Elektrizitätswerke Schönau Erfahrungen und Informationen
Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) sind ein Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Schönau im Schwarzwald. Das Unternehmen ist aus der Anti-AKW-Bewegung hervorgegangen und ein bundesweiter Ökostromanbieter mit einem eigenen Stromnetz. Die Idee für die Elektrizitätswerke Schönau reifte 1986, im Jahr des Super-GAUs in Tschernobyl. 1994 wurde die EWS gegründet. 1996 sammelte sie Geld für ein eigenes Bürgerstromnetz.
Das Wichtigste in Kürze
- Die EWS sind eine Genossenschaft aus der Anti-AKW-Bewegung und beliefern nach eigenen Angaben über 185.000 Kundinnen und Kunden.
- Der Ökostrom ist zu 100 Prozent erneuerbar und zu mindestens 70 Prozent aus Neuanlagen; er trägt TÜV-NORD- und ok-power-plus-Zertifizierungen.
- Jeder Ökostromtarif enthält den Förderanteil „Sonnencent“ — ob die EWS für Sie günstig sind, hängt von Wohnort, Verbrauch und Tarif ab.
Die EWS vertreibt neben Strom auch Biogas. EWS setzt sich für eine ökologische, dezentrale und bürgereigene Energieversorgung ein. Mittlerweile hat das als Genossenschaft organisierte Unternehmen namens EWS Elektrizitätswerke Schönau eG diverse Tochtergesellschaften.
Nach eigenen Angaben beziehen inzwischen über 185.000 Kundinnen und Kunden Energie von den EWS. Neben dem klassischen Ökostromtarif gibt es Wärmepumpen- und Autostrom sowie einen dynamischen Tarif, dessen Preis dem Börsenstrompreis folgt — ein solches Angebot muss seit dem 1. Januar 2025 jeder Stromanbieter im Programm haben (§ 41a EnWG), Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem. Die EWS-Tarife können Sie in unseren Tarifrechnern mit vielen weiteren Anbietern vergleichen.
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EWS Strom Herkunft
Nach der Stromkennzeichnung 2025 besteht der Strom von EWS Schönau zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Rund die Hälfte davon stammt aus Anlagen, die nach dem EEG gefördert werden — der Strom ist also nicht durchgängig zusätzlich beschaffter Ökostrom, sondern zum Teil ohnehin geförderter Erneuerbaren-Strom. Auf die EEG-Umlage kommt es dabei nicht mehr an: Sie wurde zum 1. Juli 2022 auf null abgesenkt und zum 1. Januar 2023 abgeschafft, seither läuft die Förderung über den Bundeshaushalt. Wie sich der Mix genau aufteilt und was über die Pflichtangabe hinaus zugesichert ist, zeigt die folgende Übersicht.
Was „100 Prozent Ökostrom“ bei den EWS konkret bedeutet
1Die Stromkennzeichnung nach § 42 EnWG
2Was über die Kennzeichnung hinaus zugesichert ist
3Was das nicht bedeutet
Auch bei den EWS fließt physikalisch der Strom aus dem allgemeinen Netz in die Steckdose. Die Zuordnung erfolgt rechnerisch: Für den nicht nach dem EEG geförderten Anteil werden Herkunftsnachweise entwertet, die 2025 überwiegend aus dem europäischen Ausland stammten. Der Unterschied zu einem beliebigen Herkunftsnachweis-Tarif liegt in der Neuanlagenquote und im Förderanteil, nicht im Strom an Ihrer Steckdose.
EWS Stromtarife
Alle Stromtarife von EWS sind Ökostrom-Tarife. Ein Teil des Stroms kommt von sogenannten Rebellenkraftwerken: Genossenschafter der EWS produzieren damit selbst auf ökologische, dezentrale und bürgereigene Weise Ökostrom. Der übrige Strom wird zugekauft — nach der Stromkennzeichnung 2025 stammen die Herkunftsnachweise zu 26 Prozent aus Deutschland, zu 26 Prozent aus Schweden, zu 23 Prozent aus Norwegen und im Übrigen aus Dänemark, Spanien, Frankreich und Finnland. „Bürgerenergie“ heißt bei den EWS also: Förderung und Zubau in Bürgerhand, nicht ausschließlich Strom aus deutschen Genossenschaftsanlagen.
Stromtarife von EWS gibt es mit kurzen Kündigungsfristen. Für seinen Ökostrom definiert die Genossenschaft eigene ökologische Kriterien: Mindestens 70 Prozent des Stroms stammen aus Neuanlagen, Beteiligungen von Atom- und Kohlekonzernen sind ausgeschlossen. Die Einhaltung prüft der TÜV NORD jährlich. Zusätzlich trägt der EWS-Ökostrom das Siegel ok-power-plus des unabhängigen EnergieVision e. V. Nicht zu den Zertifizierern gehört dagegen EcoTopTen, das in älteren Anbieterbeschreibungen häufig auftaucht: Das war eine Verbraucher-Produktliste des Öko-Instituts, deren Ökostrom-Teil seit Jahren nicht mehr gepflegt wird.
EWS Ökostrom und Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit und dezentrale Stromversorgung sind Kernpunkte der Unternehmensphilosophie bei EWS. Der Genossenschaft geht es um eine nachhaltige Energiezukunft. Darüber hinaus möchte das Unternehmen Menschen Mut machen, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, sie zu gestalten und zu verändern. Gemeinsam mit seinen Kundinnen und Kunden fördert es „neue, ökologische Kraftwerke in Bürgerhand“.
Für wen die EWS passen — und für wen nicht
Vorteile
- Genossenschaftlich organisiert und mehrheitlich in Bürgerhand — kein Konzern im Hintergrund.
- Strenge Ökostrom-Kriterien mit Neuanlagenquote, doppelt zertifiziert (TÜV NORD, ok-power-plus).
- Eigene Erzeugungs- und Netzgesellschaften: Die Genossenschaft betreibt Anlagen und Netze selbst, nicht nur den Vertrieb.
- Kurze Kündigungsfristen und ein eigenes Förderprogramm für Anlagen in Bürgerhand.
Nachteile
- Der Sonnencent ist im Arbeitspreis enthalten; ob EWS günstiger ist, hängt von Wohnort, Verbrauch und Tarif ab.
- Mögliche Wechselboni hängen vom Tarif und von aktuellen Aktionen ab; vergleichen Sie den Gesamtpreis über die gesamte Laufzeit.
- Herkunftsnachweise kommen 2025 zu rund drei Vierteln aus dem europäischen Ausland.
- Der ermäßigte Genossenschaftstarif setzt voraus, dass Sie Geschäftsanteile zeichnen.
EWS Kundenservice und Auszeichnungen
Als Service auf der EWS Website gibt es einen FAQ-Bereich sowie Angebote für diverse Energiedienstleistungen. Darüber hinaus unterhält das Unternehmen ein eigenes Förderprogramm und fördert beispielsweise private Photovoltaikanlagen. Ein Kontakt zu EWS ist über diverse Onlineformulare möglich, daneben gibt es Möglichkeiten zum Telefonkontakt. Bei der im Februar 2024 vom Deutschen Institut für Service-Qualität veröffentlichten Kundenbefragung „Stromanbieter“ gab es für die EWS ein „befriedigend“ und Platz 13 von 27. Das Verbrauchermagazin Ökotest hat die Ökostromtarife der EWS Schönau im Januar 2021 mit der Gesamtnote „sehr gut“ bewertet.
EWS Wissenswertes
Die EWS sind mehr als ein Stromvertrieb: Über die EWS Netze GmbH betreibt die Gruppe eigene Strom- und Gasnetze, dazu kommen Photovoltaik-, Wind- und Nahwärmeprojekte. Aus dem Förderanteil „Sonnencent“, den jeder Ökostromtarif enthält, wurden nach Unternehmensangaben seit 1999 über 10.000 dezentrale Energieerzeugungsanlagen in Bürgerhand gefördert. Wer Mitglied der Genossenschaft wird, zahlt einen ermäßigten Grundpreis und kann eine Dividende erhalten, muss dafür aber Geschäftsanteile zeichnen. Wie die EWS im Vergleich zu anderen Anbietern abschneidet, zeigt unsere Übersicht der Stromanbieter im Porträt.
EWS Tarifdetails
EWS steht „für eine nachhaltige Energieversorgung, für Energiegerechtigkeit und Klimaschutz, gegen Atomkraft und Kohlestrom“. Die Genossenschaft möchte Ökonomie mit bürgerschaftlichem Engagement verbinden.
Strompreise vergleichen Die Strompreise der lokalen und überregionalen Stromanbieter unterscheiden sich zum Teil erheblich. Und das, obwohl Strom qualitativ nicht… weiterlesen



