Fakten und Mythen rund um den Stromverbrauch

Teilen:

Viele meinen, Elektrizität ist eine Entdeckung der Moderne. Immerhin startete die Elektrifizierung erst mit der Industriellen Revolution. Dabei erkannte der griechische Philosoph und Mathematiker Thales von Milet bereits vor 2500 Jahren das Phänomen elektrisch geladener Teilchen. Er rieb nämlich Bernstein an einem Tierfell und erkannte, dass der Stein plötzlich kleine Strohstücke und Federn anzog. Noch heute bezieht sich das Wort „Elektrizität“ auf diese Entdeckung, das griechische Wort für Bernstein lautet nämlich Elektron.

Es dauerte jedoch noch ein paar Jahrtausende, bis die ersten Straßenlaternen leuchteten und der Strom auch in Haushalten zum Einsatz kam. Erst 1880 startete die Elektrifizierung in Deutschland. Heute ist Strom eine Selbstverständlichkeit in unserem Alltag. Wir laden mit seiner Hilfe unsere Smartphones und Tablets auf, kochen Wasser und Kaffee mit strombetriebenen Maschinen und sitzen im Büro vor unseren Rechnern, ohne auch nur einen Gedanken an die Stromversorgung, die unseren modernen Alltag überhaupt erst ermöglicht, zu verschwenden.

Stromrechnung © Eisenhans, stock.adobe.com
Stromrechnung © Eisenhans, stock.adobe.com

Erst wenn die Stromabrechnung in unserem Briefkasten ist, setzen wir uns mit dem Stromverbrauch in unserem Haushalt auseinander. Wir wollen Sie in diesem Artikel mit einigen Fakten zum Stromverbrauch vertraut machen und einige Mythen rund um dieses Thema aufdecken.

Durchschnittlicher Stromverbrauch im Haushalt

In Deutschland wurden 2021 insgesamt 534 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Ein Viertel davon verursachten private Haushalte. Da unser Bedarf an Strom durch neue Geräte und wichtige Innovationen für die Energiewende, wie Wärmepumpen und Elektromobile, immer weiter steigt, ist in den nächsten Jahren mit noch mehr verbrauchtem Haushaltsstrom zu rechnen.

Diese Aspekte bestimmen den Stromverbrauch
Diese Aspekte bestimmen den Stromverbrauch

Der Stromverbrauch in den einzelnen Wohnungen und Häusern richtet sich natürlich nach der Zahl der Haushaltsmitglieder. Pro Kopf ist mit etwa 1.300 Kilowattstunden Stromverbrauch zu rechnen, wobei sich die Zahl bei mehreren Bewohnern verringert. Während also ein Single 1.300 Kilowattstunden im Jahr benötigt, sind es bei zwei Menschen, die in einer Wohnung zusammenleben etwa 2000 Kilowattstunden. Wer im Haus wohnt, hat meist einen höheren Stromverbrauch. Bei zwei Bewohnern sind es im Schnitt etwa 3.000 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von aktuell 37 Cent (Stand Juli 2022) fallen also in einem Zwei-Personen-Haushalt jährliche Kosten von 740 (in einer Wohnung lebend) bzw. 1100 (im Eigenheim lebend) an. In der folgenden Tabelle finden Sie den durchschnittlichen Verbrauch samt Kosten je Haushaltsgröße.

Personenanzahl im Haushalt Stromverbrauch in kWh Kosten in Euro pro Monat
1 1.300 40
2 2.000–3.000 62–92
3 2.500–4.500 77-139
4 2.600–5.000 80–154
5 3.000-6.100 92–188
bis zu 30% sparen

Günstige Stromtarife finden
mit dem Stromtarifrechner

  • Einfach vergleichen
  • Einfach Tarife finden
  • Einfach wechseln
  • Einfach sparen
Tipp: Mit unserem Stromtarifrechner finden Sie die günstigsten Tarife
Tipp: Telefonische Beratung zu den Tarifen unter 0800-289 289 609 (kostenlos)

Anteilige Ausgaben für Strom am Haushaltseinkommen

Ein nicht zu vernachlässigender Teil des Haushaltseinkommens geht für Energiekosten drauf. Ärmere Haushalte müssen prozentual mehr aufwenden als Haushalte, die über mehr monatliche Einnahmen verfügen. Gerade für Haushalte mit geringem Einkommen stellen steigende Energiepreise daher kein unbedeutendes Problem dar. Wer im Monat weniger als 1.300 Euro zur Verfügung hat, gibt anteilig am meisten Geld für die Wohnenergie aus. Ein Haushalt, der im Monat weniger als 1.300 Euro zur Verfügung stehen hat, gibt für Strom, Wasser und Wärme 9,5 Prozent des Haushaltseinkommens aus.

Stromkosten © gourmecana, fotolia.com

Mit steigendem Einkommen sinkt der prozentuale Anteil. Während Haushalte mit einem monatlichen Einkommen zwischen 2.600 und 3.600 Euro 6,7 Prozent für Wohnenergie ausgeben, sind es bei Haushalten, die mehr als 5.000 Euro im Monat zur Verfügung stehen haben, nur noch 4,7 Prozent.

