Gaspreisentwicklung

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Die Entwicklung der Gaspreise

Im Gegensatz zu den Strompreisen in Deutschland ist die Kostenentwicklung auf dem Gasmarkt in den vergangenen Jahren deutlich uneinheitlicher verlaufen. Seit der Jahrtausendwende ging der Preis erst einmal deutlich aufwärts. Einen Einschnitt gab es 2009/2010 und für die Zukunft prognostiziert eine Studie wieder einen Anstieg. Wie soll man darauf reagieren? In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich von Gastarifen, weil der Unterschied zwischen den Tarifen innerhalb einer Region oft immens ist. Solch ein Vergleich ist mit dem Gas-Tarifrechner möglich.

Preisentwicklung © corgarashu, fotolia.com
Preisentwicklung © corgarashu, fotolia.com

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Erdgas ist Heizbrennstoff Nummer 1

Erdgas ist nach wie vor der wichtigste Brennstoff bei der Beheizung von Neubauten. Das zeigt die „Bestandsaufnahme Gasmarkt“ des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom Mai 2016. Laut der Bestandsaufnahme wurden 2015 in 49,9% der zum Bau genehmigten neuen Wohnungseinheiten Erdgasheizungen installiert. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen mit 20,7% Elektro-Wärmepumpen und mit 20,6% die Fernwärme.

Der Anteil von Erdgas ist also weiterhin auf hohem Niveau, allerdings deutlich niedriger als im Jahr 2000. Damals waren noch über drei Viertel (76,7%) aller im Wohnungsneubau installierten Heizungen Erdgasheizungen. Das bedeutet: Der Gasmarkt für die Wohnungsbeheizung ist nach wie vor stark und die Gasheizung bleibt die führende Heiztechnologie. Allerdings holen andere Heiztechnologien mittlerweile auf. Die Nachfrage könnte sich also in Zukunft verringern.


Bildquelle: C.A.R.M.E.N. e.V.www.carmen-ev.de

Erdgaspreis: Anfangs ging es deutlich aufwärts.

Orientierungswerte für die Entwicklung des durchschnittlichen Erdgas-Verbraucherpreises zwischen 2000 und 2016 liefert unter anderem eine Datei des Statistischen Bundesamts. Sie setzt den durchschnittlichen Erdgas-Verbraucherpreis des Jahres 2010 auf 100. Die Tabelle startet mit einem Indexwert von 62,2 im Jahr 2000.

Bis 2006 steigt der Wert kontinuierlich auf 99,4, um anschließend durch einen weiteren Anstieg Werte über 100 zu erreichen. Einen ersten Rückgang auf 109,7 (Vorjahr: 111,5) gab es 2009. 2010 gab es dann ein weiteres kräftiges Minus auf den Indexwert 100. Bis 2015 stieg der Indexwert anschließend erneut: dieses Mal bis auf 111,9. 2016 gab es schließlich einen Indexwert von 107,6.

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2010 endete die Kopplung an den Ölpreis

Die Entwicklung des Erdgaspreises war lange Zeit an die Entwicklung des Ölpreises gebunden. Den Gaspreis ausschließlich vom Ölpreis abhängig zu machen, ist seit 2010 bei Privatkunden nicht mehr legitim. Damals gab es ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH). 2015 bestätigte der BGH die Nichtzulässigkeit dieser Bindung des Gaspreises an den Ölpreis auch für Wohnungseigentümer.

Die Einkaufspreise fallen. Die Verkaufspreise nicht?

Die Einkaufspreise für Erdgas haben sich in den letzten Jahren deutlich nach unten bewegt. „Sie befinden sich im freien Fall“, schrieb das Magazin „Der Spiegel“ sogar in einem Artikel vom Dezember 2016. Gaskunden hatten davon jedoch eine längere Zeit lang eher wenig. Das Magazin zitiert als Beleg eine Studie des Forschungsbüros Energycomment.

