Ökostrom Gütesiegel und Ökostrom Zertifikate
Der Begriff Ökostrom ist weder verbindlich definiert noch rechtlich geschützt. Allgemein wird darunter Strom aus regenerativen Quellen verstanden, der auf wirtschaftlich sinnvolle und umweltschonende Weise gewonnen wird. Für die Stromkennzeichnung gelten jedoch gesetzliche Vorgaben: Erneuerbare Strommengen mit Herkunftsnachweis dürfen nur ausgewiesen werden, wenn die Nachweise entwertet wurden. Verbraucher entscheiden sich oftmals für Ökostrom-Tarife, um einen Beitrag zum Naturschutz und zum Erhalt der Umwelt zu leisten. Das Bewusstsein für eine nachhaltige Stromerzeugung ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Daher ist es für den Verbraucher immens wichtig, unterscheiden zu können, welche Ökostrom-Anbieter tatsächlich einen Zusatznutzen stiften, und welche sich lediglich mit grünen Federn schmücken.
Das Wichtigste in Kürze
- „Ökostrom“ ist kein rechtlich geschützter Begriff – Gütesiegel und Zertifikate machen die Qualität eines Tarifs überprüfbar.
- Herkunftsnachweise belegen nur die erneuerbare Herkunft; echten Zusatznutzen belegen erst Siegel wie ok-power oder das Grüner Strom Label.
- Prüfen Sie vor dem Abschluss auf der Website des Siegel-Ausstellers, ob Ihr Wunschtarif wirklich zertifiziert ist.

Am Markt haben sich einige Gütesiegel und Zertifikate etabliert, die eine fachgerechte Beurteilung des angebotenen Ökostrom-Tarifs erleichtern sollen. Die Aussteller legen jedoch unterschiedlich strenge Kriterien und Maßstäbe zugrunde, weshalb ein Gütesiegel oder Zertifikat alleine noch kein ausreichendes Qualitätsmerkmal ist. Potenzielle Neukunden sollten sich vor Vertragsabschluss informieren, ob das entsprechende Siegel die Maßstäbe erfüllt, die man selbst an einen Ökostrom-Tarif stellt. Nicht jedes seriöse Ökostromprodukt trägt ein freiwilliges Gütesiegel. Prüfen Sie aber die Stromkennzeichnung, die Herkunftsnachweise und bei beworbenen Siegeln den Eintrag beim Aussteller – also ob der ausgewählte Tarif dort tatsächlich als zertifiziert geführt wird. Manch unseriöser Stromanbieter hat sich in der Vergangenheit schon mal ein Siegel angehängt, ohne dass der rechtmäßige Aussteller davon wusste. Wir stellen Ihnen die gängigen Siegel mit allen wichtigen Informationen ausführlich vor, damit Sie Ihre Entscheidung später nicht bereuen.
Vor dem Abschluss: So prüfen Sie einen Ökostromtarif

Gütesiegel oder Herkunftsnachweis – das ist der Unterschied
Für die Stromkennzeichnung von nicht EEG-gefördertem Ökostrom nutzt der Lieferant entwertete Herkunftsnachweise im Register des Umweltbundesamts. Sie verhindern eine doppelte Vermarktung derselben erneuerbar erzeugten Strommenge. Einen Zusatznutzen für die Energiewende belegen sie jedoch nicht: Herkunftsnachweise bewerten weder die ökologische Qualität der Erzeugung noch verpflichten sie Anbieter zu Investitionen in neue Anlagen oder Projekte.
Genau hier setzen die Gütesiegel an: ok-power und das Grüner Strom Label verlangen über die vollständig erneuerbare Herkunft hinaus einen nachweisbaren Zusatznutzen für die Energiewende – etwa einen Mindestanteil an Strom aus Neuanlagen oder verpflichtende Investitionen je verkaufter Kilowattstunde. Die TÜV-Siegel prüfen je nach Kriterienkatalog unter anderem die erneuerbare Herkunft und teils einen Mindestanteil aus neu errichteten Anlagen. Welche Anforderungen die einzelnen Siegel im Detail stellen, zeigt unser Ökostrom Siegel Vergleich.
Herkunftsnachweis oder Gütesiegel – was belegt was?
Beide Begriffe fallen bei Ökostrom oft in einem Atemzug, leisten aber sehr Unterschiedliches:
| Herkunftsnachweis (HKN) | Gütesiegel | |
|---|---|---|
| Wer steht dahinter? | Register beim Umweltbundesamt – gesetzliches Nachweissystem | unabhängige Aussteller wie EnergieVision e.V. (ok-power), Grüner Strom Label e.V. oder TÜV-Gesellschaften |
| Was wird belegt? | nur Herkunft belegt die erneuerbare Erzeugung der Strommenge | 100 % erneuerbare Herkunft plus zusätzliche Kriterien |
| Wirkung für die Energiewende | kein Ausbau-Beitrag verhindert nur die Doppelvermarktung | Zusatznutzen verpflichtend bei ok-power und Grüner Strom Label |
| Für Verbraucher heißt das | „100 % Ökostrom“ allein ist noch kein Qualitätsmerkmal | Siegel-Kriterien mit den eigenen Ansprüchen abgleichen |
Ökostrom Gütesiegel
ok-power
Ziel des ok-power-Labels ist es, zu mehr Transparenz auf dem Ökostrom-Markt beizutragen und Angebote hervorzuheben, die tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen für die Umwelt bringen. Man ist sich bewusst, wie wichtig die Glaubwürdigkeit von „grünen“ Energieversorgern insbesondere bei…
Grüner Strom Label
Das Grüner Strom Label wird vom gleichnamigen Verein vergeben, der 1998 von Umwelt- und Verbraucherverbänden ins Leben gerufen wurde und seine Geschäfte von Bonn aus führt. Zu den Gründungsimpulsen gehörte die Vereinigung EUROSOLAR, die von Hermann Scheer…
TÜV Ökostrom Siegel
Alle drei großen regionalen Holdings, der TÜV Süd, der TÜV Rheinland sowie der TÜV Nord, vergeben eigene Gütesiegel für Ökostrom-Produkte. Der Technische Überwachungs-Verein, kurz: TÜV, dürfte den meisten von der regelmäßigen Kfz-Untersuchung bekannt sein. Der TÜV ist…
RECS/EECS-Zertifikate
Mit RECS wurde 2002 ein europaweites Handelssystem geschaffen, das den Kauf und Verkauf von Grünstromzertifikaten ermöglichte. Daran schieden sich die Geister. Die Abkürzung RECS steht für Renewable Energy Certificate System, zu Deutsch etwa: Zertifikatssystem für erneuerbare Energien.…
Ökostrom Siegel Vergleich
In Deutschland gibt es kein einheitliches Gütesiegel oder Zertifikat für Ökostrom. Die bekanntesten sind das ok-power Label, das Grüner Strom Label und verschiedene TÜV Siegel. Die Siegel sollen dazu dienen, den Markt für Ökostrom transparenter und die…
EcoTopTen
EcoTopTen ist ein Projekt des Freiburger Öko-Instituts, das zeitweise von der EU und dem Bundesumweltministerium gefördert wurde. Die frühere Ökostrom-Empfehlungsliste des Projekts wird nicht mehr gepflegt. Besonderen Wert legte das Projekt auf ökologische Kriterien, Qualität sowie einen angemessenen…