Sie Ihren Verbrauch kennen. Diesen können Sie an der letzten Stromabrechnung ablesen. Haben Sie diese verlegt und sind Sie sich nicht sicher, wie viel Sie monatlich an Strom benötigen, können Sie sich an folgenden Richtwerten orientieren.

Stromabschlag richtig berechnen © tech_studio , stock.adobe.com

Haushaltsgröße Stromverbrauch ohne elektrische Warmwasserversorgung Stromverbrauch mit elektrischer Warmwasserversorgung
Single 2.300 2.500
2 Personen 3.000 3.500
3 Personen 3.500 4.500
4 Personen 4.000 5.000
5 Personen 5.000 6.100

Wenn Sie allerdings zahlreiche Geräte in Ihrem Zuhause nutzen, die zudem noch viel Strom ziehen, dazu gehören leistungsstarke PCs und alte Haushaltsgeräte, oder in einem smarten Haus wohnen, ist der Stromverbrauch oft höher. Dann sollten Sie von einigen hundert Kilowattstunden mehr im Jahr ausgehen.

Gerade, wenn Sie noch keinen Überblick über den jährlichen Stromverbrauch haben, ist es sinnvoll innerhalb des Jahres immer mal den Zählerstand zu prüfen. Falls Sie mehr verbrauchen, als Sie für den Abschlag angegeben haben, können Sie Kontakt zu Ihrem Stromanbieter aufnehmen, um die monatlichen Kosten anzuheben. Das funktioniert meist auch online.

Unser Tipp: Setzen Sie den monatlichen Abschlag ein wenig höher an, als Sie voraussichtlich verbrauchen werden. Dann ist es wahrscheinlicher, eine Rückzahlung zu erhalten, als mit einer Nachzahlung konfrontiert zu werden.
Die Stromnachzahlung: Wichtige Informationen
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Stromnachzahlung überprüfen: Abrechnung genau unter die Lupe nehmen

Stromabschlag richtig berechnen © tech_studio , stock.adobe.com
Stromabschlag richtig berechnen © tech_studio , stock.adobe.com

Die Endabrechnung enthält zahlreiche Informationen, die oft etwas schwer zu durchblicken sind. Auf der ersten Seite finden Sie jedoch die wichtigsten Angaben:

  • Adresse und Kundennummer
  • Rechnungsdatum und Rechnungsnummer
  • Abrechnungszeitraum
  • jährlichen Verbrauch
  • Rechnungsbetrag
  • Guthaben bzw. Nachzahlungssumme
  • zukünftige Abschlagshöhe auf Grundlage des Jahresverbrauchs

All diese Angaben sollten Sie eingehend prüfen. Bereits bei diesen grundlegenden Angaben kann sich ein Fehler eingeschlichen haben, der sich auf den in der Rechnung angegebenen Verbrauch auswirken kann.

Auf den folgenden Seiten Ihrer Stromabrechnung finden Sie dann detaillierte Informationen. Dazu gehören:

  • Zählerstände
  • Zählernummer
  • von Ihnen gewählter Stromtarif
  • monatlich gezahlte Abschläge

Gerade Zählernummer und Zählerstand sind wichtige Angaben auf der Rechnung. Wurden die Zählernummern in einem Mehrfamilienhaus durcheinandergebracht, kommt es zu einer fehlerhaften Abrechnung. Zudem kann es vorkommen, dass dem Stromanbieter ein Zahlendreher beim Ablesen passiert.

Auch beim Stromtarif sollten Sie genau hinsehen. Viele Anbieter bieten verschiedenen Tarife an. Da passiert es schon einmal, dass Ihre Rechnung unter falschen Tarifbedingungen erstellt wurde und sich dies auf Ihre Abrechnung negativ auswirkt. Außerdem passiert es auch, dass nicht alle von Ihnen gezahlten Abschläge in der Rechnung erfasst sind. Überprüfen Sie auch dies genau!

Übrigens: Wenn Sie mehr gezahlt als Sie tatsächlich verbraucht haben, muss der Stromanbieter das Guthaben entweder unverzüglich erstatten oder mit dem nächsten Abschlag verrechnen.

Ein Guthaben muss ohne Aufschub ausgezahlt werden
Ein Guthaben muss ohne Aufschub ausgezahlt werden

Stromnachzahlung wegen gestiegener Strompreise

Stromanbieter haben bei Tarifen ohne Preisgarantie das Recht, die Strompreise zu erhöhen. Das kann auch mehrmals im Jahr passieren. Wenn Sie eine Erhöhung der Strompreise innerhalb Ihres abgeschlossenen Vertragszeitraums vermeiden möchten, ist es wichtig, einen Stromtarif mit Preisgarantie zu wählen. Auch wenn der Grundpreis oder der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde ein wenig höher sind, kann sich ein solcher Vertrag durchaus lohnen, denn Sie wissen genau, dass innerhalb des Zeitraums, in denen die Preisgarantie festgelegt ist, keine Erhöhungen des Strompreises seitens des Anbieters möglich sind.

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