Wie Sie mit einem Stromanbieterwechsel bares Geld sparen
Stromwechsel und Strommarkt
Seit der Liberalisierung des Strommarkts in Deutschland im Jahr 1998 können Verbraucher ihren Stromanbieter frei wählen. Haushalte können dabei im Bundesdurchschnitt zwischen 139 Stromanbietern am eigenen Wohnort wählen; allein 2024 wechselten rund 7,1 Millionen Stromkundinnen und -kunden den Anbieter – so viele wie nie zuvor (Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2025). Wir helfen Ihnen, mit unserem Stromtarifrechner den Durchblick zu behalten. Denn ein Stromanbieterwechsel lohnt sich. Mit dem Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter lassen sich mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen. Der Stromanbieterwechsel selbst ist einfach und unkompliziert – als Verbraucher muss man nur ein einziges Formular ausfüllen. Um den Rest kümmert sich der neue Stromanbieter. Strom wechseln wird von Politikern und Verbänden im Kampf gegen steigende Strompreise empfohlen. Auch die Verbraucherzentrale rät: „Strom – Jetzt wechseln – Jetzt sparen. Ein Stromwechsel ist einfach und ohne Risiko möglich: Es fallen weder Wechselkosten an, noch gibt es ein Risiko, nach dem Wechsel ohne Strom dazustehen.“
Das Wichtigste in Kürze
- Der technische Anbieterwechsel dauert seit Juni 2025 nur noch 24 Stunden – entscheidend ist die Kündigungsfrist Ihres alten Vertrags.
- Ein Wechsel aus der teuren Grundversorgung spart oft mehrere hundert Euro pro Jahr.
- Ohne Strom stehen Sie nie da: Bei Problemen übernimmt automatisch die Ersatzversorgung des Grundversorgers.


Strom wechseln in 3 Schritten
So läuft der Wechsel ab – die drei Schritte im Überblick, danach jeder Schritt im Detail:
Strom wechseln in drei Schritten
Tarif finden
Jahresverbrauch und Postleitzahl in den Tarifrechner eingeben, Angebote nach Folgejahreskosten vergleichen.
Vertrag abschließen
Unterlagen online ausfüllen: Zählernummer oder MaLo-ID, bisheriger Anbieter und letzter Jahresverbrauch genügen.
Kündigung dem neuen Anbieter überlassen Frist beachten
Der neue Anbieter kündigt per Vollmacht. Ausnahme: Bei Preiserhöhung selbst kündigen – nur bis zum Wirksamwerden möglich.
1. Den richtigen Stromtarif finden
Den günstigsten Anbieter finden Sie ganz einfach mit dem Strom-Tarifrechner. Der Stromrechner hilft, aus einer Vielzahl verfügbarer Angebote das passende zu finden – mit wenigen Angaben zu Verbrauch und Postleitzahl. Hier können Sie ebenfalls angeben, welche Herkunft Ihr zukünftiger Strom haben soll: Ökostrom oder konventioneller Strom.
Zunächst geben Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch ein. Diesen finden Sie auf Ihrer letzten Abrechnung. Wenn Sie Ihren Stromverbrauch nicht oder noch nicht kennen, können Sie sich an den Durchschnittswerten aus dem Stromspiegel 2025 orientieren. Die Werte unterscheiden sich je nach Gebäudetyp – Wohnung im Mehrfamilienhaus oder Einfamilienhaus (jeweils ohne elektrische Warmwasserbereitung):
Wie viel Strom verbraucht Ihr Haushalt?
| Haushaltsgröße | Wohnung (kWh/Jahr) | Einfamilienhaus (kWh/Jahr) |
|---|---|---|
| 1 Person | 1.200 | 1.800 |
| 2 Personen | 1.900 | 2.700 |
| 3 Personen | 2.400 | 3.500 |
| 4 Personen | 2.600 häufigster Vergleichswert | 3.800 |
| 5 Personen | 3.100 | 4.500 |
Wird Wasser ebenfalls mit Strom erwärmt, steigt der Verbrauch nochmals an. Gerade dann ist ein günstiger Stromtarif besonders wichtig und notwendig.

