Gasverbrauch senken

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Ratgeber Gasverbrauch – Richtig heizen und dabei Gaskosten sparen

Gas, Wasser, Strom – die Nebenkosten sind zu so genannten zweiten Miete in Deutschland geworden. Das bedeutet, dass diese Kosten inzwischen nicht mehr guten Gewissens als „Nebenkosten“ bezeichnet werden können, da sie in Summe oftmals der Kaltmiete entsprechend. Natürlich betrifft diese Kostenexplosion nicht nur Mieter, sondern auch – und gerade – Immobilieneigentümer. Das Heizen mit Gas gilt als günstiger gilt als das Heizen mit Strom oder Öl. Trotzdem sind auch hier die Kosten noch enorm. Doch es gibt Tipps und Tricks, um den Gasverbrauch zu senken und die Gaskosten zu reduzieren. Für wen dies in Frage kommt und wie sich Kosten sparen lassen, darüber gibt der Artikel Aufschluss.

Gasflamme © Ingo Bartussek, fotolia.com
Gasflamme © Ingo Bartussek, fotolia.com

Gasverbrauch in deutschen Haushalten

Bevor es darum geht herauszufinden, wo sich im eigenen Haushalt Sparpotentiale beim Gasverbrauch finden, stellt sich eine andere Frage: Ist der eigene Gasverbrauch überhaupt zu hoch oder ist der Verbrauch angemessen? Denn nur im ersten Fall ergeben sich nennenswerte Einsparpotentiale.

Den eigenen Gasverbrauch kann man auf der Jahresabrechnung ablesen oder auf der Gasuhr im eigenen Keller prüfen, wie hoch der Gasverbrauch in einem Monat ist. Im letzten Fall macht es aber natürlich einen Unterschied, ob der Wert im Sommer oder im Winter ermittelt wird. Denn im Sommer dürften die Heizkosten nahe Null sein und Gas wird primär für die Gewinnung von Warmwasser benötigt.

Der Gasverbrauch wird in der Regel in kWh angegeben. Daneben ist auch die Abrechnung in m3 gebräuchlich. Für die Umrechnung von m3 3 x Zustandszahl des Gases x Brennwert des eigenen Kessels = kWh.

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Der Gasverbrauch hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, dies sind insbesondere:

  • Wird das Gas nur für das Heizen oder auch für die Warmwasserzubereitung benutzt
  • Die Wohnform (Wohnung oder Haus)
  • Wohnfläche (Quadratmeterzahl)
  • Personenzahl im Haushalt
  • Zustand der Immobilie (Dämmung)
  • Individuelles Nutzungsverhalten (Kälteempfinden, Dauer und Häufigkeit des Duschens etc.)
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Allein aufgrund dieser Auflistung wird deutlich, dass es nur schwer möglich ist, allgemeingültige Aussagen zu einem „normalen“ Gasverbrauch zu treffen. Dennoch gibt es Durchschnittswerte, mit denen der eigene Gasverbrauch verglichen werden kann:

  • Gasverbrauch für Heizung und Warmwasser nach Quadratmeterzahl: ca. 60 – 200 kWh Gas pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr (abhängig von der Dämmung des Hauses)
  • Gasverbrauch für das Heizen pro Jahr nach Bewohnerzahl: 2.500 – 5.000 kWh pro Jahr pro Person
  • Gasverbrauch für Warmwasseraufbereitung nach Bewohnerzahl: Ca. 1.000 kWh pro Monat für den ersten Bewohner; jeder weitere Bewohner schlägt dann mit einem geringeren Wert zu Buche

Gassparen leicht gemacht – Tipps und Tricks

Die effizienteste Möglichkeit, den Gasverbrauch zu optimieren, ist das Sanieren älterer Immobilien. Denn Fenster mit Doppel- oder Dreifachverglasung sowie moderne Fassadendämmungen und Rollläden sorgen dafür, dass möglichst wenig Heizwärme nach außen entweicht. Folglich muss weniger geheizt werden, was die Gaskosten senkt. Allerdings sind solche Sanierungsmaßnahmen einerseits mit hohen Kosten verbunden und andererseits nur bei Wohneigentum möglich. Immobilieneigentümer sollten diese Möglichkeiten trotzdem in Erwägung ziehen – zumal es zahlreiche Fördermittel zur energieeffizienten Wohnraumsanierung gibt.

