Was kostet eine Kilowattstunde (kWh) Gas für Privathaushalte?
Erdgas gehört bereits seit Jahren zu den wichtigsten Energiequellen und wird vorrangig zur Beheizung von Wohnräumen genutzt. Einmal im Jahr kommt es dann für viele Verbraucher zu einer bösen Überraschung, wenn die Abrechnung im Briefkasten liegt und der dort ausgeschriebene Endbetrag deutlich höher ausfällt als erwartet. Das liegt vor allem an starken Preisschwankungen: Die Nutzung einer Kilowattstunde Gas in Privathaushalten verursacht je nach Versorger und Tarifmodell unterschiedliche Kosten.
Schon seit langem haben Sie als Verbraucher die Möglichkeit den Gasanbieter zu wechseln und so von den unterschiedlich angebotenen Preismodellen zu profitieren. Bevor Sie sich mithilfe unseres Gastarifrechners auf die Suche nach einem günstigen Anbieter begeben, sollten vorab jedoch die wichtigsten Informationen rund um die Preisberechnung einer Kilowattstunde in Privathaushalten vorgestellt werden. Entgegen der allgemeinen Auffassung ist es schließlich keineswegs der Energieversorger allein, der die Kosten bestimmt.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Jahr 2026 kostet eine Kilowattstunde Erdgas im Einfamilienhaus bisher im Schnitt 11,93 Cent — rund 2.386 Euro bei 20.000 Kilowattstunden im Jahr.
- Rund 48 Prozent entfallen auf Beschaffung und Vertrieb, 22 Prozent auf Netzentgelte, 30 Prozent auf Steuern, Abgaben und CO₂-Preis.
- Vergleichen Sie nie den Arbeitspreis allein: Erst mit dem Grundpreis steht fest, was die Kilowattstunde bei Ihrem Verbrauch kostet.

Was ist eine Kilowattstunde Gas?
Beim Vergleich der Strom- und Gasabrechnungen fällt auf, dass beide Posten in Kilowattstunden abgerechnet werden. Beide Einheiten werden jedoch unterschiedlich abgerechnet, denn die Kosten zwischen einer Kilowattstunde Gas fallen ganz anders aus als die einer Kilowattstunde Strom. Schließlich lassen sich mit Gas auch keine elektrischen Geräte betreiben. Dementsprechend unterscheiden sich die Wege, auf denen thermische und elektrische Kilowattstunden abgerechnet werden: Bei Gas wird das gemessene Volumen über Brennwert und Zustandszahl in Kilowattstunden umgerechnet. Grundsätzlich gilt, dass eine Wattstunde (egal, ob Strom oder Gas) eine Maßeinheit darstellt, mit der Energie gemessen werden kann. Eine Kilowattstunde wiederum ist das Tausendfache einer Wattstunde und taucht normalerweise in den Strom- und Gasabrechnungen auf.
Ein Gerät, das mit einer Energie von einem Watt betrieben wird, verbraucht über einen Zeitraum von einer Stunde hinweg exakt eine Wattstunde Energie. Nehmen wir den Fernseher, der etwa 100 Watt verbraucht, kann dieser mit einer Kilowattstunde Strom 10 Stunden durchlaufen. Zum Vergleich: Wie lange eine Kilowattstunde Gas zum Heizen reicht, hängt vom Wärmebedarf und vom Wirkungsgrad der Heizung ab; eine pauschale Dauer lässt sich daraus nicht ableiten.

