Stromverbrauch senken – Sparen ist leichter als gedacht
Waschmaschine, Trockner, TV-Gerät und Computer – die Zahl der elektronischen Geräte, die in deutschen Haushalten genutzt werden, steigt seit Jahren stetig. Ob der Stromverbrauch steigt, hängt jedoch auch von Effizienz und Nutzung der Geräte ab. Die Strompreise haben sich nach den Ausschlägen der Energiekrise zwar beruhigt, bleiben aber auf hohem Niveau – die BDEW-Strompreisanalyse August 2026 nennt im Schnitt 37,0 Cent je Kilowattstunde für einen Musterhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Sowohl die monatlichen Abschlagszahlungen sind für viele Haushalte heute eine echte Belastung als auch die Jahresendabrechnungen, die oftmals Forderungen mit massiven Nachzahlungen beinhalten. Allerdings gibt es etliche Einsparmöglichkeiten beim Stromverbrauch, mit denen sich die finanzielle Belastung durch Stromkosten reduzieren lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Erst einordnen, dann investieren: Der Stromspiegel zeigt, ob Ihr Verbrauch für Haushaltsgröße und Wohnform überhaupt zu hoch ist.
- Die größten Hebel sind Dauerläufer: Warmwasser mit Strom, alte Kühl- und Gefriergeräte sowie die Heizungspumpe.
- Viele Tipps kosten nichts: volle Maschinen, niedrigere Waschtemperaturen, Restwärme nutzen, Stand-by konsequent trennen.
- Beim Neukauf auf das EU-Energielabel achten – bei den meisten Gerätegruppen gilt inzwischen die Skala A bis G.

Stromverbrauch – welche Faktoren beeinflussen diesen
Die Höhe des Stromverbrauches pro Haushalt hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:
- Zunächst einmal ist sie natürlich abhängig davon, wie viele Personen in einem Haushalt leben. In der Regel steigt der Stromverbrauch pro Haushalt mit jedem zusätzlichen Bewohner. Andererseits ist der Pro-Kopf-Stromverbrauch in Mehrpersonenhaushalten geringer als im Einpersonenhaushalt. Der Grund liegt darin, dass im Mehrfamilienhaushalt Geräte wie Kühlschrank, Gefrierschrank und Co. von mehreren Personen gemeinsam genutzt werden.
- Der zweite Faktor, der den Stromverbrauch eines Haushaltes beeinflusst, ist die Art der Wohnung: In der Regel ist der Stromverbrauch im Einfamilienhaus höher als in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Der geringere Stromverbrauch in Mehrfamilienhäusern ergibt sich aus der Tatsache, dass dort Stromkosten für Außenbeleuchtung, Garage und Co. auf mehrere Parteien aufgesplittet werden.
- Der dritte Faktor, der den Stromverbrauch maßgeblich beeinflusst, ist die Art der Warmwasserbereitung sowie die Art der Heizung: Werden Warmwasser und vielleicht auch noch die Heizung mit Strom betrieben, so erhöht dies den Stromverbrauch erheblich.

Diese drei Faktoren sind gar nicht oder aber nur schwer zu verändern. Es gibt jedoch noch eine weitere Stellschraube, um den Stromverbrauch zu senken: Und zwar die Art und Anzahl der Elektrogeräte im Haushalt sowie deren Art der Nutzung.
Bevor Sie investieren, lohnt die Einordnung: Liegt Ihr Verbrauch überhaupt über dem Durchschnitt? Orientierung geben die Richtwerte des Stromspiegels – eine Wohnung im Mehrfamilienhaus mit zwei Personen kommt ohne elektrische Warmwasserbereitung beispielsweise auf rund 1.900 Kilowattstunden im Jahr, ein Einfamilienhaus auf 2.700. Wie Ihr Haushalt im Vergleich dasteht, zeigt unsere Übersicht zum Stromverbrauch nach Haushaltsgröße.
Stromverbrauch senken: die sinnvolle Reihenfolge
| Schritt | Worum es geht | Aufwand | Was es bringt |
|---|---|---|---|
| Zuerst | Verbrauch einordnen: Jahresabrechnung mit den Stromspiegel-Richtwerten vergleichen | 5 Minuten | zeigt, ob sich größere Maßnahmen überhaupt lohnen |
| Zuerst | Dauerläufer messen: Strommessgerät an Kühlgerät, Router und ältere Verdächtige stecken | einige Tage | findet die echten Stromfresser statt bloßer Vermutungen |
| Dann | Gewohnheiten umstellen: volle Maschinen, niedrigere Temperaturen, Restwärme nutzen, Stand-by trennen | kostenlos | spart sofort, ganz ohne Neuanschaffung |
| Dann | Bei Defekt oder sehr alten Geräten: Neukauf mit Blick auf das EU-Energielabel | höhere Ausgabe | kann bei sehr alten Dauerläufern viel Strom sparen |
| Zuletzt | Stromtarif prüfen: senkt den Preis je Kilowattstunde, nicht den Verbrauch | 30 Minuten | wirkt zusätzlich zu allen Spartipps |
Stromsparen – Neukauf von Geräten oder effizienter Betrieb