Heizkosten sparen © sasel77, fotolia.com
Heizkosten sparen © sasel77, fotolia.com
Tipp: Ausführliche Informationen zum Heizkosten sparen erhalten Sie in unserer Rubrik Gas sparen

Es gibt jedoch noch zahlreiche weitere Einsparmöglichkeiten, die weder hohe Investitionskosten erfordern noch ausschließlich für Immobilieneigentümer geeignet sind:

  • Richtig heizen im Tagesverlauf

Es macht Sinn, Räume während der Abwesenheit sowie auch in der Nacht weniger zu heizen als am Tag beziehungsweise bei Anwesenheit. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Temperatur nicht zu weit absinkt, weil sonst die Energieeinsparung durch das Herunterregeln der Temperatur durch den hohen Energieaufwand durch das Aufheizen wieder zunichte gemacht wird.

  • Die richtige Temperatur für jeden Raum

Richtiges heizen bedeutet vor allem auch, die Temperatur nicht im gesamten Haus gleich hoch zu halten, sondern diese je nach Nutzungsart des Raumes einzustellen. Während für Schlafzimmer und Flur eine Temperatur von 16 bis 18 Grad ausreichend ist, sollten Kinderzimmer, Wohnzimmer und Badezimmer eine Temperatur von 20 bis 23 Grad haben.

  • Richtig lüften
Richtig lüften © co2online
Richtig lüften © co2online

Natürlich ist Lüften wichtig – gerade auch in der kalten Jahreszeit, da die trockene Heizungsluft sonst die Bronchien angreift. Allerdings ist es insbesondere aus heiztechnischen Gründen nicht sinnvoll, die Fenster auf Kipp zu stellen. Besser ist regelmäßiges Stoßlüften – also das vorübergehende komplette Öffnen der Fenster. Zum Thema „Richtig lüften“ gehört auch, dass Zimmertüren geschlossen bleiben. Denn sonst entweicht beispielsweise die warme Luft aus dem Wohnzimmer in den Flur, der je gerade nicht so warm sein muss.

  • Heizstau vermeiden

Es ist wichtig, dass Heizkörper nicht durch Möbel verstellt oder durch Vorhänge verdeckt werden. Denn dann kann die Wärme nicht im Raum zirkulieren und der Raum wird nicht warm, obwohl die Heizung richtig funktioniert. Um auf die Wohlfühltemperatur zu kommen, muss die Heizung unnötig hochgedreht werden, was den Gasverbrauch erhöht.

  • Wärmedämmung „light“

Um die Wärmedämmung des Hauses oder der Wohnung zu verbessern, muss man nicht gleich eine Sanierung anstreben. Es gibt auch einige Möglichkeiten, zur Wärmedämmung, die man kostengünstig und auch in Mietimmobilien umsetzen kann:

  • Nutzung von Gardinen und Rollos
  • Anbringen von Dämmmaterial hinter den Heizkörpern (Außenwand)
  • Auslegen eines ungenutzten kalten Dachbodens mit Styroporplatten
Heizung entlüften © Andre Reichhardt, fotolia.com
Heizung entlüften © Andre Reichhardt, fotolia.com

In dem Rohrsystem, über das die Heizkörper verbunden sind, befindet sich eigentlich eine Flüssigkeit, die die Wärme transportiert. Mit der Zeit sammelt sich aber immer mehr Luft im System, was eine Verminderung der Heizleistung zur Folge hat. Abhilfe lässt sich leicht durch das Entlüften schaffen. Die Entlüftung erfolgt einfach am Ventil des jeweiligen Heizkörpers. Zudem sollte die Heizungsanlage regelmäßig gewartet werden. Dies muss eine Fachfirma übernehmen.

Gassparen durch Anbieterwechsel

Seit der Liberalisierung des Energiemarktes können auch Privatverbraucher unter mehreren Gasanbietern auswählen.

Gaskosten © ghazii, fotolia.com
Sparen durch Gasanbieterwechsel © ghazii, fotolia.com

Dieser Wettbewerb unter den Anbietern hat dazu zu einem Preiswettkampf unter den Anbietern geführt. Daher lohnt es sich mit dem Gastarifrechner zu prüfen, ob man durch einen Wechsel zu einem anderen Anbieter den Gaspreis senken kann.

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