Was kostet ein Kubikmeter Gas?
Ihr Gaszähler misst Kubikmeter, auf der Rechnung stehen Kilowattstunden. Umgerechnet wird mit zwei Werten, die ebenfalls auf der Abrechnung stehen: Kubikmeter mal Zustandszahl mal Brennwert ergibt die Kilowattstunden. Der Brennwert liegt bei H-Gas laut Bundesnetzagentur etwa zwischen 10 und 13,1 Kilowattstunden je Kubikmeter, die Zustandszahl üblicherweise zwischen 0,90 und 1,00.
Mit den Näherungswerten 11,0 und 0,95 entspricht ein Kubikmeter rund 10,5 Kilowattstunden. Beim BDEW-Durchschnitt von 11,93 Cent je Kilowattstunde kostet ein Kubikmeter Gas damit rund 1,25 Euro. Mit Ihren eigenen Werten rechnen Sie im Umrechner für den Gasverbrauch nach.
Was kostet eine Kilowattstunde Gas?
Bei der Berechnung der Preise für eine Kilowattstunde Gas sind die Anbieter alles andere als gänzlich frei in ihrer Entscheidung. Wenn die Preise für eine Kilowattstunde Gas bevorzugt vor Beginn der jährlichen Heizsaison steigen, machen die meisten Verbraucher die Versorger dafür verantwortlich. Diese müssen sich aber in vielen Bereichen an diverse Vorgaben halten, denn der Preis für eine Kilowattstunde setzt sich aus sehr vielen unterschiedlichen Posten zusammen, auf welche die Versorger teilweise gar keinen Einfluss haben:
- Gasbeschaffung und Vertrieb
- regulierte Netzentgelte
- Steuern und Abgaben

Den größten Anteil an den Gaspreisen nehmen die Gasbeschaffung und der Vertrieb ein. Diese werden durch den Markt bestimmt und können beispielsweise durch den günstigen Gaseinkauf vom Versorger kontrolliert werden. Dieser Posten definiert rund 48 % des Gaspreises für ein Einfamilienhaus (BDEW, August 2026).
Die regulierten Netzentgelte umfassen unter anderem Messung und Messstellenbetrieb und nehmen rund 22 % des Gesamtpreises ein; die Abrechnung gehört dagegen zur Leistung des Lieferanten. Die Steuern und Abgaben werden dem Versorger von außen auferlegt und machen rund 30 % des Gesamtpreises aus. 2021 kam der CO₂-Preis neben Erdgassteuer, Mehrwertsteuer und anderen Abgaben noch zum Gaspreis hinzu. Die Unternehmen, die Erdgas in Verkehr bringen — und über den Preis die Gasversorger —, sollen pro Tonne verursachte Emissionen einen gestaffelten Preis von 25 Euro im Jahr 2021 und 55 Euro im Jahr 2025 bezahlen; für 2026 gilt ein Versteigerungskorridor von 55 bis 65 Euro. Dies erhöht den Kilowattstunden-Preis im Jahr 2026 um rund 1,1 Cent.

Der Preis für die Kilowattstunde Gas ist nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. bis 2020 tendenziell gesunken. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden lagen die durchschnittlichen Kosten pro kWh in einem Einfamilienhaus im Jahr 2020 bei 6,49 Cent, was zu einem Gesamtbetrag von 1.298 Euro führte. 2022 folgte der sprunghafte Anstieg des Preises pro Kilowattstunde. Den Höchststand erreichte er 2023 mit 14,35 Cent je Kilowattstunde, seither liegt er wieder deutlich darunter. Mit einem durchschnittlichen Preis von 11,93 Cent fallen 2026 bisher in einem Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch Kosten von rund 2.386 Euro an – rund 84 Prozent mehr als 2020.
| Jahr | Preis je Kilowattstunde | Jahreskosten im Einfamilienhaus |
|---|---|---|
| 2019 | 6,62 Cent | rund 1.324 Euro |
| 2020 | 6,49 Cent | rund 1.298 Euro |
| 2021 | 6,84 Cent | rund 1.368 Euro |
| 2022 | 13,01 Cent | rund 2.602 Euro |
| 2023 | 14,35 Cent | rund 2.870 Euro |
| 2024 | 11,22 Cent | rund 2.244 Euro |
| 2025 | 11,94 Cent | rund 2.388 Euro |
| 2026 (Januar bis Juli) | 11,93 Cent | rund 2.386 Euro |
Was ist ein guter Preis je Kilowattstunde?
Ob Ihr eigener Preis günstig ist, zeigt erst der Blick auf den Markt. Zum Stichtag 1. April 2025 zahlten Gas-Haushaltskunden laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur in der Grundversorgung im Schnitt 13,57 Cent je Kilowattstunde, bei einem Sondervertrag ihres Grundversorgers 12,07 Cent und bei einem anderen Lieferanten 11,56 Cent. Im Vergleich dieser Vertragskategorien war die Grundversorgung im Schnitt am teuersten. Für Ihre Rechnung zählt allerdings nicht der Arbeitspreis allein, sondern sein Zusammenspiel mit dem Grundpreis — und das fällt je nach Verbrauch sehr unterschiedlich aus.
Was die Kilowattstunde wirklich kostet: Arbeitspreis plus Grundpreis
Ein Beispieltarif mit 10,5 Cent Arbeitspreis je Kilowattstunde und 12 Euro Grundpreis im Monat. Je weniger Gas Sie verbrauchen, desto stärker schlägt der Grundpreis auf den Preis je Kilowattstunde durch.
| Jahresverbrauch | Kosten im Jahr | davon Grundpreis | Effektiv je Kilowattstunde |
|---|---|---|---|
| 5.000 kWh (Wohnung, nur Warmwasser und Kochen) | 669 Euro | 144 Euro | 13,4 Cent |
| 12.000 kWh (kleines Haus, Gasheizung) | 1.404 Euro | 144 Euro | 11,7 Cent |
| 20.000 kWh (Einfamilienhaus, Gasheizung) | 2.244 Euro | 144 Euro | 11,2 Cent |
Bei kleinem Verbrauch kann ein Tarif mit niedrigem oder ganz ohne Grundpreis vorteilhaft sein, wenn seine Jahreskosten niedriger sind; bei hohem Verbrauch wiegt der Arbeitspreis stärker. Rechnen Sie vor einem Wechsel immer die Jahreskosten aus, nicht nur den Cent-Betrag je Kilowattstunde.

Wie kann der Preis pro Kilowattstunde Gas gesenkt werden?
Sie möchten bei der jährlichen Gasabrechnung bares Geld sparen? Dann könnte ein Tarifwechsel bzw. ein Wechsel des Anbieters für Sie die ideale Lösung sein. Noch vor einigen Jahren waren die Möglichkeiten für einen solchen Wechsel auch für Privathaushalte sehr gering und gingen mit einem großen Aufwand einher. Heute haben Sie beispielsweise dank unseres Gastarifrechners die Möglichkeit, binnen kürzester Zeit den für Sie günstigsten Tarif zu finden und anschließend direkt und unkompliziert zu wechseln.
Das gilt beispielsweise auch dann, wenn sich Ihr Versorger dazu entschließt, den Preis für eine Kilowattstunde Gas zu erhöhen. Übt er dabei ein im Vertrag vorbehaltenes Änderungsrecht aus, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht für Ihren Vertrag, das zu dem Zeitpunkt greift, an dem die Erhöhung wirksam wird (§ 41 Abs. 5 EnWG, in der Grundversorgung § 5 Abs. 3 GasGVV). Ausgenommen sind die unveränderte Weitergabe einer Umsatzsteueränderung sowie bestimmter Minderbelastungen nach § 40 Abs. 3 Nr. 1 bis 5 EnWG (§ 41 Abs. 6 EnWG). Über die Erhöhung muss Ihr Anbieter Haushaltskunden spätestens einen Monat vorher unterrichten, der Grundversorger mindestens sechs Wochen vorher. Nutzen Sie die Zeitspanne, um in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Dank der großen Auswahl an Energieversorgern stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten und unterschiedliche Modelle zur Auswahl.

