< Browse > KWH Preis / Gasvergleich / Gas Ratgeber / Gaspreisentwicklung – Gaspreise von 2000 bis 2011

| Kontakt | RSS

Gaspreisentwicklung

Artikel empfehlen:

Die Entwicklung der Gaspreise

Gaspreisentwicklung
Gaspreisentwicklung © Corgarashu, fotolia.com

Im Gegensatz zu den Strompreisen ist die Kostenentwicklung auf dem Gasmarkt in den vergangenen Jahren wesentlich uneinheitlicher verlaufen. Grund hierfür war unter anderem, dass der Gaspreis über viele Jahre an den Ölpreis gekoppelt war. Diese so genannte Ölpreisbindung war jedoch nicht gesetzlich festgelegt, sondern branchenintern verabredet worden. Mittlerweile ist viel Bewegung in den Preisfindungsprozess gekommen, der Verbrauchern ein großes Einsparpotenzial eröffnet. Dazu trug auch ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem März 2010 bei, in dem die Kopplung des Gaspreises alleine an den Ölpreis als nicht zulässig untersagt wurde. Was dies für die zukünftige Preisentwicklung bedeutet und wie Sie davon profitieren können, lesen Sie hier. Ob ihre Gasanbieter die günstigsten Tarife in ihrer Region anbietet kann man mit dem Gastarifrechner herausfinden.

Zum kostenlosen Gas Tarifrechner

Die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren

Der Gaspreis schwankte in den letzten zehn Jahren relativ stark und zeichnete aufgrund der Ölpreisbindung die Wellenbewegungen der entsprechenden Kosten für Öl mit einigen Monaten Verzögerung nach. So kam es beispielsweise in den Jahren 2000, 2005 und 2008 zu signifikanten Preissteigerungen, die Jahre 2007 und 2009 waren dagegen von größeren Preisrückgängen gekennzeichnet. Insbesondere die Senkungen im Jahr 2009 fielen erheblich aus und sorgten für ein relativ niedriges Preisniveau, das bis 2011 anhält. Ein Grund dafür war die weltweite Wirtschaftskrise, die den Ölpreis und im Gefolge auch den Gaspreis stark unter Druck setzte.

Mittlerweile haben jedoch zwei weitere Faktoren entscheidenden Einfluss auf die Preisentwicklung gewonnen, die Hoffnung auf dauerhaft niedrige Preise machen. Zum einen schlägt in Deutschland seit einigen Monaten das bereits erwähnte Urteil des Bundesgerichtshofs zur Ölpreisbindung auf den Markt durch, das im September 2010 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde. Der Gaspreis emanzipiert sich langsam, aber sicher vom Ölpreis, wie an der jüngsten Preisentwicklung zu sehen ist. Während die Kosten für Öl seit geraumer Zeit wieder erheblich steigen, verharrt der Gaspreis auf konstant niedrigem Niveau.

Unterstützt wird diese Entwicklung durch innovative Fortschritte in den USA. Waren die Vereinigten Staaten bis vor kurzer Zeit noch Gas-Importeur, so hat sich das Verhältnis heute umgekehrt. Durch die Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Materialien wie Schiefer sind die Importe nicht mehr nötig. Im Gegenteil, die USA gehört mittlerweile zu den größten Erdgasproduzenten der Welt und vergrößert das weltweite Angebot erheblich. Der Erdgas-Verbrauch in Deutschland ist seit 2004 im Durchschnitt jedoch kaum gestiegen. Einer konstanten Nachfrage steht damit ein steigendes Angebot gegenüber, was der ökonomischen Lehre nach sinkende Preise zur Folge hat.


Bildquelle: C.A.R.M.E.N. e.V.www.carmen-ev.de

Große Preisunterschiede durch unterschiedliche Geschäftsmodelle

Im wirtschaftlichen und politischen Leben dauert es gelegentlich eine Weile, bis sich durchgeführte Veränderungen spürbar auswirken. Ähnliches trifft auch auf den Gasmarkt zu. Viele Versorger, insbesondere große und etablierte Unternehmen, haben sehr langfristige Importverträge abgeschlossen, um Planungssicherheit zu haben und sich die benötigten Gasmengen auf dem Weltmarkt zu sichern. Was bei steigenden Preisen sinnvoll ist, erweist sich bei sinkenden Preisen als Bumerang. Zahlreiche Anbieter sind momentan noch gezwungen, ihren Importeuren einen Gaspreis zu zahlen, der weit über dem aktuellen Marktpreis liegt. Hier ist folglich trotz günstiger Marktlage kaum Spielraum für Tarifsenkungen vorhanden. Wechselunwillige Verbraucher können einerseits darauf vertrauen, dass ihr Versorger nach Auslaufen der langfristigen Verträge günstigere Preise verhandelt und diese dann, wenn auch mit Verzögerung, an seine Kunden weitergibt.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Diese decken sich meist kurzfristig mit den benötigten Kontingenten ein und nutzen die vorteilhafte Marktlage ohne große Zeitverzögerung aus. Erzielte Preisvorteile können sehr schnell an die Kunden weitergegeben werden. Allerdings gilt dies ebenso für Preissteigerungen – die Abhängigkeit von den Entwicklungen am Beschaffungsmarkt ist bei diesem Geschäftsmodell in der Regel sehr viel stärker ausgeprägt.

Ausblick Gaspreisentwicklung

Bisherige Schätzungen, die meist noch von einer Ölpreisbindung ausgingen, sahen aufgrund der knappen fossilen Ressource Erdöl und dem stetig steigenden Bedarf zwangsläufig auch dauerhaft steigende Gaspreise voraus. Angesichts des steigenden Angebots an Erdgas und einer Preisbildung, die zum ersten Mal seit Jahrzehnten relativ unabhängig von anderen Rohstoffen funktioniert, gehen mittlerweile jedoch viele Experten von konstant günstigen Gaspreisen in den nächsten Jahren aus. Die Fachleute von Deutsche Bank Research schrieben in einer Untersuchung über die Entwicklungen an den Gasmärkten sogar von einer „Gasschwemme“, die eine „Zeitenwende“ einläuten würde.

Bei diesen Aussichten sollten Verbraucher nicht davor zurückschrecken, zu einem preiswerten Gasversorger zu wechseln, statt heute noch einen Gaspreis zu zahlen, der den Stand des letzten oder vorletzten Jahres widerspiegelt. Im Einzelfall kann dies zu einer jährlichen Ersparnis im dreistelligen Eurobereich führen. Vorsichtige Zeitgenossen, die den Voraussagen nicht so recht trauen, achten auf eine möglichst kurze Kündigungsfrist. Dann ist im unerwarteten Fall von stark steigenden Preisen der Weg zu einem Anbieter schnell frei, der langfristig günstige Preise mit seinen Importeuren ausgehandelt hat.

Weitere Informationen

Zum kostenlosen Gas Tarifrechner
Informationen zu Gaspreisen
Informationen zum Gaswechsel
Gaswechsel FAQ
Informationen zu Gastarifen
Fallstricke der Gastarife



Artikel gefallen? Folgen Sie uns auf Twitter, Facebook und abonnieren Sie unsere Beiträge.

Artikel empfehlen:
Tags:

Ähnliche Beiträge und Seiteninhalte