Die einfachste Möglichkeit, beim Betrieb der Haushaltsgeräte sowie anderer elektronischer Geräte Strom zu sparen, ist auf energieeffiziente Geräte zu setzen. Allerdings ist es aus mehreren Gründen unrealistisch, auf einen Schlag alle elektronischen Geräte im Haushalt neu zu kaufen: Einerseits bedeutet dies einen enormen finanziellen Aufwand. Andererseits benötigen die Herstellung sowie die Verschrottung von Elektrogeräten auch stets Strom und bedeuten eine Belastung für die Umwelt.

Sinnvoller ist es daher, zunächst einmal zu analysieren, welche elektronischen Geräte im eigenen Haushalt den größten Anteil am Stromverbrauch ausmachen und damit auch das größte Einsparpotential haben. Hierzu werden spezielle Stromverbrauchsmessgeräte genutzt. Diese werden in die Steckdose eingesteckt, über die das jeweilige Gerät betrieben wird.


Alternativ kann man sich an statistischen Werten orientieren, die einen Aufschluss darüber geben, bei welchen Geräten sich der Umstieg auf energieeffizientere Geräte besonders bemerkbar macht:
- Heizungspumpe
- Wäschetrockner
- TV, PC, Drucker, Router
- Herd und Backofen
- Beleuchtung (Leuchtmittel)
- Gefrierschrank
- Spülmaschine
- Kühlschrank
- Waschmaschine
- Kleingeräte wie Staubsauger
Wer sich für den Neukauf eines Elektrogerätes entscheidet, sollte auf das EU-Energielabel achten. Mit diesem Label wird europaweit der Energieverbrauch vieler Produktgruppen gekennzeichnet. Bei Kühlgeräten, Waschmaschinen, Geschirrspülern, Fernsehern, Lampen und seit Juli 2025 auch bei Wäschetrocknern gilt die Skala A bis G; Backöfen, Dunstabzugshauben und Klimageräte tragen dagegen weiterhin das ältere Label mit den Plus-Klassen. Auf den neu skalierten Labels führt ein QR-Code zur EU-Produktdatenbank EPREL mit Detaildaten zum Modell. Nicht jedes Elektrogerät trägt ein Label – für Staubsauger etwa wurde es aufgehoben. Wie Sie das EU-Energielabel richtig lesen, erklärt unser Ratgeber im Detail.
Eine weitere Möglichkeit zum Stromsparen besteht darin, konsequent darauf zu achten, dass Geräte nicht unnötig im Stand-by-Modus laufen. Zwar begrenzt die EU den Bereitschaftsverbrauch neuer Geräte seit Mai 2025 auf 0,5 Watt (0,8 Watt mit Statusanzeige) – vernetzte Geräte wie Router oder Smart-Home-Technik dürfen aber deutlich mehr ziehen, und viele ältere Geräte im Bestand ebenfalls. Über das Jahr summieren sich diese Dauerläufer spürbar. Erleichtert wird das Trennen vom Netz durch die Verwendung einer so genannten Master-Slave-Steckdosenleiste, welche im Ruhezustand des Hauptgerätes auch die dazugehörigen Nebengeräte ausschaltet.



Stromspartipps – kleine Tricks mit großer Wirkung
Neben dem Austausch von elektronischen Geräten gibt es noch zahlreiche Tipps und Tricks wie sich durch einen bewussten Gebrauch der Geräte Strom sparen lässt:

Kühlschrank und Tiefkühler
- Kühlschränke und Tiefkühler nicht zu weit herunterkühlen. Dies ist nicht förderlich für die Lebensmittel und macht einen deutlichen Unterschied in Bezug auf den Stromverbrauch.
- Türen möglichst selten und dann nur kurz öffnen. Darauf achten, dass die Türen richtig geschlossen werden.
- Niemals die Lüftungsöffnungen von Tiefkühler oder Kühlschrank abdecken.
- Vereiste Kühlschränke und Tiefkühler sofort abtauen.

Spülmaschine
- Schon beim Kauf auf die richtige Größe des Gerätes achten.
- Spülmaschine erst dann anstellen, wenn diese voll ist.
- Auf Vorspülen verzichten.
- Das Eco- oder Sparprogramm nutzen, wenn der Verschmutzungsgrad dies zulässt.

Herd und Backofen
- Wer beim Kochen einen passenden Deckel verwendet, spart Strom und damit Kosten.
- Nicht zu viel Wasser für das Kochen oder Schmoren verwenden, da sonst unnötig zu viel Energie aufgewendet werden muss.
- Vorheizen sollte so selten wie möglich eingesetzt werden. Stattdessen lieber den Backofen früher ausschalten und die Restwärme nutzen.

Wäschetrockner
- Wäsche immer gut in der Waschmaschine schleudern und so vortrocknen, bevor diese im Wäschetrockner getrocknet wird.
- Stets den Wäschetrockner so voll machen, wie es das Fassungsvermögen zulässt.

Waschmaschine
- Die Waschmaschine stets voll machen.
- Den Vorwaschgang nur dann verwenden, wenn dies wirklich notwendig ist.
- In den meisten Fällen reicht es, Wäsche mit 30 oder 40 Grad zu waschen. Aus hygienischen Gründen sollte die Waschmaschine in regelmäßigen Abständen bei 60 Grad laufen.

Beleuchtung
- Austausch von alten Leuchtmitteln auf energiesparende Leuchtmittel wie LED.
- Lampen nur dort anschalten, wo diese benötigt werden.
- Deckenfluter nur mit LED-Leuchtmitteln betreiben.
- Bewegungsmelder und Sensoren verwenden, damit Lampen im Außenbereich oder im Flur nur dann angehen, wenn dies notwendig oder sinnvoll ist.

TV, Computer und Co.
- Computer sollten so eingestellt werden, dass sie nach spätestens 15 Minuten in den Ruhezustand gehen.
- Insbesondere bei längerer Abwesenheit sollte der Stecker von Computer und Co. gezogen werden, da diese Geräte auch im ausgeschalteten Zustand Strom ziehen.
- Geräte ganz ausschalten statt in den Stand-by-Modus – bei Fernsehern und Konsolen mit Netzwerkfunktion lohnt die schaltbare Leiste doppelt, weil vernetzte Bereitschaft mehr Strom ziehen darf.

Warmwasseraufbereitung
- Warmwasser lässt sich mit Strom über Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher bereiten. Durchlauferhitzer erwärmen das Wasser nur bei Bedarf und vermeiden die Bereitschaftsverluste, die bei Speichern rund um die Uhr anfallen – in vielen Haushalten sind sie deshalb die sparsamere Wahl. Entscheidend sind aber Zapfverhalten und Gerätezustand; alte, ungedämmte Speicher gehören zu den größten Stromfressern.
- Der Einsatz von Sparduschkopf und Durchflussbegrenzer bei den Wasserhähnen reduziert nicht nur den Wasserverbrauch, sondern damit auch den Stromverbrauch.


Stromkosten senken durch Wechsel des Stromanbieters
Seit der Liberalisierung des Strommarktes gibt es eine Vielzahl von Stromanbietern, zwischen denen der Verbraucher wählen kann. Ein Wechsel zu einem anderen Stromanbieter ist nicht nur einfach, sondern kann auch eine Menge Geld sparen. Denn der Wettbewerb unter den Stromanbietern hat auch dazu geführt, dass die Anbieter gerade für Neukunden interessante Angebote machen.

Ein Vergleich lohnt sich daher fast immer. Und das Wechseln ist denkbar einfach – der technische Lieferantenwechsel erfolgt seit dem 6. Juni 2025 innerhalb von 24 Stunden. Alles, was man benötigt, um bei einem Vergleichsportal nach einem passenden Angebot zu suchen, sind folgende Informationen:
- Jahresverbrauch
- PLZ
- aktueller Abschlag und Tarifname – so lässt sich einschätzen, ob sich der Wechsel lohnt


Extraspartipp
Den größten einzelnen Hebel bietet oft der Austausch alter „Stromfresser“ gegen effiziente Neugeräte – vor allem bei Kühl- und Gefriergeräten, die rund um die Uhr laufen.

Dies ist mit hohen Kosten verbunden. Manche Kommunen und lokale Energieversorger unterstützen den Austausch alter Geräte mit eigenen Programmen – ob und zu welchen Bedingungen, ist regional verschieden und ändert sich laufend. Fragen Sie im Zweifel direkt bei Ihrer Stadt oder Ihrem Versorger nach. Für Haushalte mit geringem Einkommen gibt es zudem bundesweit den Stromspar-Check mit kostenloser Beratung.
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