Gewerbegas Ratgeber

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Ratgeber Gewerbegas – Fakten im Überblick

Gas, ist Gas und bleibt Gas – ganz gleich, ob es nun in Privathaushalten verbraucht wird oder in Betrieben. Und doch gibt es den Begriff Gewerbegas. Und natürlich stimmt es, dass das Gas an sich, welches an Privatkunden geliefert wird das gleich ist, das auch Betriebe erhalten. Der Begriff Gewerbegas bedeutet, dass es sich dabei um spezielle Verträge für Unternehmen handelt. Der Unterschied besteht also im Preis, den der Abnehmer für den Strom zahlt, nicht jedoch in dem Produkt, das geliefert wird. Doch: Wer kann Gewerbegas beziehen? Worauf muss man beim Anbieterwechsel achten? Und: Lohnt sich ein Wechsel überhaupt?

Gasflamme © Artmann Witte, fotolia.com
Gasflamme © Artmann Witte, fotolia.com

Gewerbegas – Hintergrundwissen

Steigende Gaspreise belasten private Haushalte finanziell – und Betriebe noch in stärkerem Maße. Denn selbst kleine Betriebe verbrauchen in der Regel mehr Gas als ein Privathaushalt. Einsparungen können Unternehmen in den Ausbau des Unternehmens investieren. War es früher nur durch Energiesparmaßnahmen möglich, die Gaskosten zu senken, so gelingt dies seit der Liberalisierung des Gasmarktes 1998 auch auf andere Weise. Durch das so genannte Energiewirtschaftsgesetz wurde damals der Gasmarkt dahingehend verändert, dass Kunden nun ihren Gasanbieter frei wählen können. Dies gilt sowohl für Privathaushalte als auch für Unternehmen.

Unternehmen haben jedoch noch eine weitere Möglichkeit, bei der Gasversorgung zu sparen: Da es sich bei Unternehmen in der Regel um Großabnehmer handelt, bieten die Gasanbieter ihnen Mengenrabatte an. Denn im Prinzip handelt es sich bei den Gewerbegas- oder Industriegas Angeboten um nichts anderes als um Rabatte für Großabnehmer. Dementsprechend ist die Aussage, dass alle Unternehmen Gewerbegas beziehen können, nicht ganz zutreffend. Denn in der Regel können nur solche Unternehmen in den Genuss von Gewerbegas kommen, die eine Mindestmenge an Gas im Jahr verbrauchen. Dieser Wert liegt in der Regel bei 300.000 kWh im Jahr. Den eigenen Jahresverbrauch kann jedes Unternehmen leicht auf der letzten Jahresabrechnung erkennen.

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Gaspreis – wie setzt er sich zusammen

Gaskosten © ghazii, fotolia.com
Gaskosten © ghazii, fotolia.com

Der Gesamtpreis, den Verbraucher für Gas bezahlen, setzte sich aus mehreren Faktoren zusammen:

  • Kosten für Gewinnung und Vertrieb von Gas
  • Netznutzung
  • Steuern
  • Abgaben

Da die Steuern einen nicht zu vernachlässigenden Anteil am Gesamtpreis des Gases haben, können Unternehmen hier wiederum sparen. Denn Unternehmen sind in der Regel zum Vorsteuerabzug der Mehrwertsteuer berechtigt.

Anbieterwechsel – so funktioniert es

Unternehmen, die den Gasanbieter wechseln möchten, haben die Wahl zwischen zahlreichen unterschiedlichen Anbietern. Denn inzwischen gibt es rund 700 Anbieter auf dem Gasmarkt. Wie Unternehmen den Wechsel angehen, hängt von der Gesamtmenge an Gas ab, das Unternehmen pro Jahr bezieht:

Unternehmen mit einem Jahresverbrauch bis zu 1.500.000 kWh pro Jahr:
Diese Unternehmen können die Gasrechner im Internet nutzen, um den geeigneten Anbieter zu finden. Hierfür sind in der Regel folgende Informationen notwendig:

  • Normaler Gasanschluss mit herkömmlichem Gaszähler im Keller
  • Postleitzahl
  • Wohnfläche in Quadratmetern
  • Jahresverbrauch in kWh (steht auf der letzten Jahresabrechnung)

Unternehmen mit einem Jahresverbrauch über 1.500.000 kWh pro Jahr:
Diese Unternehmen können die Gasanbieter direkt ansprechen und um Abgabe eines auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Angebotes bitten. Hierfür müssen folgende weitere Voraussetzungen erfüllt sein und die aufgeführten Informationen angegeben werden:

  • Vorhandensein einer so genannten registrierten Leistungsmessung (RLM)
  • Gaslastprofil der letzten 12 Monate
  • Jahresverbrauch an Gewerbegas und Jahresleistung
  • Nennung der Abnahmestelle
  • Name des derzeitigen Netzbetreibers
  • Zählpunktnummer

In der Regel können diese Informationen der letzten Jahresabrechnung entnommen werden.

Sowohl für Privatverbraucher als auch für Geschäftskunden gilt: Durch den Wechsel des Gasanbieters kann es in der Regel nicht zu einer Unterbrechung der Gasversorgung kommen, da der Grundversorger zu einer ununterbrochenen Gaslieferung gesetzlich verpflichtet ist. Der Wechsel wird für den Verbraucher in den allermeisten Fällen nur auf der nächsten Abrechnung erkennbar sein.

Tipp: Verbrauchen Sie mehr als 100.000 kWh/Jahr? Dann können Sie hier ein persönliches Angebot anfordern.

Fallstricke, Kleingedrucktes und Co.

Vertragsbedingungen © Wilm Ihlenfeld, fotolia.com
Vertragsbedingungen © Wilm Ihlenfeld, fotolia.com

Nicht immer ist das günstigste Angebot für Gewerbegas auch das beste. Denn bei manch einem augenscheinlich sehr günstigen Angebot verbergen sich versteckte Kosten.

Daher ist auf folgende Aspekte zu achten:

  • Gibt der Anbieter eine Preisgarantie? Diese sind vorteilhaft, da die Gaspreise stark schwanken. Bei einer Preisgarantie lässt sich das Budget für das Gas besser kalkulieren.
  • Prüfen Sie die automatische Laufzeitverlängerung! Zu lange Laufzeitverlängerungen sind für den Kunden nachteilhaft.
  • Wie lang sind die Kündigungsfristen? Auch hier gilt: Kurze Kündigungsfristen sind für den Verbraucher vorteilhaft.

Gretchenfrage: Erdgas oder Ökogas

Verbraucher – Privatkunden wie auch Geschäftskunden – haben die Wahl zwischen Erdgas und Ökogas. Auch hier gilt: Gas ist Gas. Das gelieferte „Produkt“ ist stets identisch. Der Unterschied besteht in der Art der Gasgewinnung. Wer sich für Ökogas entscheidet, der handelt nachhaltig in Bezug auf die Umwelt. Viele Verbraucher legen heute Wert darauf, dass die Unternehmen, die sie auswählen, umweltbewusst wirtschaften. Daher ist es unter Imagegesichtspunkten stets vorteilhaft auf Ökogas zu setzen. Hinzu kommt, dass es heute auch günstige Angebote für Ökogas gibt.

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