Laut dieser Studie reduzierten sich die Kosten beim Gaseinkauf für die Versorger 2014 um 104 Euro, während die Preise für private Haushalte nur um 20 Euro gefallen seien. 2015 lief es etwas besser aus Verbrauchersicht. Die Gasgroßhändler konnten das Gas nochmals 34 Euro günstiger einkaufen, während es für die Endverbraucher eine Ersparnis von immerhin 28 Euro gab.

2016 sanken die Beschaffungskosten für die Großhändler um 94 Euro, von denen 70 Euro an die Endkunden weitergegeben wurden. Das bedeutet: Verbraucher können nicht darauf bauen, dass sie von sinkenden Preisen auf dem Weltmarkt sofort und in vollem Umfang profitieren.

Allerdings profitiert auch nicht jeder Energieversorger von Entwicklungen auf dem Gasmarkt in gleichem Maße. Manche von ihnen haben langfristige Importverträge abgeschlossen, um mehr Planungssicherheit bei der Beschaffung der benötigten Gasmengen auf dem Weltmarkt zu haben. Was bei steigenden Preisen sinnvoll ist, erweist sich bei sinkenden Preisen jedoch als nachteilig. Auf derartige Weise gebundene Versorger können sinkende Preise auf dem Weltmarkt nur bis zu einem gewissen Grad ausnutzen.

Energiepreise Vergleich langfristig © BDEW
Energiepreise Vergleich langfristig © BDEW

Ausblick auf die Gaspreisentwicklung: Anstieg bis 2050

Die im Juli 2014 veröffentlichte Studie „Entwicklung der Energiemärkte – Energiereferenzprognose“ lieferte eine Prognose zur Erdgas-Preisentwicklung der kommenden Jahre. Sie stammt von der Prognos AG, vom EWI (Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln) und von der GWS (Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung) und sie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erstellt.

Laut der Studie steigt der Erdgaspreis für Haushalte von 6,7 Cent/Kilowattstunde im Jahr 2011 über 7,7 Cent/Kilowattstunde im Jahr 2020 und 8,5 Cent/Kilowattstunde im Jahr 2030 bis zu 9,7 Cent/Kilowattstunde im Jahr 2050. Geht man bei einem Einfamilienhaus von einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr aus, dann ergeben sich mit dem 2011er-Wert Kosten von 1.340 Euro/Jahr. Bis 2020 würden sie um 200 Euro/Jahr auf 1.540 Euro/Jahr steigen.

Natürlich sind solche Prognosen vage, da der Markt von vielen Faktoren abhängt. Interessant könnte auf Nachfrageseite zum Beispiel die Entwicklung von Technologien wie der Brennstoffzelle sein. Sie nutzt Gas (Erdgas, Biogas) für die Produktion von Heizwärme und Strom. Das bedeutet: Werden künftig häufiger Brennstoffzellen installiert, könnte der Erdgasverbrauch steigen.

Lohnt sich der Gastarif-Vergleich? Ja. Definitiv

Wie viel man beim Wechsel des Gasanbieters wirklich sparen kann, zeigt ein Blick auf den Gas-Tarifrechner auf KWH-Preis.de. Wie viel man durch einen Tarifvergleich und einen anschließenden Wechsel sparen kann, zeigt am schnellsten ein Test.

Der Anteil der Haushalte, die den Gasanbieter seit der Liberalisierung 2007 wechselt haben, ist deutlich gestiegen ist. 2007 waren es 100.000 und die kumulierte Wechselquote lag bei einem Prozent. Zum Zeitpunkt 04/2016 waren es 3,2 Millionen Haushalte, die mindestens einmal den Gasversorger gewechselt haben. Das entspricht einem Anteil an allen Haushalten mit Gasversorgung von 31,5%.

Das ist ein durchaus guter Anteil. Angesichts des Sparpotenzials geht da aber sicherlich noch mehr. Vielleicht sollten auch Sie wechseln? Und falls Sie dann häufiger Entwicklungen auf dem regionalen Gasmarkt ausnutzen möchten, sollten Sie am besten auf eine kurze Vertragslaufzeit achten.

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