Energieverbrauch senken: So geht’s

Sie haben zwei Möglichkeiten, Ihren Stromverbrauch effektiv zu senken und damit monatliche Kosten einzusparen. Mit unserem Stromtarifrechner finden Sie zum einen günstige Stromtarife, was die Kosten auch bei einem hohen Verbrauch gering ausfallen lässt.

Zum anderen können Sie an der Stromkostenschraube drehen, indem Sie Ihre Gewohnheiten anpassen. Und das ist gar nicht so schwer und auch ganz ohne Verzicht zu bewerkstelligen, wenn man sich mit Fakten und Mythen rund ums Stromsparen ein wenig auskennt.

Wer Strom sparen will, muss alle Stromfresser im Blick haben

Beim Stromsparen denken die meisten zunächst an die Beleuchtung. Und klar, der Einsatz von LED-Lampen verringert den Stromverbrauch deutlich. Doch insgesamt entfallen gerade einmal 8 Prozent des Stromverbrauchs auf die Beleuchtung. Wer in einem Eigenheim lebt, sollte den Fokus vor allem auf die Wärmeversorgung legen. Die braucht nämlich 50 Prozent des genutzten Stroms. Eine Fassadendämmung kann eine gute Maßnahme darstellen, um die Wärme im Haus zu bewahren und so weniger Energie zu verbrauchen. Außerdem benötigt unsere Unterhaltungselektronik eine Menge Strom. Gerade ein Fernseher mit großer Bildschirmdiagonale sollte nicht laufen, wenn keiner ihn nutzt. Und auch Gaming-Konsolen und Rechner mit hoher Leistung verbrauchen eine Menge Strom.

Vernünftig mit dem größten Stromverbrauchern umgehen
Vernünftig mit den größten Stromverbrauchern umgehen

So setzt sich der Stromverbrauch im Schnitt zusammen:

  • 30,6 %: Prozesswärme (Herd, Mikrowelle etc.)
  • 22,7 %: Prozesskälte (Kühl- und Gefrierschrank)
  • 17,0 %: Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik (Rechner, Fernseher, Smartphone, Router etc.)
  • 11,4 %: Warmwasser
  • 7,9 %: Beleuchtung
  • 5,9 %: Raumwärme
  • 3,6 %: Mechanische Energie (Mixer, Elektroauto etc.)
  • 1,0 %: Klimakälte
Stromverbrauch: Wo versteckt sich das Einsparpotential?
Stromverbrauch: Wo versteckt sich das Einsparpotential?

Wenn Sie sich unsere Stromspartipps zu Herzen nehmen, können Sie im Jahr einige hundert Euro einsparen.

Einige interessante Fakten zum eigenen und globalen Stromverbrauch

Am Ende wollen wir Ihnen noch einige interessante Fakten rund um den weltweiten und persönlichen Stromerbrauch geben. Diese helfen Ihnen zum einen beim Sparen und zeigen zum anderen auf, welche Aktionen wirklich viel Strom verbrauchen. Denn beim Stromsparen geht es nicht nur darum, die eigenen, monatlichen Kosten zu senken, sondern auch die Umwelt zu schützen.

  1. Eine einzelne Google-Suchanfrage liegt bei 2 Wattsunden, was wiederum 2 Gramm CO₂ verursacht. Mit der Energiemenge für eine Suchanfrage könnte eine Energiesparlampe eine Stunde betrieben werden.
  2. Die weltweiten Google-Suchanfragen in einem Monat verursachen so viel CO₂ wie 25 Weltumrundungen mit dem Auto.
  3. Damit das globale Internet läuft, wird so viel Strom eingesetzt, dass ähnlich viel CO₂ entsteht wie durch den weltweiten Luftverkehr.
  4. Jede Kilowattstunde Strom verbraucht etwa 600 Gramm Kohlendioxid. Diese entstehen bei der Produktion, Bereitstellung und Umwandlung.
  5. Ein deutscher Haushalt verbraucht im Schnitt jeden Tag 10 Kilowattstunden Strom.
  6. Um eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen, muss man auf dem Hometrainer zehn Stunden lang strampeln.
  7. Kochen ohne Deckel erhöht den Stromverbrauch um 30 Prozent.
  8. Durch kurze Programme und halbvolle Maschinen entstehen beim Geschirrspülen und Wäschewaschen unnötige Stromkosten.
  9. Trotz effizienterer Geräte steigt der Stromverbrauch im Haushalt, da durch Energiewende-Techniken, wie Wärmepumpen und Elektroautos, mehr Strom benötigt wird.
Stromfresser © Frank Eckgold, fotolia.com
Die 10 größten Stromverbraucher im Haushalt

Das sind die zehn größten Stromverbraucher im Haushalt Um Strom sparen zu können, muss man zunächst die Geräte finden, bei… weiterlesen

Tipp: Jetzt zum Newsletter anmelden

Erhalten Sie die wichtigsten News monatlich aktuell und kostenlos direkt in Ihr Postfach
Ihre Email-Adresse wird nur für den Newsletterversand verwendet Datenschutzerklärung

Artikel teilen: