Abschlag für Gas zu hoch? Das können Sie tun!

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Ob Neukundenvertrag mit geschätztem Jahresbedarf oder Bestandskunde, bei dem der bisherige Gasverbrauch zur Berechnung der Abschläge zugrunde gelegt wird – Anbieter setzen den Betrag erfahrungsgemäß gern etwas höher an. Zum einen möchten sie sicherstellen, dass sie am Jahresende nicht auf den Kosten sitzenbleiben, und zum anderen sind die Mehreinnahmen für den Versorger vergleichbar mit einem zinslosen Kredit. Hat der Verbraucher jedoch das Gefühl, dass sein Abschlag zu hoch ist, kann er etwas dagegen tun.

Abschlagszahlung © domoskanonos, fotolia.com
Abschlagszahlung © domoskanonos, fotolia.com

Gründe für einen zu hohen Abschlag

Das Leben und die persönlichen Umstände können sich ändern. Deshalb kann es passieren, dass der Abschlag nicht mehr dem tatsächlichen Verbrauch entspricht. Mögliche Gründe:

  • Der Kunde reduziert seinen Verbrauch, weil sich die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen verringert. Das ist der Fall, wenn beispielsweise jemand auszieht oder die Wohnung aufgrund von Geschäftsreisen nur noch sporadisch genutzt wird.
  • Der Kunde hat Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt, die den Gasverbrauch deutlich senken. Dazu gehören zum Beispiel eine neue Heizungsanlage, eine energetische Sanierung oder ein Fensteraustausch.
  • Der Anbieter hat seine Schätzungen auf eine falsche bzw. nicht aussagekräftige Berechnungsgrundlage gestützt. Das passiert vor allem bei Neukunden, bei denen es noch keine Erfahrungswerte aus dem Vorjahr gibt. Für die Berechnung werden Durchschnittswerte einer Vergleichsgruppe oder der Verbrauch vom Vormieter herangezogen.
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Gründe für eine Erhöhung der Abschlagssumme

Teilt der Gasanbieter dem Verbraucher mit, dass sich sein Abschlag erhöht, muss er die Preisänderung begründen. Liegt keine Erklärung bei, sollte der Kunde dies nicht einfach hinnehmen, sondern nachfragen. Möglich Gründe für eine Erhöhung:

  • Der Gasverbrauch im Vorjahr lag deutlich höher als erwartet und der Kunde hat bei der Jahresendabrechnung eine satte Nachzahlung kassiert. Der Anbieter erhöht die Summe der zukünftigen Abschläge.
  • Der Gaspreis ist gestiegen. Dabei gilt: Der Anbieter darf den Abschlag im gleichen Verhältnis erhöhen. Sprich: Ist der Gaspreis um 7 % gestiegen, so darf der Versorger auch die Abschlagszahlung nur um 7 % erhöhen.
Gut zu wissen: Die Höhe der Abschlagszahlung bei Bestandskunden richtet sich immer nach dem Vorjahres- und nicht nach dem aktuellen Gasverbrauch.
Gasflamme © Artmann Witte, fotolia.com
Der Abschlag für Gas sollte den ungefährem Verbrauch entsprechen © Artmann Witte, fotolia.com

So passen Sie den Abschlag für Gas an

Ist der Verbraucher mit der Höhe seines Abschlags für Gas nicht einverstanden, sollte er Kontakt zu seinem Gaslieferanten aufnehmen. Je nach Vertrag geschieht dies online oder telefonisch. Der Kunde hat ein Recht auf eine Erklärung für die Höhe bzw. Erhöhung des Abschlags. Kann er diese nicht nachvollziehen und im Gegenzug glaubhaft darstellen, warum der monatliche Zahlungsbetrag zu hoch angesetzt ist, zeigen sich die Versorger in der Regel kooperativ und senken den Abschlag. Denn zufriedene Kunden sind letztendlich treuere Kunden und verursachen weniger Aufwand.

  • Telefonischer Kundenservice: In vielen Fällen genügt ein Anruf beim Gasanbieter, um die Höhe des Abschlags heruntersetzen zu lassen. Die letzte Jahresrechnung kann zusammen mit dem Mitarbeiter am Telefon durchgegangen werden. Sprechen eine Modernisierung oder der Auszug einer Person für einen geringeren Gasbedarf, kann es sein, dass der Anbieter nach Belegen fragt, die im Anschluss an das Gespräch in Kopie und auf dem Postweg übermittelt werden müssen, bevor der Abschlag gesenkt wird.
  • Online-Serviceportal: Viele Verbraucher nutzen das Online-Serviceportal ihres Gasanbieters, um Änderungen durchzuführen oder zu beauftragen. Bei den meisten Versorgern ist es zwar möglich, den Abschlag eigenmächtig heraufzusetzen, jedoch nicht, ihn uneingeschränkt herunterzusetzen. Selbstständig getätigte Änderungen werden in der Regel auf Plausibilität geprüft, bevor sie in Kraft treten.

Der schriftliche Widerspruch

Kann der Kunde sein Anliegen weder online noch telefonisch mit dem Gasanbieter klären, bleibt ihm die Möglichkeit des schriftlichen Widerspruchs. Es ist von Vorteil, dem Brief die entsprechenden Belege hinzuzufügen. Das können sein: Endabrechnung des alten Anbieters, Bestätigungen der abgeschlossenen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen zur Reduzierung des Gasverbrauchs, Nachweise über den Auszug einer Person (Studienbescheinigung, Umzug etc.) oder eine Stellungnahme, warum die für die erstmalige Berechnung bei einem Neuvertrag herangezogene Vergleichsgruppe nicht repräsentativ ist.

Musterschreiben „Widerspruch gegen die Erhöhung des Abschlags für Gas“ aufgrund falscher Berechnung

Eigene Anschrift
Vorname, Name
Straße Hausnummer
PLZ, Ort

Anschrift des Gasanbieters
Name Unternehmen
Straße Hausnummer
PLZ, Ort

Datum: ____.____.________

Betreff: Widerspruch gegen die Erhöhung des Gasabschlags

Meine Vertrags-/Kundennummer: __________________________

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Schreiben vom ____.____.________ teilen Sie mir mit, dass Sie meinen monatlichen Abschlag für Gas auf ________ Euro erhöhen wollen.

Gemäß meiner Jahresendabrechnung vom ____.____.________ betrug mein Gasverbrauch __________ Kilowattstunden für den Zeitraum vom ____.____.________ bis ____.____.________.

Nach meiner Berechnung ergibt sich daraus ein niedrigerer monatlicher Abschlag als von Ihnen berechnet, und zwar __________ Euro.

Ich weise Sie höflich darauf hin, dass die Abschläge auf Basis des Vorjahresverbrauchs festzusetzen sind.

Ich erwarte Ihre Antwort sowie die Herabsetzung des Abschlags bis zum ____.____.________.

Mit freundlichen Grüßen,

______________________________
Unterschrift

Musterschreiben „Widerspruch gegen die Höhe des Abschlags für Gas“ aufgrund Verbrauchsreduzierung

Eigene Anschrift
Vorname, Name
Straße Hausnummer
PLZ, Ort

Anschrift des Gasanbieters
Name Unternehmen
Straße Hausnummer
PLZ, Ort

Datum: ____.____.________

Betreff: Widerspruch gegen die Höhe des Abschlags für Gas

Meine Vertrags-/Kundennummer: __________________________

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Schreiben vom ____.____.________ teilen Sie mir die Summe meines monatlichen Abschlags für Gas in Höhe von _______ Euro mit.

Aufgrund umfangreicher energetischer Sanierungsmaßnahmen des Hauses/des Einbaus einer neuen modernen Heizungsanlage/der Verkleinerung meines Haushaltes wegen Auszug einer Person wird mein zukünftiger Gasverbrauch deutlich geringer ausfallen als von Ihnen berechnet. Ich bitte Sie daher um die Anpassung meines Abschlags.

Ich weise Sie höflich darauf hin, dass Sie dazu verpflichtet sind, meine glaubhaften Angaben bei der Festsetzung des Abschlags zu berücksichtigen. Einen Beleg dafür, dass mein zukünftiger Verbrauch geringer ausfallen wird, finden Sie anbei.

Ich erwarte Ihre Antwort sowie die Herabsetzung des Abschlags bis zum ____.____.________.

Mit freundlichen Grüßen,

______________________________
Unterschrift

Musterschreiben „Widerspruch gegen die Höhe des Abschlags für Gas“ aufgrund falscher Vergleichswerte bei Neukundenvertrag

Eigene Anschrift
Vorname, Name
Straße Hausnummer
PLZ, Ort

Anschrift des Gasanbieters
Name Unternehmen
Straße Hausnummer
PLZ, Ort

Datum: ____.____.________

Betreff: Widerspruch gegen die Höhe des Abschlags für Gas

Meine Vertrags-/Kundennummer: __________________________

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Schreiben vom ____.____.________ teilen Sie mir die Summe meines monatlichen Abschlags für Gas in Höhe von _______ Euro mit.

Bitte weisen Sie mir nach, aufgrund welcher Durchschnitts- und Erfahrungswerte Sie meinen zu erwartenden Verbrauch berechnet haben.

Im Gegensatz zu meinem Vormieter/meiner Vergleichsgruppe gehören zu meinem Haushalt weniger Personen/werde ich berufsbedingt nur unter der Woche anwesend sein/bewohne ich eine kleinere Wohnung als der Durchschnitt.

Ich möchte Sie daher bitten, meine eigene Verbrauchsprognose bei der Festsetzung des monatlichen Abschlags zugrunde zu legen. Meine entsprechenden Ausführungen finden Sie anbei.

Ich erwarte Ihre Antwort sowie die Herabsetzung des Abschlags bis zum ____.____.________.

Mit freundlichen Grüßen,

______________________________
Unterschrift

Gibt es auch auf diesem Weg keine Einigung zwischen Verbraucher und Anbieter, bleibt nur noch die Schlichtungsstelle Energie, die städtische Verbraucherzentrale oder der Weg über den Anwalt.

Gut zu wissen: Kann der Kunde glaubhaft darlegen, dass sein Gasverbrauch geringer ist als berechnet, muss der Anbieter diese Angaben bei der Festsetzung des Abschlags berücksichtigen.

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