Gastarif ohne Grundgebühr
Wie weiter oben bereits erläutert wurde, setzen klassische Tarife sich meist aus einem Preis pro Kilowattstunde Gas und einer monatlichen Grundgebühr zusammen. Es gibt alternative Angebote, bei denen die Versorger auf diese Grundgebühr verzichten. In diesem Fall bezahlen Sie tatsächlich nur die Menge an Gas, die Sie real verbraucht haben. Allerdings wird die wegfallende Grundgebühr meist durch einen etwas höheren Preis pro Kilowattstunde Gas ausgeglichen. Derartige Tarifmodelle sind dementsprechend vorrangig für Geringverbraucher geeignet.
Gastarif mit festem Paketpreis
Eine weitere Alternative zu den herkömmlichen Tarifmodellen stellt beim Gas der sogenannte Paketpreis dar. Bei derartigen Modellen erwirbt der Verbraucher im Voraus eine bestimmte Gesamtmenge an Kilowattstunden und bezahlt sie je nach Vertrag ganz oder teilweise im Voraus. Ob das Paket günstiger ist als die einzelne Berechnung der Kilowattstunden, zeigt erst der Vergleich der Jahreskosten. Auf der anderen Seite können je nach Vertrag überschüssige Kilowattstunden verfallen, falls der Nutzer weniger verbraucht, und ein Mehrverbrauch kann teurer abgerechnet werden – ganz ähnlich, wie es beim mobilen Datenvolumen verschiedener Mobilfunkverträge der Fall ist.
Drei Tarifmodelle im Risiko-Check
Welches Modell für Sie günstiger ist, hängt vom Jahresverbrauch ab — und davon, ob Sie bereit sind, Geld vorzustrecken.
Arbeitspreis plus GrundpreisStandardmodell
Das übliche Modell: ein fester Grundpreis je Monat, dazu ein Preis für jede verbrauchte Kilowattstunde.
Geeignet fürHaushalte mit Gasheizung und normalem bis hohem Jahresverbrauch
Tarif ohne Grundgebührfür Wenigverbraucher
Sie zahlen nur die tatsächlich verbrauchten Kilowattstunden, dafür liegt der Arbeitspreis in der Regel höher.
Geeignet fürWenigverbraucher, die Gas nur zum Kochen oder für Warmwasser nutzen
Paketpreis für eine feste MengeVorkasse-Risiko
Sie vereinbaren eine feste Menge Kilowattstunden; ob Sie sie im Voraus bezahlen, steht im Vertrag.
Geeignet fürHaushalte, die ihren Jahresverbrauch sehr genau kennen
Individuelle Gassparmaßnahmen helfen weiter

Wer die Kosten für den eigenen Gasverbrauch senken will, sollte nicht nur den Anbieter wechseln, sondern vor allem auch individuelle Einsparpotentiale nutzen. Hierzu gehört vor allem, dass Sie Ihre Wohnung in der kälteren Jahreszeit konstant und dem Nutzungsbedürfnis angepasst heizen. Kalte Wohnungen, bei der die Heizungen aus Angst vor einer zu hohen Gasrechnung abgedreht werden, sparen zwar Energie, erhöhen aber das Risiko, dass Schimmel in den eigenen vier Wänden entsteht. Mit den folgenden Tipps können Sie Ihren Gasverbrauch und damit Ihre Jahreskosten senken:
- Heizkörper nicht durch Möbel blockieren
- Türen zu kälteren Räumen geschlossen halten
- Heizung regelmäßig entlüften
- Wände, Fenster etc. vernünftig dämmen
- Stoßlüften
- Heizungsanlage regelmäßig vom Fachmann prüfen lassen
Was kostet eine Kilowattstunde (kWh) Strom für Privathaushalte? In einem durchschnittlichen deutschen Haushalt sind über das Jahr hinweg zahlreiche verschiedene… weiterlesen