Bitte geben Sie außerdem Ihre fünfstellige Postleitzahl ein. Anschließend können Sie den persönlichen Anbietervergleich über den „Berechnen“-Button starten.

2. Vertragsunterlagen anfordern
Nachdem Sie den günstigsten Tarif gefunden haben, können Sie die Vertragsunterlagen schriftlich anfordern oder, noch einfacher, gleich online ausfüllen. Lesen Sie dabei auch das Kleingedruckte und senden Sie den Antrag online oder schriftlich an Ihren Wunschanbieter. Für den Stromanbieterwechsel ist die Marktlokations-ID (MaLo-ID) am zuverlässigsten; sie steht meist auf der letzten Stromrechnung. Alternativ teilen Sie Ihrem neuen Anbieter Zählernummer, bisherigen Lieferanten, Kundennummer und Jahresverbrauch mit. Diese Angaben finden Sie auf Ihrer letzten Stromrechnung oder können sie bei Ihrem alten Anbieter erfragen.
3. Kündigung Ihres alten Stromanbieters
Die Kündigung Ihres alten Stromanbieters erledigt im Regelfall Ihr neuer Anbieter für Sie; dafür erteilen Sie ihm eine Vollmacht. Nutzen Sie ein Sonderkündigungsrecht wegen Preiserhöhung, sollten Sie zur Fristwahrung selbst kündigen und den neuen Anbieter darüber informieren. Eine Kündigung erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen Kündigungsfristen bei Ihrem alten Stromanbieter. Ihr bisheriger Stromanbieter schickt Ihnen anschließend eine Bestätigung der Vertragskündigung sowie eine Abschlussrechnung. Der technische Lieferantenwechsel erfolgt seit dem 6. Juni 2025 an Werktagen innerhalb von 24 Stunden; der neue Anbieter muss den möglichen Lieferbeginn unverzüglich in Textform bestätigen (§ 20a EnWG). Wie schnell der neue Vertrag startet, hängt damit vor allem von der Kündigungsfrist Ihres bisherigen Vertrags ab.


Neu seit 2025: dynamische Stromtarife
Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Stromanbieter zusätzlich einen dynamischen Tarif anbieten (§ 41a EnWG). Dabei folgt der Arbeitspreis dem Börsenstrompreis; Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Solche Tarife können sich lohnen, wenn Sie größere Verbraucher wie ein E-Auto oder eine Wärmepumpe gezielt in günstige Stunden verschieben können. Für Haushalte ohne Smart Meter und mit gleichmäßigem Verbrauch bleibt ein klassischer Tarif mit Preisgarantie meist die einfachere Wahl.
Keinerlei Risiken beim Stromwechsel
Der Verbraucher ist immer auf der sicheren Seite: Der Wechsel des Stromanbieters kann nicht zu einem Ausfall der Stromlieferung führen. Per Gesetz sichert der örtliche Grundversorger die Belieferung von Haushaltskunden, wenn kein anderer Liefervertrag greift. Er kann also den Strom nicht einfach abstellen, weil ein Kunde gekündigt hat. Auch bei einer Insolvenz des neuen Stromanbieters stehen Sie nicht ohne Strom da. In diesem Fall springt automatisch die sogenannte Ersatzversorgung durch den lokalen Grundversorger ein (§ 38 EnWG). Sie gilt für höchstens drei Monate; die Preise können dabei von der regulären Grundversorgung abweichen. Wer danach nicht selbst aktiv wird, rutscht in die Grundversorgung – ein neuer Tarifvergleich lohnt sich also auch hier. Ein neuer Stromzähler ist durch den Anbieterwechsel ebenso wenig erforderlich wie andere technische Umrüstungen. Ein Stromwechsel ist deshalb unproblematisch in der Praxis durchführbar. Zudem lassen sich durch einen Wechsel – vor allem aus der vergleichsweise teuren Grundversorgung – oft mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

Die fünf besten Tipps zum Wechsel des Stromanbieters Ein Stromanbieterwechsel kann sich lohnen: Die Bundesnetzagentur beziffert die durchschnittliche Ersparnis eines… weiterlesen







