H-Gas und L-Gas: Wo liegt der Unterschied?

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H-Gas und L-Gas: Wo liegt der Unterschied?

Erdgas ist gleich Erdgas? Viele denken das, obwohl es nicht stimmt. Grundsätzlich kann man zum Beispiel H-Gas und L-Gas unterscheiden. Die Bezeichnung L-Gas steht für „Low calorific gas“, während H-Gas „high caloric gas“ bezeichnet. Beide unterscheiden sich im Methangehalt. In Deutschland gibt es aktuell Gebiete mit H-Gas- und L-Gas-Versorgung. In den nächsten Jahren werden die L-Gas-Regionen aber auf H-Gas umgestellt. Viele Gasgeräte müssen dann umgestellt werden, aber nur im ungünstigsten Fall ist ein Neukauf erforderlich.

Gas-Kochfeld © Kristina Blokhin. stock.adobe.com
Gas-Kochfeld © Kristina Blokhin. stock.adobe.com

L-Gas besitzt einen niedrigeren Brennwert

L-Gas besitzt im Vergleich zum H-Gas den niedrigeren Methangehalt. Dadurch besitzt L-Gas auch den niedrigeren Brennwert, was unter anderem bedeutet: Nutzt man L-Gas beispielsweise zum Heizen, benötigt man mehr Gas, um dieselbe Heizleistung wie mit H-Gas zu erreichen. Konkrete Zahlen liefert der Zukunft ERDGAS e.V., eine Initiative der deutschen Erdgas-Wirtschaft.

L-Gas besitzt einen Methangehalt von ungefähr 79,8 Prozent, während H-Gas einen Methananteil von etwa 95,5 Prozent hat. Der Brennwert liegt beim L-Gas bei ca. 8,2 kWh/m³ und beim H-Gas bei 11,1 kWh/m³. Finanziell hat die geringere Energie des L-Gases für Kunden in L-Gas-Regionen allerdings nicht unbedingt einen Nachteil: L-Gas ist tendenziell günstiger als H-Gas. Ob man aktuell L-Gas oder H-Gas bezieht, kann man auf Erdgas.info herausfinden. Dafür gibt man in den dortigen Quicktest einfach Daten wie die eigene Adresse ein.

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Die L-Gas-Regionen werden bis 2030 umgestellt

Mit L-Gas werden derzeit noch Haushalte in Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt versorgt. Bis 2030 sollen aber alle L-Gas-Gebiete auf H-Gas umgestellt werden. Gasverbraucher werden vor der Umstellung rechtzeitig informiert. Nötig wird die Umstellung vor allem deshalb, weil die beispielsweise in Deutschland und den Niederlanden liegenden Quellen des L-Gases langsam versiegen. Die Quellen des H-Erdgases befinden sich dagegen überwiegend in Großbritannien, Norwegen und Russland und sind oft von einem Versiegen weit entfernt.

Gasflamme © Artmann Witte, fotolia.com
Die L-Gas-Gebiete werden nach und nach auf H-Gas umgestellt © Artmann Witte, fotolia.com

Die Seite der Verbraucherzentrale beschreibt den für Verbraucher relevanten Ablauf der Umstellung von L- auf H-Gas als einen dreistufigen Prozess. In einem ersten Schritt werden alle Gasgeräte der Region erfasst, in der das Gas demnächst umgestellt wird. Die Geräteerfassung ist deshalb nötig, weil einige mit L-Gas laufende Geräte ohne Anpassung kein H-Gas verbrennen können. Die Anpassung ist aber in vielen Fällen möglich und für den Kunden kostenlos. In seltenen Fällen muss das Gasgerät ausgetauscht werden. Diesen Austausch müssen Haus- und Wohnungseigentümer selbst zahlen, erhalten aber unter Umständen Zuschüsse.

Wird in Schritt 1 ein Handlungsbedarf festgestellt, setzen Fachleute die nötigen Maßnahmen in Schritt 2 um. In Schritt 3 kommt es dann nochmals zu einer stichprobenartigen Prüfung in jedem zehnten Haushalt, ob die Geräteumstellung funktioniert hat. Laut Erdgas.info werden seit 2019 pro Jahr bis zu 500.000 Heizgeräte auf H-Gas umgestellt. Insgesamt, so Erdgas.info weiter, ist die Umstellung von über fünf Millionen Geräten erforderlich.

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