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Strompreisentwicklung

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Die Entwicklung der Strompreise

Strompreis Entwicklung
Strompreis Entwicklung © corgarashu, fotolia.com

Schaut man sich die Preisgestaltung vieler Stromanbieter in den letzten Jahren an, so könnte man meinen, mit den Worten „nach oben“ wäre alles Wichtige zu diesem Thema gesagt. Sie sollten sich trotzdem einige Minuten Zeit nehmen für diesen Beitrag, denn die Hintergründe der Preisentwicklung sind ungemein spannend. Es gibt nämlich zum einen Wege, die Preisspirale zu durchbrechen. Zum anderen können Sie als gut informierter Verbraucher besser beurteilen, welche Anbieter und Fachleute ehrlich argumentieren und welche lediglich weiter an der Kostenschraube drehen wollen. Ob ihre Stromanbieter die günstigsten Tarife in ihrer Region anbietet kann man mit dem Stromtarifrechner herausfinden.

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Die Strompreisentwicklung seit 1998

1998 wurde der deutsche Strommarkt liberalisiert, und zunächst schien sich die gleiche gewünschte Entwicklung wie auf dem Telefonmarkt zu vollziehen. Dort sorgte ein intensiver Wettbewerb für stark sinkende Preise. Die Freude währte jedoch nur kurz. Seit 2000 sind die durchschnittlichen Stromkosten für Privathaushalte stetig gestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig und teilweise auch nachvollziehbar. So verursacht die Wartung und Instandhaltung des Leitungsnetzes, die Erzeugung von Strom sowie sein Transport Kosten, die in der Regel auf die Verbraucher umgelegt werden. Darüber hinaus sind fossile Brennstoffe nur begrenzt verfügbar. Die Schätzungen über die weltweiten Vorräte gehen auseinander, aber das Angebot wird definitiv stetig sinken. Außerdem spielen Explorationskosten eine wichtige Rolle, denn Ölvorräte nutzen der Allgemeinheit wenig, wenn man sie nur unter extrem hohem finanziellem Aufwand heben kann.

Die Debatte um Atomstrom ist nach den Katastrophen in Japan neu entflammt. Die Energiewende, so schätzen einige Experten, wird zusätzlich erhebliche Mehrkosten für die Verbraucher bringen. Man könnte vermuten, dass alle diese stetig steigenden Kosten eine erhebliche Belastung für die deutsche Wirtschaft bedeuten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar haben auch die industriellen Stromabnehmer mit steigenden Kosten zu kämpfen, doch liegt ihr durchschnittlicher Strompreis weit unter jenem für Privathaushalte, und auch die Kostensteigerungen haben keine derart vehemente Entwicklung genommen.

Dies liegt unter anderem an den Energiemengen, die Industrie- und Gewerbekunden benötigen. Viele Energieversorger bieten Kunden ab einer relativ hohen jährlichen Abnahmemenge Sonderkonditionen. Zusätzlich sind diese Kundengruppen von einigen Steuern und Abgaben befreit oder müssen zumindest einen wesentlich kleineren Beitrag zahlen als Privatverbraucher. Beispiel Konzessionsabgabe: Sie wird als Kompensation an Gemeinden bezahlt, um ihre Infrastruktur nutzen und Leitungen auf ihrem Gebiet verlegen zu dürfen. Private Endkunden in Städten über 500 000 Einwohnern zahlen aktuell eine Konzessionsabgabe von 1,7 Cent pro kWh, während bei so genannten Sondervertragskunden lediglich 0,11 Cent pro kWh fällig werden.

Oligopol erschwert funktionierenden Wettbewerb auf dem Strommarkt

Die dargestellten Hintergründe tragen alle ihren Teil zum momentanen Niveau der Strompreise bei, doch gelten sie meist auch für andere Länder. Trotzdem liegen die deutschen Strompreise im europäischen Vergleich im oberen Drittel. Eine gewisse Mitschuld an diesem Dilemma tragen die Verbraucher selbst. Sie konnten sich bisher mehrheitlich nicht zu einem Wechsel ihres Stromanbieters durchringen. Dadurch konnten sich die vier großen Energiekonzerne E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE einen riesigen Marktanteil, der heute bei etwa 70 % liegt, sichern. Die momentane Situation hat das Bundeskartellamt in der Sektoruntersuchung „Stromerzeugung und Stromgroßhandel“ so zusammengefasst: „Die Ergebnisse der wettbewerblichen Analyse deuten darauf hin, dass sich auf dem deutschen Erstabsatzmarkt mindestens drei Unternehmen, wahrscheinlich sogar vier Unternehmen in einer Position befinden, die es ihnen ermöglicht, sich in einem nennenswerten Umfang unabhängig von ihren Wettbewerbern, Abnehmern und schließlich gegenüber den Verbrauchern zu verhalten und dadurch den Wettbewerb auf dem Erstabsatzmarkt zu beeinträchtigen.“

Erneuerbare Energien als Preistreiber?

Die erneuerbaren Energien wurden insbesondere in den letzten Monaten wiederholt als Strom Preistreiber bezeichnet und von vielen Energieversorgern als Hauptgrund für ihre Tariferhöhungen angeführt. Ein Blick auf die Entwicklung der Haushaltsstrompreise zeigt jedoch ein differenzierteres Bild:


Bildquelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Ausblick Strompreisentwicklung

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Strompreise in Deutschland in den nächsten Monaten entwickeln werden. Nach den bisherigen Erfahrungen ist jedoch davon auszugehen, dass eventuelle Spielräume für Senkungen weiterhin selten genutzt, Argumente für Preiserhöhungen jedoch schnell bei der Hand sind. Solange der Strommarkt von einigen wenigen Konzernen bestimmt wird, stehen die Chancen schlecht, dass sich an der Marktsituation Grundlegendes ändern wird. Berücksichtigt man außerdem, dass diese Konzerne zu den Aktionären der Strombörse EEX gehören, die seit 2009 praktisch ohne behördliche Aufsicht ist, schwinden die Hoffnungen auf künftige Preissenkungen auf ein Minimum. Verbrauchern bleibt immerhin die Möglichkeit, ihre Marktmacht durch entsprechende Entscheidungen für oder gegen bestimme Anbieter zu demonstrieren.

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